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Die Artisten von Flic Flac müssen wissen, was sie tun

Probenbesuch Die Artisten von Flic Flac müssen wissen, was sie tun

Auf dem Schützenplatz bereiten die Artisten ihre "Exxtrem"-Tournee vor, die am 20. Februar in Hannover beginnt. Waghalsige Luftsprünge mit BMX_Rädern und auf Inlineskates über eine Riesenrampe und russische Trampolinspringer garantieren Hochspannung.

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Zwischendurch werden die Nummern mit Flic-Flac-Chef Benno Kastein analysiert.

Quelle: Surrey

Hannover. So mag es sein, wenn Testosteron in der Luft liegt. Zumindest wirken die Stuntkünstler aus den USA verdammt lässig - und beinahe klischeehaft männlich. Auf BMX-Rädern und Inlineskates sprinten, springen oder hüpfen sie auf einem Rad über die Bühne. Die Tricks, für die andere ein ganzes Leben üben, dienen den heftig tätowierten Artisten lediglich zum Aufwärmen. Musik von Rammstein dröhnt durchs Zelt, die gehört auch zur Show. Nur einer der Radfahrer blickt angespannt zu der gigantischen Rampe, die an Stahlseilen zu Boden schwebt. „Das ist hoch, das ist echt hoch“, stöhnt der Franzose Greg Mansson. „Ich bin nervös, meine Arme zittern.“ Wenige Minuten später wird er mit den anderen fünf Extremsportlern aus den USA per Lastenkran unter die Zirkuskuppel gehoben. Dort ist der Startpunkt auf der hölzernen Rampe. Sie ist 15 Meter hoch und vier Meter breit, gefährlich gebogen - und dadurch teuflisch schnell.

Anfang der Woche haben die Proben im schwarz-gelben Flic-Flac-Zelt begonnen, das bereits seit Mitte Januar auf dem Schützenplatz aufgebaut wird. Premiere ist am 20. Februar. Vier Wochen Vorlauf brauchen die Artisten in Hannover; denn hier beginnen sie die Tournee der neuen Show „Exxtrem - denn sie wissen, was sie tun“. Hier sehen sich viele Künstler erstmals, die in den nächsten zehn Monaten gemeinsam durch Deutschland touren. Hier beginnen ihre Nummern. Hier beginnen Freud und Leid darüber. Für extreme Stuntacts ist der Ausnahmezirkus bekannt. Schon in den Shows „Gnadenlos“, „Virus“ oder „No Limits“ sorgte er mit waghalsigen Motorradnummern oder dem sogenannten Todesrad für den Nervenkitzel der Zuschauer. Diesmal soll es also noch extremer werden. Flic Flac will dabei erstmals neun Biker gleichzeitig durch eine Stahlkugel knattern lassen und sich damit einen neuen Weltrekord sichern.

Anfang der Woche haben die Proben für die neue Flic-Flac-Show in dem schwarz-gelben Zelt auf dem Schützenplatz begonnen.

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Am Vormittag kommen die Künstler per Rad oder zu Fuß auf den Schützenplatz. Bis ihre Wohncontainer aufgebaut sind, übernachten sie im nahen Courtyard-Hotel am Maschsee. „Als ich rausgegangen bin, habe ich die Sonne und den gefrorenen See gesehen - das war wunderschön“, sagt der amerikanische Inlinerprofi Dave Lang. In der Ernst-August-Galerie habe er sich mit warmen Klamotten eingedeckt, das Essen in Hannover findet er unglaublich gut - „vor allem Schnitzel“. Er kann es brauchen. Lang, ein athletischer Kalifornier mit schulterlangen Haaren und Sunnyboy-Lächeln ist Vorfahrer auf der Megarampe. Er hat die Nummer „Höllenfahrt“ für die Sprünge und Loopings der Inlineskater und BMX-Fahrer kreiert. Zirkusdirektor Benno Kastein hat die Rampe eigens für die Nummer anfertigen lassen. Lang sagt, es gebe nur vier solcher Megarampen auf der Welt, darunter zwei in Kalifornien.

Während die Vorbereitungen für die „Höllenfahrten“ laufen, kommt immer mehr Bewegung ins Zelt. Mehrere Russen stürzen sich abwechselnd von einem meterhohen Haus mit der Aufschrift „Puff“ - um dann in die Fenster zu springen oder die Wände hochzulaufen. Der Trick: Unten steht ein Trampolin. Kasteins Tochter Larissa geht mit der künstlerischen Leiterin Ira Rizaeva ihre Nummer durch; ein erotisch-geschmeidiger Tanz an der Stange ist geplant - auf einem Bagger, weil Flic Flac es ja möglichst verwegen mag. Der Bagger dient aber gerade noch dafür, die Megarampe in die richtige Position zu rücken. Direktor Kastein marschiert abwechselnd mit den Technikern durch die Halle oder geht mit den Künstlern Feinheiten ihrer Nummern durch. Bis ein Uhr nachts dauern die Proben, erklärt Kastein. Die Show „Exxtrem“, die er nach einer dreijährigen Tourneepause erstmals gemeinsam mit der Deutschen Entertainment AG stemmt, soll eines seiner letzten großen Projekte sein. „Wenn diese Show nicht gut wird, höre ich sofort auf“, sagt er. Es heißt, mit dem 120 Meter langen und 60 Meter breiten Zelt - damit ist es das größte reisende Zelt in Europa - hat sich der frühere Artist einen Traum erfüllt. Statt einer Manege bildet eine Art Straßenkreuzung das Zentrum unter den acht Zirkuskuppeln. Und es gibt genug Platz für die 25 Meter lange Megarampe.

Nach Vorfahrer Lang ist der Franzose Mansson am Start. Er rast die Rampe herab, auf der anderen Seite herauf und fliegt mehrere Meter durch die Luft - um dann auf einem riesigen Airbag zu landen. Dort trifft er auf deren hinterer Hälfte auf - viel weiter hätte es nicht gehen dürfen. Zurück auf dem Boden sagt er: „Gut, dass ich in der Mitte der Rampe gebremst habe, sonst wäre es knapp geworden.“ Bei der Show wird es das weiche Luftkissen allerdings nicht mehr geben. Da müssen die Künstler nach ihren Sprüngen auf einer zweiten Rampe landen - und genau wissen, was sie tun.

Zahlen zum Zelt

Ein Zelt der Superlative – 120 Meter lang sowie 60 Meter breit und mit Platz für 1500 Besucher. Die von Benno Kastein entworfene 500 Tonnen schwere Konstruktion wurde im italienischen Sola Teloni gebaut. Allein für das Dach mit den acht Kuppeln wurden 6500 Quadratmeter Plane vernäht; für Masten, Rampen, und Zuschauertribünen braucht es 16Kilometer Stahlrohr. Damit das Zelt bei Windböen am Boden bleibt, wurden insgesamt 900 Anker eingeschlagen – so kann es bis zu acht Windstärken trotzen.

Karten für die Shows vom 20. Februar bis 10. März kosten zwischen 19 und 49 Euro. Inhaber der HAZ-AboPlus-Karte sparen zehn Prozent des Eintrittspreises beim Kartenkauf in den HAZ-Geschäftsstellen.

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