Die Augen düster geschminkt, gekleidet in schwarze Kapuzenpullis holten sich die „Little People“ der Tanzschule Bothe am Sonnabend zum vierten Mal in Folge den deutschen Meistertitel im Hip-Hop unter den Kinderformationen. Die 18 Mädchen und vier Jungen tanzten so dynamisch, aggressiv und mit cooler Pose, dass auch die Jüngste mit ihren sieben Jahren deutlich älter wirkte. Einzig die Korkenzieherlocken, die bei den kleinen Tanzschul-Hip-Hop-Mädchen zum Standard zu gehören scheinen, konterkarierten das Bild der Straßengöre. Die Titelverteidiger kassierten großen Jubel und Applaus für ihrem Heimsieg. Den Geschwistern Susanne und Oliver Bothe war es nach 2007 zum zweiten Mal gelungen, die Deutsche Meisterschaft im Hip-Hop nach Hannover zu holen. Rund 2300 Kinder, Jugendliche und Erwachsene aus dem gesamten Bundesgebiet lieferten sich am Wochenende vor rund 4000 Zuschauern in der AWD-Hall einen spannungsgeladenen Tanzwettkampf mit oft beeindruckender Akrobatik.
Kindlicher als die coolen „Little People“, aber ebenfalls schnell und präzise traten die 18 Mädchen und Jungen von „Gregoris“ in grasgrünen Jacken und pinkfarbenen Stirnbändern auf. Das typische Hip-Hop-Verfahren, Musikschnipsel in schnellem Wechsel zusammenzumischen, wurde hier in der Choreographie auch mal leicht ironisch eingesetzt, wenn ein Kinderpaar für ein paar Sekunden eine Tango-Einlage zeigte. Die Gruppe der Tanzschule Gregor aus Hemmingen belegte damit bei den Kinderformationen den zweiten Platz.
In der Region Hannover hat sich offenbar eine starke Hip-Hop-Szene entwickelt. Allein schon Bothes schickten 263 Tänzer und damit die größte Teilnehmergruppe in den Wettkampf. Dazu kamen neben Gregor in Hemmingen noch die Tanzschulen „Olandos Dance Complex“, „Link2Dance“ und „Amaro“. Bei den Juniorformationen bis 15 Jahre holte „Link2Dance“ sich mit einer sehr auf Schnelligkeit setzenden Choreographie den Meistertitel. In den Kategorien Solisten, Duos und Kleingruppen mussten die Hannoveraner allerdings fast komplett passen.
Die Tanzschulen Bothe hatten für die Meisterschaften einen stimmungsvollen Rahmen geschaffen. Zu den Siegerehrungen durften die Tänzer zur pompös-glamourösen Hymne „One Moment in Time“ von Whitney Houston aufs Treppchen steigen. Rund 60 freiwillige Helfer, alles Tanzschüler aus den Standardkursen, sowie etliche Eltern sorgten vor und hinter den Kulissen für einen guten Ablauf. „Ohne dieses tolle Team hätten wir eine so große Veranstaltung nicht organisieren können“, sagte Susanne Bothe.
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