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Aus der Stadt Mit Ernährungswissenschaft zum Abitur 
Hannover Aus der Stadt Mit Ernährungswissenschaft zum Abitur 
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16:19 06.02.2018
Ernährung als Schwerpunkt:r Leon Kabzinski und Laura Wendt wollen ihr Abitur an der BBS 2 machen. Quelle: Tim Schaarschmidt
Hannover

 Laura Wendt (18) möchte später mal im Gesundheitsmanagement arbeiten, Leon Kabzinski (19) kann sich einen Job als Sport- und Ernährungsberater vorstellen, die gleichaltrige Nour Al-Ibrahim, die vor drei Jahren aus Syrien nach Hannover kam, will Medizin studieren und interessiert sich dafür, wie der menschliche Körper funktioniert. Der Weg aller drei Schüler führt über das Berufliche Gymnasium mit dem Schwerpunkt Ernährungswissenschaften, das die Berufsbildende Schule 2 seit diesem Schuljahr anbietet. „Es ist eine kleine Nische, aber eine sehr wertvolle“, ist Schulleiter Ulf Jürgensen überzeugt. 

Die BBS 2 in Hannover hat ein Berufliches Gymnasium mit dem Schwerpunkt Ernährungswissenschaften eingerichtet. Die erste Klasse ist seit einem halben Jahr dabei.

Die drei Elftklässler sind jedenfalls angetan von der engen Verzahnung von Theorie und Praxis: „Wir kochen auch, vier Stunden alle 14 Tage“, sagt Leon, „und wenn es im Unterricht um Fette geht, dann ist es auch beim Kochen der Schwerpunkt.“ Er hat seinen Realschulabschluss an der Dietrich-Bonhoeffer-Schule gemacht. „Ich wollte mehr“, sagt der frühere Leistungsschwimmer. Auf gesunde Ernährung habe er immer schon geachtet. Auch für Laura, die vom Gymnasium Langenhagen kommt, und regelmäßig Fitnesssport betreibt, ist dies „genau der richtige Schwerpunkt“. Nour, die an der Kooperativen Gesamtschule Ronnenberg ihren Erweiterten Sekundarabschluss I gemacht hat, glaubt, dass sie am Beruflichen Gymnasium wichtige Vorkenntnisse für ihr Medizinstudium erwerben kann. 

Gute Berufschancen mit Schwerpunkt Ernährung

Dies sehen auch Schulleiter Jürgensen und Abteilungsleiter Norman von Zukowski so. Angesichts der steigenden Lebenserwartung werde der Bereich Ernährungsberatung immer wichtiger. „Das sind nicht nur Diätpläne im Krankenhaus, die Berufschancen sind ungleich vielfältiger, die Schüler haben alle Möglichkeiten“, sagt Jürgensen. Nicht nur für die Studiengänge Ökotrophologie, Medizin und Betriebswirtschaft könnte an der BBS ein Wissensvorsprung erworben werden,betont Zukowski, auch für angehende Berufssschullehrer im Bereich Lebesnmittelwissenschaften. 

Ökotrophologie, also Ernährungswissenschaft, Deutsch und Englisch als Leistungskurse, Betriebs- und Volkswirtschaft, Mathematik oder Informationsverarbeitung als weitere Prüfungsfächer im Abitur – der Lehrplan ist vorgezeichnet. 

In dieser Stunde geht es um Freie Marktwirtschaft und Zentrale Planwirtschaft. Die Elftklässler sollen sich werbewirksame Slogans für die Vermarktung der Planwirtschaft ausdenken  – und sind sehr kreativ: „Alles läuft nach Plan“, heißt ein Spruch, „Fünf Jahre für Sie vorgeplant“, ein anderer, „Keine Verlierer, nur Gewinner“, verspricht eine Gruppe, „Jeder erhält das Gleiche“ eine andere.

Abitur und Abschluss als Hotelkaufmann möglich

Das dreijährige Berufliche Gymnasium mit dem Schwerpunkt Ernährugnswissenschaften ist der höchste Bildungsgang, den die BBS 2, die sich selbst als „Ernährungsschule“ versteht, anbietet. Die meisten der insgesamt 2000 Schüler machen eine Ausbildung in der Gastronomie oder im Lebensmittelhandwerk und gehen nur ein oder zwei Tage zur Berufsschule. Das Berufliche Gymnasium ist eine Vollzeitschule. „Handlungsorientierter Unterricht, der im wörtlichen Sinne begreifbar ist“, nennt Zukowski den pädagogischen Ansatz. Neben der allgemeinen Hochschulreife können die Schüler auch noch den Abschluss als Hotelkaufmann machen. Dazu gehören zwölf Wochen Praktikum in den Schulferien.

Leon, Laura und Nour wechseln im Sommer von der Einführungsphase in die Oberstufe, für den nächsten 11. Jahrgang stehen maximal 30 Plätze zur Verfügung. Anmelden können sich Bewerber für das nächste Schuljahr bereits am Mittwoch, 7. Februar, Donnerstag, 8. Februar, und Freitag, 9. Februar, in der Schule in der Ohestraße jeweils zwischen 11.30 Uhr und 15 Uhr. Neben der Noten sind das Arbeits- und Sozialverhalten, aber auch die persönliche Motivationwichtig. „Wer möglichst leicht zum Abitur kommen will, ist bei uns falsch“, sagt Zukowski.

Von Saskia Döhner

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