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Neues vom Planeten 0511

Die Kabarettisten vom Salon Herbert Royal Neues vom Planeten 0511

Hannover lieben und lachen: Der Salon Herbert Royal – satirischer Sechser der HAZ – gibt der Stadt und ihren Helden kabarettistische Kopfnoten. Saisonhöhepunkt wird der Jahresrückblick am 2. Dezember – es gibt nur noch Restkarten.

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Die Kabarettisten vom Salon Herbert Royal: Kristian Teetz (v.l.), Uwe Janssen, Volker Wiedersheim, Bruno Brauer, Dirk Schmaler und Imre Grimm.

Quelle: Lübke

Hannover. Auf der Bühne des Theater am Küchengarten wird es hektisch. Dirk Schmaler nästelt an einer Blechbüchse herum, aus der ein Dosentelefon entstehen soll. Imre Grimm schiebt immer wieder eine Rezeptionsklingel auf seinem Schreibtisch hin und her. Und Volker Wiedersheim versucht sich an einer Variation des Musikthemas aus dem Film „Snatch“. „Welcher Film?“, fragt jemand aus dem Backstage-Bereich. Egal. „Von mir aus können wir anfangen!“, ruft Wiedersheim seinen Kollegen zu – es ist drei Stunden vor Showbeginn.

Der Lindener Theaterchef Nils Wintering beobachtet die Szenerie mit einem sanften Lächeln. „Zumindest proben sie mittlerweile nicht mehr ihr ganzes Set direkt vor der Show“, sagt er. Das Satire-Team namens Salon Herbert Royal sei eben ein besonderes. Sechs HAZ-Journalisten, die im Alltag über Medien, Kultur, Sport und lokale Themen schreiben, verlassen regelmäßig ihre Schreibtische, um beim Monatsrückblick Hannover und seinen Protagonisten kabarettistische Kopfnoten zu verteilen. Die Redakteure lesen Kolumnen („Leben ohne …“, „Das Ding“, „Der Platzwart“), parodieren und versuchen sich sogar am Bauchreden. „Wenn man sie bei den Proben so sieht, denkt man schnell, dass sie nur rumalbern. Aber bei der Show sind sie perfekt“, lobt Wintering. Jeder der Akteure habe seine Stärken. Und ein Kabarettteam, das sowohl lokale als auch überregionale Themen unterhaltsam auf den Punkt bringt, gibt es so nicht. Da ist es auch okay, wenn die sechs gern alle gleichzeitig Texte, Tempo, Töne diskutieren und ihre Instrumente und Mikrofone mit der Technik abstimmen wollen.

Der Abend entlohnt die Mühen schnell. Das TAK ist wie so oft ausverkauft, das Publikum begeistert. In einer „Hobbythek“-Hommage gibt Kristian Teetz als Jean „Herbert“ Pütz Tipps fürs abhörsichere Telefon – man wickelt das Handy in Alufolie, „das Blattgold des kleinen Mannes.“ Grimm philosophiert über Niedersachsen („Die ,Landlust‘ unter den Bundesländern“), Boris Becker („Der Mensch gewordene Doppelfehler“) und politische Korrektheit, wenn man Zigeunerschnitzel künftig als Fleischprodukt mit Migrationshintergrund bestellt. Und Bruno Brauer spricht über seine Heimat Laatzen als „Favela mit guter Verkehrsanbindung“. Dazu verbindet Wiedersheim Lou Reeds „Walk on the Wild Side“ mit einer Architekturkritik des Ihmezentrums, Schmaler widmet sich der Beziehung von Angela Merkel und Sigmar Gabriel und Janssen besingt die Notwendigkeit des Namen „Niedersachsenstadion“: „Was soll man schon erwarten / wenn selbst der Präsident / sich wie ein Hörgerätemacher nennt …“.

„Ich glaube, dass in manchem Redakteur ein kleiner Satiriker steckt, der hinaus möchte ans Licht“, sagt Grimm am Rand der Bühne. 2007 hat er mit Janssen das erste Mal gemeinsam eigene Kolumnenbücher vorgestellt. „Da haben wir gemerkt, dass wir so etwas gern auf der Bühne präsentieren.“ Seitdem sind Programm und Ensemble gewachsen. Das Sextett füllt mittlerweile das Theater am Aegi. Für die Show am Montag, 2. Dezember, gibt es nur noch Restkarten. Der Jahresrückblick wird zum zweiten Mal der Saisonhöhepunkt – „Sommernachtstraum“-Komponist Heiner Lürig, Produzent Jens Krause und Basstalent Mathis Eberhard unterstützen die Band – denn ein bisschen gerockt wird nebenbei auch noch. Zum Beispiel mit Zeilen wie diesen: „0511 ist ein Planet / um den sich langsam alles andre dreht …“ Und Herbert Royal hilft, die Orientierung zu behalten. Und darüber lachen zu können.

Von Jan Sedelies

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