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"Die Älteren sind auf dem Knutschhof"

Die HAZ-Schulexperten "Die Älteren sind auf dem Knutschhof"

Magali und Chanel geben der HAZ seit ihrer Einschulung jedes Jahr ein Ferieninterview. Jetzt haben die beiden Freundinnen ihr erstes Jahr an der Elsa-Brändström-Schule hinter sich. Das Gymnasium lieben sie – dafür nerven Mathe, Jungs und Kaugummis unter den Tischen. 

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Magali Domeier (links) und Chanel Mai Pham sind nach den Ferien endlich nicht mehr die Kleinsten an der Elsa-Brandström-Schule.

Quelle: Eberstein

Ihr seid jetzt knapp ein Jahr auf dem Gymnasium. Letztes Mal habt ihr gesagt: Das wird nicht mehr so einfach sein, die Lehrer seien bestimmt strenger. Ist das so gekommen?

Chanel: Absolut. Es ist viel anstrengender. Wir haben viele Hausaufgaben. Und man muss sich im Unterricht viel mehr konzentrieren – zum Beispiel in Mathe. Wenn man da einmal nicht zuhört, versteht man den ganzen Rest nicht mehr.
Magali: Das baut nun viel mehr aufeinander auf. Und wenn man im Bruchrechnen am Anfang nicht aufgepasst hat, versteht man das ganze Bruchrechnen nicht.

Ihr habt in der Grundschule viel im Unterricht „gequackelt“ – macht ihr das noch?

Magali: Jetzt setzen die Lehrer alle Jungs neben Mädchen, weil wir die erziehen sollen. Man darf sich seinen Sitznachbarn nicht aussuchen.
Chanel: Der Junge, der neben mir sitzt, macht immer die ganze Zeit sooooo (trommelt mit den flachen Händen auf dem Tisch).
Magali: Und der eine Junge summt die ganze Zeit, also er brummt eher.

Was ist der größte Unterschied zwischen Gymnasium und Grundschule?

Chanel: Hier sind überall Kaugummis unter den Tischen (beugen sich beide runter und gucken unter den Tisch).
Magali: Vor allem in den Fachräumen.

Und wenn jemand mit einem Kaugummi erwischt wird?

Chanel: Dann bekommt er Ärger und muss das mit so einem Zickezackedings wieder weg machen.

Das sind die HAZ-Schulexperten

Magali Domeier (10 1/2, li.) und Chanel Mai Pham (11 1/2, re.) sind nach den Ferien endlich nicht mehr die Kleinsten: Dann kommen sie in die sechste Klasse der Elsa-Brändström-Schule. Sie pflegen dort ihr Schulbeet, haben einen Baum gepflanzt und toben am liebsten über den Hof. In dieselbe Klasse gehen sie nicht mehr, Chanel ist in der Französischklasse.

In ihren Hobbys sind die beiden beständig: Magali tanzt weiter Ballet, spielt Cello und reitet, Chanel hat es die Gitarre angetan sowie das Turnen. Als die HAZ die Mädchen 2011 zum ersten Mal vor ihrer Einschulung traf, sagten sie noch, dass die Schule „pippi­einfach“ werde. Ganz so ist es nicht gekommen. 

Gibt es denn sonst Verbote an der Schule?

Chanel: Ja, man muss das Handy ausschalten. Aber das mussten wir früher ja auch.
Magali: Früher hatten wir noch gar kein Handy, Chanel ...
Chanel: Stimmt auch wieder.
Magali: Dafür stört es die Lehrer hier nicht mehr so, wenn man auf dem Gang pfeift. Das war früher verboten (lacht).
Chanel: Und es gibt nicht mehr so viele AGs nach der Schule.
Magali: Ich spiele nur Cello im Orchester, das macht total viel Spaß. Jetzt haben wir Schulkonzert und spielen „Star Wars“ und „Eye Of The Tiger“.
Chanel: Braucht ihr noch eine Gitarre im Orchester, Magali?
Magali: Das frage ich für dich!
Chanel: Danke dir.
Magali: Aber Hannah, du hattest ja noch nach Unterschieden zur Grundschule gefragt ...

