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Aus der Stadt Die Messe der Ideen: Infa in Hannover
Hannover Aus der Stadt Die Messe der Ideen: Infa in Hannover
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22:18 15.10.2010
Dieser Hut steht ihr gut: Marion Wiegmann vom Mützen- und Huthersteller „Mut zum Hut“ zeigt ihre Modelle auf der Infa. Quelle: Rainer Surrey

Ein wenig ärgerte sich Stephan Schubert vom Möbelhandel Saphir dann doch. Aus Münster hat er zur Lifestyle-Messe „Lebensart“ der 57. Infa auf dem Messegelände extra einen schweren Konferenztisch nach Hannover gebracht. Es ist ein besonderer Tisch, denn die Oberfläche ist aus der Tragfläche eines McDonnell F-4 Phantom II gefertigt – ein Jagdflugzeug der sechziger Jahre. Doch so besonders das Ausstellungsstück für 6500 Euro ist, die Besucher der am Samstag um 10 Uhr beginnenden Messe werden den Tisch nicht zu Gesicht bekommen. Er bleibt im Messelager. „Es ist kein Platz mehr“, sagt Schubert. So stellt er seit Freitag lieber Tische mit Triebwerk-Ständer aus, präsentiert 60 Kilo schwere Champagnerkübel aus Sterlingsilber, Schleudersitze und ein Fernrohr, das einst auf dem Großglockner stand. „Unsere Angebote sind sehr exklusiv“, sagt Schubert fast entschuldigend.

Dabei passt Schuberts Sortiment gut zum Angebot der Infa, der beliebten Freizeitmesse der Heckmann GmbH. Es sind edle und mitunter exotisch wirkende Waren, die die erwarteten 200.000 Besucher ab Samstag entdecken können. Die 1200 Aussteller aus 40 Ländern präsentieren bei der größten Verbrauchermesse Deutschlands neun Tage lang in sieben Messehallen Möbel, Schmuck, Kunstgegenstände und vieles mehr. Aber vor allem packten sie am Freitag schnell zwischen Kartonstapeln und Teppichbergen ihre persönlichen Ideen aus.

So zeigt Marion Wiegumm aus Celle ihre Hüte und Mützen, für die sie sich von den sogenannten „goldenen“ zwanziger Jahren inspirieren ließ, Michael Krebs verkauft schon jetzt Christbaumschmuck aus dem Thüringer Wald, und Porzellan-Experte Walter Garbs ist stolz auf eine Teekanne aus Meißen mit vergoldetem Griff und von Hand aufgesetzten Schneeballblüten. „Ein Prachtstück“, sagt Garbs. Die Kanne für 45.000 Euro ist auf 50 Exemplare limitiert. Ein Küchenutensil, das wahrlich auffällt.

Auffallen könnte auch das Motto der gesamten Messe sein. So wirbt Heike Schindler vom Küchenausstatter Weitz in diesem Jahr für Brotdosen in Modefarben wie violett und mintgrün, Robert Gebhards Galerie März lockt mit Schmuckunikaten, und beim Klavierhaus Döll richtet sich der Klavierpreis am Sonntag nach dem Körpergewicht der Käufer.

Auch in den anderen Hallen der Infa geht es um einen für den Verbraucher fruchtbaren Wettbewerb der Innovation. In der Halle 25 werben ganze Länder beim „Basar der Nationen“ um die Gunst der Besucher. Es gibt edle Glasschalen aus Vietnam, kuschelige Ziegenflaummäntel aus Russland und bunte Tücher aus Indien. Mittendrin steht die Piazza Italia. Dort gibt es zum ersten Mal bei der Infa echte italienische Pizza. In der Halle 24 bieten Ökobetriebe Bioprodukte und Wellnessreisen an, in der Halle 22 können Kunden zwischen weihnachtlichen Lichtbögen wählen und in Halle 21 geht es ums Bauen, Renovieren und Energiesparen.

Infa, das merkt der Besucher spätestens bei der Energiesparhausausstellung von Peter Mahrholdt vom Informationsdienst Holz, ist eben Vielfalt. Die ehemalige Hausfrauenmesse ist längst eine Messe für die ganze Familie. Darum passt auch die am 23. Oktober startende Infalino ins Programm, eine Babymesse samt Kinderfest am nächsten Wochenende. Auf der Verbrauchermesse scheint alles möglich zu sein. Da gibt es ungeschwefelten Ingwer und riesige Engelsstatuen, da liest am Montag Krimi-Autorin Leonie Swann und am Mittwoch singt DDR-Ikone Achim Mentzel. Und so zeigt Möbelexperte Schubert Besuchern sicher auch seinen Tragflächentisch im Lager.

Jan Sedelies

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