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Aus der Stadt Notaufnahme schickt Patienten in Arztpraxen
Hannover Aus der Stadt Notaufnahme schickt Patienten in Arztpraxen
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21:17 30.03.2017
Von Mathias Klein
Die Wartezeiten in den Notaufnahmen der Krankenhäuser in Hannover sind oft lang. Quelle: Jan Philipp Eberstein
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Hannover

Von April an gelten neue Regelungen für die Notaufnahmen von Krankenhäusern. Künftig sollen dort nur noch Patienten behandelt werden, die tatsächliche Notfälle sind. Das Kinderkrankenhaus Auf der Bult hat jetzt angekündigt, alle anderen Patienten in die Praxen von Kinder- und Hausärzten zu schicken. Der ärztliche Direktor der Kinderklinik, Thomas Beushausen, begründet dies mit einer starken Zunahme von Patienten, die in die Notaufnahme kommen, obwohl es sich nicht um Notfälle handelt.

In den vergangenen Jahren habe sich in diesem Bereich vieles verschoben, meint Beushausen. „Oft kommen die Eltern mit den Patienten zu uns, ohne vorher zum Kinder- oder Hausarzt zu gehen“, berichtet der Kindermediziner. Er schätzt, dass das Kinderkrankenhaus von den jährlich 18 000 Notfallpatienten in seiner Klinik rund 7000 zu den niedergelassenen Kinderärzten umleitet. Zu Zeiten, in denen Arztpraxen geschlossen sind, will das Krankenhaus aber weiter alle Patienten behandeln.    

Die neuen Regeln gelten auch für die Notaufnahmen der anderen Kliniken, sagte der stellvertretende Geschäftsführer der Niedersächsischen Krankenhausgesellschaft, Marten Bielefeld. Von den niedersachsenweit eine Million Patienten pro Jahr in den Notaufnahmen gehöre ein Drittel nicht dorthin. „Der Weg, den die Bult geht, ist vorbildlich“, betonte er. Für die Einschätzung, ob es sich um einen Notfall handelt oder nicht, sollen Kliniken eine sogenannte Abklärungspauschale von 4,74 Euro pro Fall erhalten.

Niedersachsens Gesundheitsministerin Cornelia Rundt (SPD) äußerte sich auf Anfrage nicht direkt zu der Regelung des Kinderkrankenhauses. Die beste Lösung sei die Anbindung einer ambulanten Praxis am Standort des Krankenhauses, meinte sie. „Wichtig ist mir, dass ein Krankenhaus auf jeden Fall sicherstellt, dass tatsächliche Notfälle angemessen und schnell behandelt werden“, erläuterte sie.

Schnellere Hilfe vom Psychotherapeuten?

Auch für Psychotherapeuten gelten ab April neue Regeln. Da Patienten oft lange Wartezeiten in Kauf nehmen müssen, sollen Psychotherapeuten zwei Stunden pro Woche für akute Fälle zur Verfügung stehen.

Außerdem müssen psychotherapeutische Praxen mindestens 200 Minuten pro Woche telefonisch erreichbar sein. Viele Therapeuten lehnen das als praxisfern ab und fordern eine Überprüfung.

Ab Juli sollen außerdem Online-
 Videosprechzeiten finanziell gefördert werden. Damit soll die wiederholte persönliche Vorstellung von Patienten in der Praxis ersetzt werden.     

In der Notaufnahme der Medizinischen Hochschule (MHH) stehen bereits seit 2013 Hausärzte zusätzlich zu den Fachärzten zur Verfügung, dort bleibt alles wie bisher. Auch die Diakovere-Kliniken wollen keine Patienten wegschicken und verweisen auf die Konsequenzen, sollten lebensbedrohliche Erkrankungen nicht erkannt werden. Das Regionsklinikum dagegen will leichte Erkrankungen nicht mehr in den Kliniken behandeln     

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