Ja, genau.

Magali: Wenn man eine Frage hat und etwas nicht versteht, sagen die Lehrer ganz oft: „Das lernt ihr in Klasse 9“. Da frage ich mich: Was soll ich denn noch alles in dieser Klasse 9 lernen?

Wie war es denn, in diesem Jahr die Kleinsten an der Schule zu sein?

Chanel: Man fühlt sich halt so klein. Vielleicht schauen die mich komisch an, weil ich weniger weiß?
Magali: Das machen die aber gar nicht. Es nervt nur, wenn sie sagen: „Ach, die süßen Kleinen“. Die waren ja alle mal klein. Die Großen sind aber total nett, halten die Tür auf oder lassen einen am Vertretungsplan vor.

Schaut ihr zu den Großen auf?

Chanel: Manche sehen auffällig komisch aus. So tussimäßig.
Magali: Diese Shorts zum Beispiel – also gegen Shorts ist ja eigentlich nichts einzuwenden – aber wenn die so kurz sind wie eine Unterhose, dann sieht das komisch aus.

Liebst du Mathe eigentlich immer noch, Chanel?

Chanel: Nein, überhaupt nicht. Chemie mag ich jetzt am liebsten. Ich habe in Mathe auch meine schlechteste Note geschrieben (streckt vier Finger in die Luft). Bei manchen Themen muss man nun einfach gähnen. Da denke ich dann: Das braucht doch kein Mensch, warum lernen wir das?

Was denn zum Beispiel?

Chanel: Winkelrechnen. Kein Mensch braucht einen 80-Grad-Winkel.

In manchen Berufen braucht man das.

Magali: Ich bitte dich! Bei einem Beruf von zwei Millionen unendlich vielen Berufen. Da kann man das doch einfach messen und muss das nicht ausrechnen.

Wie sieht denn ein Tag bei euch aus?

Chanel: Ich stehe um 6.20 Uhr auf, setze dann ein Bein vor das andere (kichert). Nein, also um 7 Uhr nehme ich den Bus zur Schule. Weil ich in der Französischklasse bin, habe ich jeden Tag sechs Stunden, am Donnerstag sogar neun. Dann mache ich direkt Hausaufgaben.

Bleibt da noch viel Freizeit?

Magali: Ja, das geht. Nur einmal hat eine Erdkunde-Hausaufgabe so lange gedauert, da saß ich bis 19 Uhr. Außerdem hab ich ja noch Ballett, Reiten und Cello. Aber das Wochenende halte ich mir frei.
Chanel: Können wir dir jetzt den Pausenhof zeigen?

Los geht’s.

Magali: Ich kletter jetzt da auf den Baum! (sprintet los).
Chanel (leise): Nein, das trau ich mich nicht.
Magali: Pfff, Chanel ist unsportlich. Die kommt nicht mal auf so einen lächerlichen Baum.
Chanel: Stimmt gar nicht. Ich turne – und spiele seit 3 Jahren Gitarre.
Magali: ... und ich Cello. Auch seit drei Jahren!

Darf man denn hier einfach so auf den Baum klettern?

Magali: Nöö, aber jetzt ist ja keine Pausenaufsicht hier. Sonst wird man geschimpft.
Chanel: Also mich schimpft niemand aus, ich bin ein ganz zahmes Schäfchen. Und vor den Lehrern spiele ich das Engelchen.
Magali (Augen rollend): Jaaa, genau.

Wie ist das denn in der Pause: Was machen die jüngeren Schüler, was die älteren?

Magali: Wir spielen auf den Klettergerüsten, da ist es aber immer sehr voll. Wenn Schnee liegt, rutschen wir da drüben (zeigt in die Ferne) mit dem Po den Hügel runter.
Chanel: Die Älteren sind auf dem Knutschhof. Da kann man auch rauchen.

Was sagen die Mitschüler denn, dass ihr jedes Jahr in der Zeitung seid?

Chanel: Manchmal sagen auf dem Hof ganz fremde Kinder „Hallo, Chanel!“. Wir sind schon ein bisschen berühmt.

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