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Linie 10 im Tunnel: Diskussion um D-Linie neu entfacht

Nahverkehr Linie 10 im Tunnel: Diskussion um D-Linie neu entfacht

Vier Stunden lang konnte die Stadtbahnlinie 10 am Sonnabend nicht auf der neu gebauten Strecke fahren –weil die City zu voll war. Kritiker der oberirdischen Streckenführung fühlen sich nun bestätigt.

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Die Linie 10 musste am Sonnabend vier Stunden lang auf der Tunnelstrecke in die Innenstadt fahren – statt auf der neu gebauten oberirdischen Strecke.

Quelle: Dillenberg

Hannover.  Die Diskussion um die Streckenführung der D-Linie ist am Wochenende neu entbrannt. Denn knapp drei Monate nach ihrer Inbetriebnahme konnte die Stadtbahnlinie 10 am Sonnabend nicht mehr auf der für 55 Millionen Euro neu gebauten Strecke zum Raschplatz fahren, sondern musste vier Stunden lang auf die Tunnelstrecken zum Hauptbahnhof ausweichen. Die Linie 17 fuhr nur bis zur Haltestelle Glocksee und wendete dort.  Als Grund für die Maßnahme hat die Üstra angegeben, dass der Verkehr auf der Kurt-Schumacher-Straße wegen der zahlreichen Besucher der Innenstadt am zweiten Adventswochenende gegen 14 Uhr zum Erliegen gekommen sei. „Wenn zu viele Autos unterwegs sind, kommen wir auch nicht mehr durch – deswegen hat der Betriebsleiter entschieden, die Linie 10 durch die Tunnel zu schicken“, sagt Üstra-Sprecher Udo Iwannek.

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Zwei Wochen vor Weihnachten stauen sich in der Innenstadt die Autos. Wegen des hohen Verkehrsaufkommens müssen die Stadtbahnen der Linie 10 auf die Tunnelstrecke ausweichen. Die Linie 17 fährt nicht alle Haltestellen an.

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Der Vorfall ist Wasser auf den Mühlen der City-Geschäftsleute und der zahlreichen Kritiker der oberirdischen Streckenführung der Linie 10. „Es ist genau das eingetreten, wovor wir seit Jahren gewarnt haben“, sagt Martin Prenzler, der Geschäftsführer der City-Gemeinschaft. Dabei sei es an diesem Adventssonnabend nicht einmal besonders voll gewesen in der Innenstadt. „An den kommenden beiden Wochenenden wird noch mal eine ordentliche Schippe drauf gelegt“, sagt Prenzler. Er rechnet damit, dass die Linie 10 auch dann wieder unterirdisch fahren muss. „Wir werden mit der Region, die ja für die Verkehrsplanung zuständig ist, reden müssen, wie es weiter gehen soll“, sagt Prenzler.

Thema soll neu auf die Tagesordnung

Auch Jens Pielawa, der Vorsitzende der Initiative Pro D-Tunnel, fühlt sich in seiner Haltung durch den Vorfall vom Sonnabend bestätigt. „Die Üstra hat vor so einem Szenario gewarnt, wir haben davor gewarnt – aber die Politik hat all das geflissentlich ignoriert. Jetzt bekommen sie die Quittung dafür“, sagt er. Mitstreiter seiner Initiative hatten ihn am Sonnabend auf die Entscheidung der Üstra aufmerksam gemacht. „Wir werden das ganze Problem im Verkehrsausschuss der Region, der leider erst wieder im Januar tagt, auf die Tagesordnung bringen“, sagt Pielawa. 

Die Region beurteilt den Vorfall dagegen gelassen: „Dass der Verkehr auf der Kurt-Schumacher-Straße an einem Adventssonnabend an seine Grenzen stößt, ist kein neues Phänomen. Das war auch vor dem Umbau der Linie 10/17 so“, teilte Regionssprecher in Christina Kreutz mit. Es sei richtig und sinnvoll, dass die Üstra in diesem Fall auf den Tunnel ausweiche, solange die Kapazitäten dort vorhanden sind. „Auf lange Sicht und auf Dauer wäre diese Streckenführung für die 10/17 jedoch nicht sinnvoll, weil sie künftige Entwicklungsmöglichkeiten blockieren würde - etwa die Stadtbahnverlängerung nach Hemmingen“, sagte Kreutz weiter.

Die Regionsversammlung hatte im Februar 2013 mit der Mehrheit der rot-grünen Stimmen die oberirdische Streckenführung der D-Linie zum Raschplatz beschlossen. Zuvor war die Idee, einen Tunnel zwischen dem Goetheplatz und dem Hauptbahnhof für die Linie zu bauen, aus Kostengründen fallen gelassen worden. Auch dem Vorschlag des ehemaligen Leiters des städtischen U-Bahn-Amtes, Klaus Scheelhaase, die Bahnen vom Goetheplatz abwechselnd oberirdisch und durch die Tunnel zu schicken, gab die Region damals keine Chance.

Von Tobias Morchner

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