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Hannovers Narren eröffnen die fünfte Jahreszeit

Karnevalisten im Neuen Rathaus Hannovers Narren eröffnen die fünfte Jahreszeit

Pünktlich um 11.11 Uhr haben die hannoverschen Narren am Sonnabend das Neue Rathaus gestürmt – und haben damit die Karnevalssaison eröffnet. Auch Hannover 96 und Donald Trump waren vor den Scherzen der Narre nicht sicher.

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Empfang des Prinzenpaares im Rathaus.

Quelle: Kutter

Hannover. Nun ist’s also wieder mal so weit. Die Narren haben in Hannover die Macht übernommen. Dieses Wochenende bis Aschermittwoch. Wer am Samstagvormittag unter den vielen hundert Gästen in der Halle des Neuen Rathauses weilt, wird Zeuge, wie der bürgerliche Bürgermeister Thomas Hermann den Goldenen Stadtschlüssel an seine Tollität Prinz Rüdiger I. (im früheren Leben Rüdiger Schwertz geheißen) und Prinzessin Nora I. (ehemals Nora Henjes) überreicht. Doch was tun mit der Macht, wenn man sie denn wirklich hätte für die nächsten dreieinhalb Monate?

Beginn der Karnevalssaison im Neuen Rathaus.

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Das närrische Volk ist sich uneins über den künftigen Kurs. „Ich würde verbieten, dass 96 in der 2. Liga bleibt“, sagt Jeck Christian Keßler (42) von der Funkenartillerie Blau-Weiss Döhren. „Man sollte permanent Shuttlebusse vom Schützenplatz in die Innenstadt pendeln lassen, um die Autos aus dem Zentrum zu verbannen“, meint der Blau-Weiß-Buchholzer Edward Bujanczyk (64). Einige Karnevalisten haben kein Problem damit, den nicht ganz so närrischen Hannoveranern den Frohsinn zu verordnen. „Ich würde allen Leuten verbieten, griesgrämig herumzulaufen“, erklärt Karsten Kny (46) von der Döhrener Funken-Garde. Und Gabi Wiegel (62), seit ihrem 7. Lebensjahr dem Faschingswesen verbunden, schlägt den Bogen noch weiter: „Wir sollten verfügen, dass alle Leute gute Laune haben.“

Weil das mit der guten Laune für alle nicht so schnell umzusetzen ist, bleibt man erst mal unter sich. Los geht’s um 9.11 Uhr, im Gewölbekeller des Rathauses, wo der Hannoversche Carneval Club und die Funkenartillerie Blau-Weiß ihre Prinzen küren. Rüdiger und Nora haben viel zu tun, in ständigem Umlauf sind Fasanenfedern, Orden und Wangenküsse. „Wir freuen uns auf eine ausgelassene Session“, sagt Blau-Weiß-Präsident Martin Weber mit ernster Stimme. Der Tusch wird eingespielt, elektronisch. Die Live-Kapellen konzentrieren sich auf die richtigen Lieder. Die zum Mitsingen, Marschieren und Schunkeln.

Im Gleichschritt ins Rathaus

Kinderprinz Keno-Noel Böhme I. ist 9 Jahre jung, seine Schwester Lara-Marie I. erst 7. Bei ihnen ist die Chance groß, dass sie niemals Nachfolger gleichen Namens haben werden. Nicht so wie Wolfgang, von dem es schon vier gab in Hannover. Oder wie Anja II. Keno-Noel hat einen erfrischend kurzen Wortbeitrag vorbereitet: „Wir müssen eine Rede halten, und unsren ganzen Charme entfalten.“ Das war’s. Prinzessin Lara-Marie bringt ihr Volk mit einem Knicks zum Lächeln.

Kurz vor elf ergießt sich ein Bandwurm von Fanfaren schmetternden, im Gleichschritt marschierenden und Arme schwingenden Frohnaturen in die Rathaushalle. Der Zug von gut einem Dutzend Karnevalsvereinen aus Hannover und Umgebung war den frostigen Temperaturen vom Alten bis zum Neuen Rathaus ausgesetzt – wer will die schmucke Uniform schon unterm Anorak verbergen? Dann, zum Auftakt des Stadtschlüssel-Tauschs, spricht Joachim Meyer, Präsident des Komitees Hannoverscher Karneval. Es sei 11.11 Uhr, behauptet er. Und das um 11.20 Uhr. Aber egal – wir haben ja auch schon den 12. November, nicht erst den 11.11.

Kurz darauf feiern die Jecken die Machtübernahme auf ihre Weise. Im Allerheiligsten Hannovers. Mit Tanzmariechen und Gardetänzern. Mit Pauken und Trompeten. Und viel Hallo und viel Helau.

Bei solch fachkundigem Publikum muss noch eine Frage erlaubt sein: Welches war die größte Narretei, die den Karnevalisten in jüngster Zeit untergekommen ist? „Dass Donald Trump zum US-Präsidenten gewählt wurde“, fällt Brita Jaspers (49) spontan ein. Funkenartillerie-Vereinsfreund Rudolf Freise (80) steuert einen Reim bei: „In Hannover wird geschunkelt, in Amerika getrumpelt.“ Die vielen Millionen Dollar, die US-Wahlkämpfe verschlingen, könne man doch sicher sinnvoller investieren, meint Funken-Gardist Ralf Döring (49). Und weil Kinder und Narren die Wahrheit sagen, werden die drei Karnevalisten wohl Recht haben.

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