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Aus der Stadt Die Art Fair Herrenhausen ist zurück
Hannover Aus der Stadt Die Art Fair Herrenhausen ist zurück
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00:16 18.04.2016
Die Art Fair Galerie finden in Herrenhausen statt. Quelle: Kutter
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Hannover

Sehen und gesehen werden, darum geht es doch“, sagt eine Ausstellerin im bedächtigen Ton, während sie die letzten Bilder am Freitagmorgen gerade rückt. Nach drei Jahren ist die Art Fair Herrenhausen endlich zurück in Hannover. Hier stehen Art-Déco-Tabakdosen neben Biedermeier-Schreibtischen aus Kirschbaumholz und fein bemalten Meißner-Porzellanfiguren.

Der Kunstmarkt - er lockt ein besonderes Klientel an. Cordhosen, blaue Marineblazer, Kostüm und Goldschmuck. Miriam Schmitz-Armkreutz freut sich darüber. „Die Kleidung gibt dem Ganzen einen festlichen Rahmen und der ist hier in Hannover sehr angenehm“, sagt sie. Seit 1993 handelt sie mit antikem Schmuck und mit Silber, seit einiger Zeit ist ihre Tochter mit dabei und kümmert sich um den Schmuckbereich. Den Schwerpunkt hat die Niederländerin auf Stücke aus der Zeit des Arts and Crafts, der Art Nouveau und des Art déco gesetzt, sie seien aufgrund der schlichten Formen derzeit sehr beliebt. Kleinere Stücke wie eine Sauciere kosten um die 300 Euro, das Prunkstück, eine Schale mit verspielten Ornamenten von 1902, ist mit 14.000 Euro angesetzt.

Nach drei Jahren ist die Art Fair Hannover endlich zurück in Herrenhausen.

So richtig Fahrt hat die Messe jedoch noch nicht aufgenommen, am Vormittag sind die Gänge nahezu leer. „Der Tag nach der Vernissage ist immer ein Wandertag“, sagt Annegret Rudolf: Die Aussteller wandern von ihrem Stand zum nächsten und knüpfen Kontakte. Die Vernissage war hingegen sehr gut besucht, erste Antiquitäten fanden bereits ein neues Zuhause, erzählen die Aussteller. Die Galeristin mit zwei Dependancen auf Sylt hat ein exquisites Angebot: Bei ihr hängt ein George Braque neben einem Marc Chagall, Lithographien von Lyonel Feininger und ein Ölgemälde von Otto Modersohn. Lieblingsstücke könne man bei dieser Auswahl doch gar nicht haben, sagt die 41-Jährige überzeugt von ihren Bildern. Solch ein Angebot entstünde durch einen guten Zugang zu privaten Sammlungen, eine gute Vernetzung und Sachverstand. „Wenn sie gut sein wollen, müssen sie es sich selbst beibringen“, meint die gelernte Bankerin. Ihr Vater hatte vor 40 Jahren mit dem Kunsthandel begonnen, sie ist seit 16 Jahren dabei. „Das Wissen ist so spezifisch, das kann man nur von einem Mentor lernen“, erklärt sie. Noch hat sie nichts verkauft, zwei Stücke sind vorgemerkt. „Wenn jemand wirklich ein Stück kaufen will, dann kauft er es“, sagt sie. Dass es bei sechsstelligen Summe auch mal ein oder zwei Tage Bedenkzeit gibt, sei doch völlig in Ordnung.

Auch Stefan Brenske ist beruflich seinem Vater gefolgt und hat den Handel mit Ikonen übernommen. „Für orthodox Gläubige sind es mehr als Form und Farbe eines Bildes“, erklärt er. „Damit wird eine spirituelle Dimension erreicht.“ Eine erhabene Ruhe geht von diesem Stand aus mit den dunkel getünchten Wänden, auf denen die goldenen Ikonen leuchten. Besucher betrachten sie, doch ist es eben kein hippes Sammelstück. „So etwas schenkt man zu besonderen Anlässen - meine Kinder haben eine zur Konfirmation bekommen“, erzählt der gebürtige Hannoveraner.

„Dieses Publikum hier ist treu und nicht so übersättigt wie andernorts“, findet Brenske. Gemeinsam mit anderen Galeristen hatte er sich beratend bei den Veranstaltern für einen hohen Anspruch der Kunstmesse eingesetzt.

Die Qualität der 30 Aussteller ist ein eindrucksvolles Ergebnis. Neben Kunst und Antikem zeigen Kunsthandwerker, wie kaputte Teppiche und zerbrochene Glasschalen restauriert werden können. Für die NDR-Sendung Lieb&Teuer können angemeldete Besucher ihre Antiquitäten schätzen lassen, es gibt noch Resttermine im Bereich Asiatika.

Die Art Fair Herrenhausen hat Sonnabend von 11 bis 19 Uhr und Sonntag von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet 12 Euro, ermäßigt 10 Euro.

von Katharina Derlin

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