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"Hannoveraner" pöbeln im Internet gegen Ausländer

Auf Facebook "Hannoveraner" pöbeln im Internet gegen Ausländer

In einer Facebook-Gruppe pöbeln Ratskandidaten der rechtskonservativen Partei "Die Hannoveraner" offen gegen Ausländer. Laut Parteichef Jens Böning soll es sich allerdings nicht um Aussagen im Namen der Partei handeln.

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So kommentiert eine Ratskandidatin der "Hannoveraner" auf Facebook.

Quelle: Screenshot: Facebook

Hannover. Im Kommunalwahlkampf versucht die rechtskonservative Partei „Die Hannoveraner“ mit teilweise bewusst provokanten Parolen, Wählerstimmen zu gewinnen. Doch im Internet gehen einige der Kandidaten noch deutlich weiter. Auf den Seiten der Facebook-Gruppe „Hannover passt auf“ hetzen und pöbeln Mitglieder der „Hannoveraner“, die für den Stadtrat kandidieren, offen gegen Ausländer – darunter Helge List, der im Wahlbezirk Badenstedt-Davenstedt antritt, und Heike Wiele, die im Bezirk Herrenhausen-Stöcken gewählt werden möchte. Beide Kandidaten treten, neben dem Co-Vorstand der Partei, Jürgen Alenberg, auch als Administratoren der Seite auf. Auch Alenberg möchte für die Partei in den Stadtrat einziehen. Er kandidiert im Bezirk Südstadt-Bult.

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Bei der Facebook-Seite „Hannover passt auf“ handelt es sich um eine sogenannte geschlossene Gruppe. Nur wer von den Administratoren aufgenommen wird, kann Beiträge verfassen und lesen. Der HAZ wurden Auszüge aus den Einträgen der geschlossenen Gruppe zugespielt. Die Kandidatin der „Hannoveraner“, Heike Wiele, so ist dort zu lesen, kommentiert einen Bericht über eine abgebrannte Asylunterkunft in Bayern mit folgenden Worten: „Na, konnten unseren steinzeitlichen Neubürger noch nicht mit Feuer umgehen?“ Den Beitrag über einen Jugendlichen in Belgien, der angeblich auf offener Straße ein arabisches Hasslied singt, kommentiert Wiele mit den Worten: „Was für ein kleiner Pisser ...“. Helge List, der Kandidat der „Hannoveraner“ für Badenstedt-Davenstedt, erklärt zu dem gleichen Beitrag: „Da fällt mir nur eins zu ein. Ungeziefer und Schädlinge werden zertreten oder anders bekämpft.“

Parteichef Jens Böning erklärte auf Nachfrage, es handele sich nicht um Äußerungen im Namen der „Hannoveraner“. Die Statements der beiden seien „etwas emotional“ gewesen. Der Parteivorstand werde demnächst mit beiden Kandidaten persönliche Gespräche führen.

Zweifelhaft sind derweil nicht nur die verbalen Entgleisungen der Kandidaten seiner Partei, sondern auch die Gesellschaft, in der sie sich bei „Hannover passt auf“ befinden. Zu dem Zusammenschluss gehören auch Mitglieder der Hells Angels, Fußball-Hooligans und der Gründer einer sogenannten Bürgerwehr. Jürgen Alenberg und Helge List nahmen zudem am Sonnabend an der Demonstration der islamfeindlichen Gruppierung „Bürgerprotest Hannover“, der Nachfolgeorganisation der hannoverschen Pegida-Bewegung, auf dem Georgsplatz teil.
Inzwischen hat sich die Polizei des Facebook-Falls der „Hannoveraner“ angenommen. Nach Angaben der Behörde hat die zuständige Fachdienststelle bei den Kommentaren auf den ersten Blick keine strafrechtlichen Handlungen feststellen können. „Das bewegt sich in einem Graubereich“, sagt ein Sprecher der Polizeidirektion. Der Vorgang werde aber jetzt bearbeitet und dann zur abschließenden Prüfung an die Staatsanwaltschaft übergeben.     

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