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Aus der Stadt Die Bredero-Planer sind abgetaucht
Hannover Aus der Stadt Die Bredero-Planer sind abgetaucht
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21:58 08.10.2009
Von Conrad von Meding
Problemfall Bredero: Die Büroetagen am Raschplatz stehen seit Jahren leer. Quelle: Surrey (Archiv)

Jetzt hört man nichts mehr von ihm. Die Telefone sind abgeschaltet, Michael arbeitet nicht mehr für Maxime, die einstige Mutterfirma Rixxon löst sich offenbar auf, und der Hauptgeldgeber aus Holland managt die Immobilie selbst. Acht bis neun Millionen Euro, so schätzt der Holländer Hans Pluis, hat er über Maxime Invest schon in die Geschäftsetagen der Siebziger-Jahre-Immobilie investiert, ohne dass klar ist, ob er je einen Cent daran verdienen wird. Doch er sagt nur freundlich: „Ich habe wohl zu viel Vertrauen gehabt.“ Maxime hat er nun voll übernommen.

Seit 2006 tobt der Wirtschaftskrimi um das Bredero-Hochhaus. Damals hatte die Deutsche Bank das Gebäude aus ihrem Pleitefonds an den Burgwedeler Andreas Hippler verkauft und dann kurzerhand wieder weggenommen, als sie merkte, dass seine Idee eines Justizzentrums rentabel werden könnte. Mit Millionengewinn verkaufte sie es an Rixxon weiter, denen dann 2008 das Geld für den Umbau ausging. Jetzt stehen die 14 Geschäftsetagen schon seit Jahren leer – eine Investitionsruine.

Zwielichtig auch das Zwischenspiel in der 23. Etage: Zwei „Geschäftsleute“ wollten 2008 auf dem Bredero-Dach Luxusappartements für Scheichs und reiche Russen errichten, zum Mieten mit Pool und Butler. „Die hatten große Pläne, aber nicht einmal ihre Miete bezahlt“, ärgert sich Pluis. Nun trifft man sich vor Gericht. Mit den Architekten hingegen, die die Bowlingbahn im Tiefgeschoss umbauten, will Pluis möglichst außergerichtlich einig werden. Ihre Pläne für das im April eröffnete Freizeitcenter hatten sich mal so eben von 450.000 auf 1,3 Millionen Euro verteuert. Centerbetreiber André Metzner hatte eigentlich gehofft, dass bei ihm zahlreiche Juristen aus dem Justizzentrum die Kugeln rollen lassen. „Die leeren Etagen wirken sich natürlich aus, das ganze Haus sieht tot aus“, sagt er. Es laufe „erwartungsgemäß“, sagt er tapfer.

Während Justizminister Bernd Busemann jetzt wie berichtet die Weichen für einen Justizzentrumsneubau in der Nachbarschaft stellt, verhandelt Pluis nach eigenen Angaben mit zwei potenziellen Großmietern. „Sobald ich unterschriebene Mietverträge habe, beginnt die große Sanierung“, verspricht er: „Dann werden auch alle Fenster ausgetauscht, und das Haus sieht von außen nicht mehr so abweisend aus.“

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