Hannover. Der ehemalige Transportfahrer kannte sich aus: Er war mehrere Jahre bei einer freiwilligen Feuerwehr aktiv.
Steven K. gab am Freitag zu, zwischen März und Oktober 2010 mindestens fünf Brandstiftungen begangen zu haben. Außer den Transportern hatte er auch einen Getränkeautomaten in einem Firmengebäude angesteckt. Am Ende entfachte er sogar ein Feuer in seiner eigenen Wohnung.
Der junge Mann sitzt neben seinem Verteidiger, er trägt ein dunkles Sakko und wirkt reumütig. Ein Gutachter, der vor Gericht zu Wort kommt, stuft ihn nicht nur als schuldfähig ein, sondern meint auch, dass bei K. eine hohe Wiederholungsgefahr bestehe. Der Angeklagte selbst sagt, er habe die Autos wohl aus Frust über seine Arbeitsbedingungen bei den betroffenen Firmen angezündet. Bei einem Logistikunternehmen sei er mit den Auslieferungsfahrten überfordert gewesen. Irgendwann habe er von außen die Beifahrertür an einem Mercedes Sprinter geöffnet, ein Feuerzeug an das Armaturenbrett gehalten und – als sich Rauch entwickelte – die Tür geschlossen. Das Material habe zügig gebrannt. „Ich war selbst erstaunt, dass das so gut funktioniert“, sagt er. Dann habe er die Feuerwehr gerufen. Niemand habe bemerkt, dass er der Täter war.
Kurze Zeit drauf wechselte K. seinen Arbeitgeber; nun fungierte er für einen Krankentransportdienst als Beifahrer. Auch dort habe er sich geärgert: Der Chef habe unerlaubte Doppelfahrten mit Patienten angeordnet, behauptet K., außerdem habe er auch am Steuer sitzen müssen, obwohl er nicht den nötigen Personenbeförderungsschein besitze. Aus Ärger über den Chef habe er den Transporter schließlich vor einer der umstrittenen Fahrten angezündet. „Ich wollte ihm damit schon sagen, so funktioniert das mit den Doppelfahrten nicht“, sagt K. Weil der Chef einen Getränkeautomaten anschaffte, statt das Geld in neue Winterreifen zu investieren, habe er bald darauf auch den Automaten angezündet. Und wenig später einen weiteren Transporter, der in Flammen aufging. Die Brandermittler der Polizei stellten in allen Fällen einen technischen Defekt als Brandursache fest. Der Arbeitgeber habe gedacht, er sei vom Pech verfolgt, sagte einer der Beamten vor Gericht. Erst nachdem K. seine eigene Wohnung in Brand gesetzt hatte, geriet er ins Visier der Ermittler: Er sei auch bei anderen Bränden immer in der Nähe gewesen.
In seiner Wohnung hatte K. den Toaster in Brand gesetzt, um sich dann in Szene zu setzen und den Hamster seiner Freundin vor den Flammen zu retten. Am Ende kam die Feuerwehr und barg das Paar aus der Wohnung. Der Prozess wird am Mittwoch fortgesetzt.
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