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Aus der Stadt Welches Land wollen wir sein?
Hannover Aus der Stadt Welches Land wollen wir sein?
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00:16 09.06.2017
Moderator ist HAZ-Redakteur Jan Sedelies. Iyabo Kaczmarek, freie Kulturwissenschaftlerin und Prof. Christian Pfeiffer, Kriminologe und ehemaliger Justizminister. Quelle: Samantha Franson
Hannover

Ansichten, die auf einen Bierdeckel passen, gelten gemeinhin als wenig kompromissbereit. Und doch finden Stammtischparolen auch in demokratischen Ländern wie Deutschland weit über den begrenzten Horizont populistischer Kreise hinaus Gehör. In der Initiative „Offene Gesellschaft“ engagieren sich bundesweit Bürger für einen politischen und gesellschaftlichen Meinungsaustausch, der sich für die Demokratie und das Grundgesetz stark macht.

Welches Land wollen wir sein?

Am Dienstagabend lud die vom Freundeskreis Hannover unterstützte Initiative im Landesmuseum zur zweiten von vier Debatten zum Thema: „Welches Land wollen wir sein?“ Auf dem jedem Besucher offenen Podium diskutierten unter anderem der Kriminologe Christian Pfeiffer und die Kulturschaffende Iyabo Kaczmarek über das Recht auf die freie Entfaltung der Persönlichkeit. Auch die Themen Flucht, bedingungsloses Grundeinkommen, die Rolle der Vereine bei Integration und Cybermobbing werden besprochen. Melden darf sich jeder, der etwas zu sagen hat. Wie bei einem Stammtisch, und doch ganz anders.

Ich möchte in einem Land leben, in dem...

Gleich am Einlass bekommt jeder der rund 100 Besucher einen Bierdeckel und einen Bleistift in die Hand gedrückt. „Ich möchte in einem Land leben, in dem...“, steht über einer weißen Fläche, die es mit positiven Visionen und Wünschen auszufüllen galt. „Ich möchte in einem Land leben, in dem jeder frei sein und sein Glück finden kann“, notiert sich die 43-jährige Marina L. Als Migrantin fühlt sich die arbeitslose Diplom-Ökonomin von dem Debattierangebot der „Offene Gesellschaft“ angesprochen. „Ich möchte in diesem Land ohne Anfeindungen leben“, erzählt sie. Unter denjenigen, die heute Abend selbst auf das Podium steigen und zum Mikrofon greifen, sind längst nicht nur die Mitglieder des Freundeskreises oder Vertreter der Stadtgesellschaft, die auch zahlreich vertreten sind. Auch der gelernte Maschinenschlosser Hans Braatz (70) meldet sich zu Wort. „Es wird zu wenig über die gesprochen, die kein Abitur oder Studium haben. Auch die sollten eine Chance haben, eine Arbeit zu bekommen“, findet er.

Hannoveraner bereit zum Dialog

„Dass heute Abend wieder so viele gekommen sind, beweist, dass es in Hannover viele Menschen gibt, die aus der Komfortzone austreten und mitgestalten wollen“, zeigt sich Matthias Görn , der Erste Vorsitzende des Freundeskreis Hannover, zufrieden mit dem bisherigen Verlauf der Debattierreihe, die eine Art Stammtisch für die Demokratie sein soll. 2016 von dem lange in Hannover lehrenden Sozialpsychologen Harald Welzer gegründet, organisiert die „Offene Gesellschaft“ bis zur Bundestagswahl deutschlandweit Hunderte Veranstaltungen mit dem Ziel, Menschen für Demokratie, Freiheit und Rechtstaatlichkeit zu sensibilisieren.

   

Info

Am Sonnabend, 17. Juni, findet auf dem Opernplatz und mindestens drei weiteren Standorten im Stadtgebiet der „Tag der Offenen Gesellschaft“ statt. Die Initiative lädt in der Stadt ab 12 Uhr alle Bürger ein, bei Musik und Programm gemeinsam an einer großen Tafel zu Essen und miteinander ins Gespräch zu kommen. Weitere Informationen unter www.die-offene-gesellschaft-de.

Mario Moers

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