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Aus der Stadt Die Kunst im Herzen der Stadt trägt Zifferblatt
Hannover Aus der Stadt Die Kunst im Herzen der Stadt trägt Zifferblatt
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10:35 27.05.2015
Nach einer modernen Zwischenlösung weihte Oberbürgermeister Herbert Schmalstieg 1977 die neue, alte Uhr ein. Quelle: Wilhelm Hauschild
Hannover

Sie ist Begegnungsstätte, Erinnerungsort, Identitätsstifter, ein Ort, an dem sich Liebespaare in die Arme fallen und Geschäftsleute Visitenkarten austauschen, ein Uhr gewordener Stadtkern, der am Montag zum Treffpunkt von Fußballfans wurde. Osssy Pfeiffer, Dete Kuhlmann und Anca Graterol sangen zum Klassenerhalt von Hannover 96 „Alte Liebe“ - sogar direkt in der Uhr. Die Kröpcke-Uhr selbst feiert erst am Sonntag.

Vor 130 Jahren wurde sie als Wettersäule gebaut (siehe Kasten). Vor 20 Jahren hatte der Künstler Joy Lohmann die Idee, wie man den zunehmenden Vandalismus an der Uhr einschränken könnte: Die Uhr selbst sollte zu einem Ort der Kultur werden. „Mich fasziniert bis heute die Uhr als konsumfreier Ort im Mittelpunkt der Stadt“, sagt Lohmann. Sie wurde von Bürgern für Bürger geschaffen. „Das ist für mich die Motivation, dort nicht nur die ganz große Kunst auszustellen, sondern ihre ganze Vielfalt.“ Die Kröpcke-Uhr, die seit zehn Jahren vom Verein Kulturraum Region Hannover betreut wird, hat in den vergangenen 20 Jahren tatsächlich viel Kultur erlebt.

In ihr stellten Künstler ihre Werke aus, es gab bunte Installationen, und der ehemalige WM-Beauftragte der Stadt, Klaus Timaeus, spielte in ihr Fußball. Die Uhr wurde mit Wasserrohren zum Tag des Wassers eingerüstet und von Strickkünstlern mit einer Mütze bedacht. Es gab sogar Künstler, die in der Uhr geduscht haben. Erst kürzlich hat die HAZ mit Lohmann und der Stadt sogenannte Liebesschlösser in der Uhr ausgestellt. Paare wurden zu einem Sekt eingeladen. Am Sonntag möchte Lohmann weitergehen: „Es darf in der Uhr auch symbolisch geheiratet werden.“

Die Uhr am Kröpcke war stets Ort des Experiments. 1995 ließ Lohmann elf Tonnen Erde am Kröpcke aufschütten. Er baute einen Stadtwald nach und pflanzte in und auf der Uhr echte Kartoffeln. „Das war weit vor Bewegungen wie Urban Gardening“, erinnert sich der Künstler, der zum Fest das Projekt öffnen möchte. Unter www.kroepcke.de soll eine Kultur- und Kommunikationsplattform entstehen, auf der sich Bürger über künftige Aktionen in der Uhr verständigen können. „Wir möchten so die Gelegenheit geben, Ausstellungen im Wahrzeichen mitzugestalten“, sagt Lohmann.

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