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Aus der Stadt Die Eichendorffschule hat seit 49 Jahren auch nachmittags Unterricht
Hannover Aus der Stadt Die Eichendorffschule hat seit 49 Jahren auch nachmittags Unterricht
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00:37 20.04.2018
Guten Appetit: Bis zum 160 Essen werden an der Eichendorffschule pro Tag ausgegeben. Die Kinder essen in einem Schicht-System. Quelle: Tim Schaarschmidt
Hannover

 Im Grundsatzstreit zwischen Ganztagsschule und Hort setzt die katholische Eichendorffschule in Linden-Nord, seit 49 Jahren Ganztagsschule mit so etwas wie einem angeschlossenem Hort, auf kein Entweder-Oder, sondern auf ein Sowohl-Als auch. Als die Schule 1969 mit dem Nachmittagsangebot begann, gab es den Begriff „Ganztagsschule“ noch gar nicht. Die Grundschule ging als „Tagesheimschule“ an den Start, wurde 1970 als Modellversuch vom Kultusministerium genehmigt, sieben Jahre später wurde sie zur regulären Angebotsschule.

Nicht Hort oder Ganztagsschule, sondern eine Mischung aus beidem

Heute gibt es einen ausgefeilten Stundenplan mit nach Jahrgang gestaffeltem Pflichtunterricht am Nachmittag und einem kostenpflichtigen Betreuungsangebot.  „Wir wollen individuelle und flexible Lösungen für die Familien“, sagt Schulleiter Wolfgang Schiecke „das ist das Wichtigste.“ 

An Hannovers ältester Ganztagsschule, der Eichendorffschule in Linden-Nord, gibt es Pflichtunterricht am Nachmittag, aber auch kostenpflichtige Betreuung, die Eltern selbst wählen können. 

An drei Tagen haben die Schüler mittags eine Freizeitstunde, in der sie sich so entspannen können, wie sie wollen, die einen toben in der Turnhalle, die anderen lesen lieber in der Bücherei. In dem 110 Jahre alten, denkmalgeschützten Gebäude, das mal für 430 Schüler ausgelegt war, und jetzt etwa von 300 Kindern besucht wird, ist Platz genug. Die Schule ist „Bewegte Schule“ und hat sogar eine Kletterwand. In allen Klassen gibt es Internetzugang, die Kinder werden in Medienkompetenz geschult, schon Zweitklässler arbeiten am PC. Kinder sollen zur Selbstständigkeit und zum gewaltfreies Lernen erzogen werden. 70 Prozent der Kinder sind katholisch, die übrigen 30 Prozent sind für andere Religionen vorbehalten, manche Schüler gehören auch überhaupt keiner Glaubensgemeinschaft an.

Die Erstklässler bleiben nur dienstags bis 15.25 Uhr in der Schule, die Zweitklässler haben mittwochs Arbeitsgemeinschaften und donnerstags am Nachmittag Unterricht, der dritte Jahrgang hat dienstags Unterricht bis 15.25 Uhr und donnerstags AG. Der vierte Jahrgang hat zwei Pflichtnachtmittage mit Unterricht und einen Tag AG. Montags und freitags ist eigentlich um 13 Uhr Schulschluss.

„Individuelle, flexible Lösungen für Familien“

Viermal pro Jahr wechselt das AG-Angebot. Die Kinder sollen möglichst unterschiedliche Kurse belegen können, mal Schach, mal Chor oder Hockey. Die längeren Schultage hätten sich bewährt, sagt Schiecke: „Lehrer und Kinder sind länger zusammen, man lernt entspannter.“

Gegessen wird im Schichtsystem, damit es in der Mensa nicht zu eng wird. Die Eltern entscheiden flexibel, an wie vielen Tagen ihre Kinder an der Schule essen, mit der Teilnahme am Hort oder Ganztagsbetrieb ist das nicht gekoppelt wie an anderen Grundschulen. Bis zu 160 Essen werden täglich ausgegeben, Platz bietet die Mensa für rund 50 Schüler. 

Eltern, die längere Betreuungszeiten brauchen, können den Hort im Schulgebäude in Anspruch nehmen, der vom Förderverein organisiert wird. Für einen Nachmittag Betreuung bis 16.30 Uhr zahlen Familien 33 Euro im Monat, für zwei Nachmittage das Doppelte, vier oder fünf Tage kosten 132 Euro. Eine Betreuerin kümmert sich um zehn Kinder. Auch in den Ferien hat der Hort geöffnet. Etwa ein Drittel der Schüler nutzt den Hort, schätzt der Schulleiter, mal für einen Tag, mal für mehrere. 

Auch nach 49 Jahren hat für Schiecke das Modell seiner Schule nicht ausgedient, im Gegenteil, es sei zur Nachahmung empfohlen. „Wir wollen so weitermachen“, sagt er. 

Von Saskia Döhner

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