Als Reaktion auf das geringe Briefaufkommen in den Sommermonaten legt die Post auch in Hannover noch bis Ende August an Montagen Zustellbezirke zusammen, sodass die Briefträger größere Bereiche abzuarbeiten haben. Außerdem hält das Unternehmen bestimmte Werbesendungen in Absprache mit den Auftraggebern einen Tag zurück.
„Die Mitarbeiter stottern in dieser Zeit Überstunden oder Urlaubstage ab“, sagt ein Post-Sprecher. Die Briefsendungen kämen in jedem Fall am geplanten Tag, nur unter Umständen bis zu ein paar Stunden später als sonst. Das kann beispielsweise auch für Zeitungen und Zeitschriften gelten.
In anderen Teilen Deutschlands lässt die Post darüber hinaus die montägliche Spätschicht in den Briefverteilzentren ausfallen. Diese Maßnahme trifft 15 der 82 Zentren in der Republik. Die Region Hannover wird von dieser Maßnahme jedoch nicht berührt. Die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di sieht die Maßnahmen indes kritisch. „Dadurch, dass die Bezirke größer geschnitten werden, steigt an den Montagen natürlich die Belastung für die Zusteller“, sagt Jürgen Wolf, zuständiger Fachbereichsleiter bei ver.di. „Zudem ist der Stress an den Dienstagen größer, weil montags Sendungen zurückgehalten werden.“
Wolf hofft, dass die Post die Sparmaßnahmen „nicht als Laborversuch“ sieht – und in diesem Zuge feststellt, welche Dienstleistungen sie in Zukunft abbauen kann. „Sonst wird demnächst an bestimmten Tagen nicht mehr alles zugestellt.“ Die Post denkt zunächst einmal darüber nach, die Maßnahme im nächsten Sommer zu wiederholen. Seit einiger Zeit kämpft der Konzern mit einem erheblichen Rückgang auf dem Briefsektor. Auch durch den verstärkten Einsatz von E-Mails werde der Markt kleiner, heißt es bei der Post. In diesem Jahr sei die Situation aufgrund der Wirtschaftskrise noch einmal angespannter.
Auf all diese Entwicklungen kann das Unternehmen seit dem vergangenen Jahr flexibler reagieren, seit die sogenannte Post-Universaldienstleistungsverordnung ausgelaufen ist. Seither ist nicht mehr geregelt, was die Post wann zuzustellen oder wo sie Briefkästen aufzuhängen hat. „Die Post ist an nichts mehr gebunden“, sagt Gewerkschafter Wolf. Damit habe sie auch beim Sparen wesentlich größere Möglichkeiten.
HAZ.de Anmeldung
Kommentare
Wirklich spät .... Anna Schreiber – 04.08.09
Bei uns kam gestern am Montag die Post um 17.30 Uhr. Bzw. da lag die Post auf dem Treppenabsatz und nicht im Briefkasten. Dies ist wohl der neue Service der Post.Sparen auf Kosten der Mitarbeiter. Die Briefträger/innen kam man nur bedauern.
Noch später? LD-50 – 01.08.09
Oh ja, ich kann mich durchaus noch an Zeiten erinnern, als die Post selbst bei eher ungünstigen Witterungsverhältnissen spätestens um 8 Uhr morgens im Briefkasten lag.Und ich kann mich auch an das kürzlich zurückliegende Ereignis erinnern, als die Post erst um 16 Uhr zugestellt wurde ("normal" ist jetzt zwischen 12 und 14 Uhr). Nebst anderen Dingen wie eine deutliche Zunahme beschädigter oder nicht zugestellten Briefsendungen, um noch ein paar "Leistungsmerkmale" des "Serviceunternehmen" DPAG aufzuführen. Selbst die posteigene Werbepostille "Einkauf Aktuell" landet neuerdings nicht mehr im, sondern vor dem Briefkasten...von den vielzähligen anderen Serviceeinschränkungen, die die DPAG seit ihrer "Privatisierung" eingeführt hat ganz zu schweigen.
Ach ja - erhöht die Post nicht demnächst das Briefporto?
Sicher nicht Christian – 31.07.09
Ich glaube kaum, dass wir auf Email SMS und Co ausweichen wegen der schlechten Post... Schönes WochenendeKundendienst Willi O. – 31.07.09
Der Kundendienst aller Postzusteller wird immer schlechter, warum lässt man sich das gefallen?Montags soll die Postpost später kommen, der Zusteller der Citypost schmeisst unsere Post gerne irgendwo in der Siedlung in irgendeinen Briefkasten und so weiter. Kein Wunder, wenn mehr und mehr Kunden auf andere Kommunikationswege ausweichen (eMail, SMS, etc.).