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Aus der Stadt Die Elektro-Zukunft beginnt in Hannover
Hannover Aus der Stadt Die Elektro-Zukunft beginnt in Hannover
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06:00 24.10.2017
Einmaliges Projekt: Betriebsleiter Frank Ramthun im Energiespeicher. Quelle: Tim Schaarschmidt
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Hannover

Daimler vermietet den Stadtwerken Elektroauto-Akkus, mit denen der Stromversorger Energie speichern kann, um Schwankungen im Netz auszugleichen. Der Autobauer wiederum nutzt den Speicher als eine Art Ersatzteillager und kann die Batterien bei Bedarf entnehmen und in seinem Elektrokleinwagen Smart einsetzen.

Autobauer müssen Batterien für Elektroautos wie jedes andere Ersatzteil auch auf Lager halten und notfalls innerhalb weniger Tage liefern können - manche Hersteller halten die Teile bis zu 15 Jahre bereit. Darum hält Daimler das Konzept in Hannover für besonders attraktiv: Denn die Akkus blieben dank der Kooperation in Betrieb - und litten nicht unter der Beanspruchung als Stromspeicher, betont das Unternehmen. Durch das regelmäßige schonende Laden und Entladen hielten sie sogar länger.

Den Stadtwerken wiederum hilft die Kooperation, Schwankungen besser auszugleichen, die nicht zuletzt durch das Einspeisen von Ökostrom entstehen. Strom aus Wind- und Solarenergie fließt verstärkt in die Netze, allerdings sind beide Energiequellen sehr wetterabhängig. Ist die Stromnachfrage zu einem bestimmten Zeitpunkt größer als das Angebot, können die Batterien innerhalb von 30 Sekunden einspringen. „Es handelt sich sozusagen um den Formel-1-Wagen unter den Netzstabilisierern“, sagte ein Stadtwerke-Sprecher. Netzbetreiber wie Tennet zahlen für die Bereithaltung eines Speichers und für die tatsächliche Energielieferung.

„Das Konzept der Batteriespeicher ist sinnvoll“, sagte der Energieexperte Christoph Podewils von der Stiftung Agora Energiewende. Bislang müssten vor allem klassische Kraftwerke Netzschwankungen ausgleichen. Wenn Batterien diese Aufgabe übernähmen, könnten die Kraftwerke effizienter genutzt oder in Zeiten mit viel Strom aus erneuerbaren Energien abgestellt werden.

Schätzungsweise 12 Millionen Euro lassen sich Stadtwerke und Daimler das Projekt je zur Hälfte kosten. Am Montag haben die beiden Partner zunächst 1800 fabrikneue Batteriemodule in Betrieb genommen, bis zum Frühjahr wollen sie den Speicher auf 3240 Module erweitern - er hätte dann eine Leistung von 17,4 Megawattstunden (MWh) und wäre einer der größten Europas. Daimler betreibt in Lünen bereits einen Speicher mit einer Kapazität von 13 MWh. Der Unterschied: Dort kommen alte Batteriemodule aus gebrauchten E-Autos zum Einsatz.

Wie lange die Batteriemodule in Herrenhausen bleiben, kann Daimler nicht abschätzen. Falls während der Lebensdauer der Elektro-Smarts keine Batterieprobleme aufträten, werde man sie gar nicht benötigen.

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