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Aus der Stadt Die Rolle der Polizei Hannover im Dritten Reich
Hannover Aus der Stadt Die Rolle der Polizei Hannover im Dritten Reich
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00:21 06.05.2015
Von Tobias Morchner
Hannovers Polizeipräsident Volker Kluwe zwischen Exponaten der Ausstellung „Ordnung und Vernichtung“, die am Montag eröffnet wird. Quelle: Michael Thomas
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Hannover

Zentraler Bestandteil der Schau ist das Hauptgebäude der Behörde an der Waterloostraße. Der Bau aus dem Jahr 1903 diente im Dritten Reich unter anderem als Sitz der Gestapo und war später die kriminalpolizeiliche Leitstelle. „Die Polizei in Hannover war zwischen 1933 und 1944 eine wesentliche Stütze des NS-Regimes. Wir öffnen unsere Pforten für die Öffentlichkeit für eine ernsthafte Auseinandersetzung mit unserer Vergangenheit und der Liegenschaft“, sagt Hannovers Polizeipräsident Volker Kluwe.

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Die Polizei Hannover setzt sich zum ersten Mal intensiv mit ihrer Roller während des Dritten Reiches auseinander. Die umfangreiche Ausstellung „Ordnung und Vernichtung“ ist in den Räumen der Polizeidirektion an der Waterloostraße zu finden.

Verschiedene Exponate der Ausstellung belegen die Verstrickungen der Polizisten in die Machenschaften der Nationalsozialisten. So waren Beamte aus Hannover unter anderem an der Verfolgung von Juden in der heutigen Ukraine beteiligt. Personalakten aus der Zeit, die in den historischen Räumen der Polizeidirektion zu sehen sind, belegen das. Wie sehr die Verstrickungen der Polizeidirektion in das NS-Regime die Behörde auch nach 1945 beschäftigten, zeigt der Fall Friedrich Pradels. Der Oberkommissar, der nach Kriegsende bei der Fahrdienstbereitschaft der Schutzpolizei eingesetzt war, wurde 1966 vom Landgericht Hannover wegen Beihilfe zum Mord in 3822 Fällen zu sieben Jahren Haft verurteilt. „Pradel war an der Entwicklung der sogenannten mobilen Gaskammern beteiligt gewesen“, sagt der Historiker Dirk Götting, der die Ausstellung mit anderen konzipiert hat. Die Fahrzeuge, die von außen betrachtet einem geschlossenen Kastenwagen des Roten Kreuzes ähnelten, waren so konzipiert, dass die Abgase unmittelbar vom Auspuff in den von der Fahrerkabine abgetrennten Innenraum des Wagens geleitet wurden. Der erste sogenannte Gaswagen wurde im KZ Sachsenhausen erprobt.

Ausstellungstipp

Die Ausstellung „Ordnung und Vernichtung – die Polizei im NS-Staat“ ist von heute an bis zum 14. Juni in den Räumen der Polizeidirektion an der Waterloostraße zu sehen. Die historischen Räume der Behörde sind dienstags, mittwochs und sonntags jeweils zwischen 15  und 18 Uhr geöffnet. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Die Polizei bietet darüber hinaus Gruppenführungen für maximal 25  Personen an, die an den Vormittagen stattfinden. Dafür und für die Abendveranstaltungen (siehe Text unten) ist eine Anmeldung unbedingt erforderlich – per E-Mail an ­webmaster@pd-h.polizei.­niedersachen.de oder telefonisch unter (05 11) 1  09 10 45 oder 1 09 10 49.  

Das Programm

Mit einem umfangreichen Abendprogramm mit Vorträgen und Diskussionen jeweils donnerstags ab 18.30 Uhr wird die Ausstellung der Polizeidirektion an der Waterloostraße vervollständigt. Eine Anmeldung für die Veranstaltungen ist erforderlich.

  • 7. Mai: „1933 und die Folgen für die Polizei“
  • 21. Mai: „Personelle Kontinuitäten nach 1945 am Beispiel von Walter Zirpins, dem Leiter der Kripo Hannover“
  • 28. Mai: „Über die Einsätze der Polizeibataillone im Dritten Reich“
  • 4. Juni: „Rolle der Kriminalpolizei bei der Verfolgung der Sinti und Roma“
  • 9. Juni: „Furchtbare Polizisten? Der Weg zur Bürgerpolizei nach 1945“   
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