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Das sind die Leinestern-Gewinner

Ehrenamtspreis Das sind die Leinestern-Gewinner

Die HAZ-Leser haben die Gewinner des Ehrenamtspreises Leinestern 2017 gekürt. Otto Stender (Leseverein Mentor), Alfred und Christiane Dröse (Verein Down-Syndrom/Mittendrin) und Klaus Grupe (bauhof Hemmingen) haben bei einer Festgala den Ehrenamts-Oscar erhalten. Dabei gab es auch mahnende Worte.

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Sie haben Hannovers Ehrenamts-Oscars gewonnen (v. li.): Das Ehepaar Alfred und Christiane Dröse (Verein Down-Syndrom/Mittendrin), Klaus Grupe (Bauhof Hemmingen) und Otto Stender (Mentor - Die Lesesernhelfer) mit den Bronzefiguren von Künstlerin Ulrike Enders.

Quelle: Tim Schaarschmidt

Hannover. Preisträger Otto Stender, Gründer des bundesweit erfolgreichen Leselernhelfervereins Mentor, hielt bei der Gala vor fast 250 Gästen eine bewegende Ansprache darüber, wie "die Herkunft und das Versagen der Bildungspolitik" junge Menschen abhängten. "Sie haben das Lesen nicht richtig gelernt, weil zuhause nur ferngesehen wird oder weil in Migrantenfamilien zu wenig deutsch gesprochen wird, und sie bekommen dafür die Höchststrafe: lebenslänglich", sagte Stender. Der von dem ehemaligen Buchhändler gegründete Verein ist mittlerweile in fast 280 Kommunen aktiv und hat etwa 14.000 aktive Unterstützer. Ausgerechnet in Hannover aber gehe die Zahl der Ehrenamtlichen derzeit zurück, bemängelt Stender: "Wir brauchen mehr Menschen, die junge Leute beim Lesen unterstützen."

Der Leinestern ist Hannovers höchste Auszeichnung für Ehrenamtliche, die Gala im Maritim Airport-Hotel gleicht einer Oscar-Verleihung. Der Preis wird seit zehn Jahren in zweijährigem Rhythmus vergeben, organisiert vom Freiwilligenzentrum. Weil die Stiftung der Sparda-Bank das Projekt unterstützt, gab es erstmals 10.000 Euro Preisgeld. "Ehrenamtlichen muss eine Bühne geboten werden", sagte Stiftungsvorstand Andreas Dill: "Ihre Leistung kann gar nicht hoch genug bewertet werden." 

Die HAZ-Leser haben die Gewinner des Ehrenamtspreises Leinestern 2017 gekürt. Otto Stender (Leseverein Mentor), Alfred und Christiane Dröse (Verein Down-Syndrom/Mittendrin) und Klaus Grupe (bauhof Hemmingen) haben bei einer Festgala den Ehrenamts-Oscar erhalten.

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Fast 100 Bewerbungen hatte es in diesem Jahr gegeben, wie immer durften die HAZ-Leser im Frühsommer per Telefonvoting über eine Auswahl abstimmen. Sie wählten in drei Kategorien außer Otto Stender (Kategorie Erziehung und Bildung) das Ehepaar Christiane und Alfred Dröse (Kategorie Soziales und Mildtätiges), die die Vereine Down-Syndrom Hannover und Mittendrin Hannover gegründet haben, sowie Klaus Grupe (Kategorie Kunst und Kultur), der das Kulturzentrum Bauhof Hemmingen aufgebaut hat. Es gebe "kein besseres Signal für Demokratie als ehrenamtlicxhes Engagement", sagte Grupe: "Nicht meckern, sondern machen" sei das Motto des Bauhof-Teams, das seit 20 Jahren hochkarätige Kultur und Kleinkunst in Hannovers Nachbarstadt holt. 

Christiane Dröse berichtete davon, wie viel Lebensfreude es vermittele, wenn man Menschen mit Behinderung helfe. Das Paar hat selbst einen Sohn mit Down-Syndrom. Eine Inklusionspause, wie sie in der Politik derzeit diskutiert werde, sei "indiskutabel", sagte Alfred Dröse auf Nachfrage von Moderator Jan Sedelies. "Sie können meinem 18-jährigen Sohn doch jetzt nicht sagen: ,Du kriegst jetzt keinen integrativen Arbeitsplatz, weil wir eine Integrationspause machen´", sagte Dröse unter Applaus. Vielmehr müsse das Budget für Inklusion aufgestockt werden. 

Jürgen Gundlach, Vorsitzender des Freiwilligenzentrums, forderte das Publikum auf, die Idee des Ehrenamts "in die Welt zu tragen und viele Menschen dafür zu gewinnen: Ohne freiwilliges Engagement wäre unsere Welt ärmer, sogar armselig". Oberbürgermeister Stefan Schostok lobte als Schirmherr, freiwillige Helfer gäben "der Stadt und der gesamten Region ihr freundliches Gesicht". 

Sechs weitere Auszeichnungen erhielten Marion Straschewski (Seelzer Brotkorb), Peter Gärtner (Südstädter Komöd´chen), Monika Dehmel (Politik zum Anfassen), Helmut Werner (Döhrener Verein Farbe bekennen), Jasmin Mittag (Kulturprojekte bei Radio Leinehertz) und Sabine Hartmann (Musikpatenschaften der Bürgerstiftung). Einen Sonderpreis sprach die Jury, der unter anderem Volker Müller (Unternehmerverbände) und Michael Vieregge (Concordia Stiftung) angehörten, Karin-Helke Krüger von der Kaiserschnittstelle zu. Die Preise sind zwischen 500 und 1500 Euro gestaffelt. 

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