Liebe Teresa Enke, liebe Leila,
liebe Familie,
liebe Hannover-96-Mannschaft,
lieber Herr Löw,
liebe Spieler der Nationalmannschaft,
liebe 96er Fans,
sehr geehrter Herr Ministerpräsident Wulf,
sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Weil,
sehr geehrter Herr Dr. Zwanziger,
Robert Enke wird nie wieder in dieses Stadion kommen – an den Ort, an dem er mit seiner unnachahmlichen Art unser Herz erobert hat.
Als Sportler, als Leistungsträger und als Kapitän unserer Mannschaft hat er mit seiner Reaktionsschnelligkeit und spektakulären Paraden viele Bundesliga-Punkte erkämpft. In so mancher Saison hat er damit die Gefahr des Abstiegs gebannt.
Von hier aus konnte Robert Enke auch das höchste sportliche Ziel eines Fußballspielers erreichen: Torhüter der Nationalmannschaft zu werden.
Doch es war nicht nur die Leistung, die Robert Enke bei uns so beliebt gemacht hat. Es war der Mensch Robert Enke, der Charakter, seine Persönlichkeit.
Ob als Mannschaftskapitän von Hannover 96 oder im Team von Yogi Löw, Robert Enke hatte nur Freunde. Freunde aufgrund seiner Natürlichkeit, seiner Bescheidenheit und seiner Herzlichkeit und darüber hinaus den Respekt aller bis hin zu den einflussreichsten Menschen aus Politik, Wirtschaft und Sport.
Robert, du warst unsere Nummer 1, im echten Sinne des Wortes der tägliche Beweis, dass es im Fußball auch viel Gutes, Herzliches, Persönliches und Warmes gibt.
Du hast uns mit Teresa auch an deinem Privatleben teilhaben lassen, an deiner Freude – ich erinnere mich an deine Freude über die Nachricht deiner Berufung in die Nationalmannschaft.
Genauso zeigtest du uns aber auch deine untröstlichen Schmerzen nach dem Verlust eurer Tochter Lara.
Deshalb sind unsere Herzen so schwer, deshalb marschierten 50.000 Menschen zu deiner Ehre durch deine Stadt zu deinem Stadion.
Nur ganz wenigen Menschen wird eine derartig hohe Anerkennung ihrer beruflichen Leistungen, ihrer charakterlichen Qualitäten und ihrer menschlichen Wärme zu Teil. Robert Enke war eine herausragende Persönlichkeit des deutschen Fußballsports.
Und dennoch – und darin liegt die Tragödie – hat dir eine heimtückische Krankheit das Herz gebrochen, hat dich auf schreckliche Weise von uns gerissen, aus deiner Familie, aus deiner Mannschaft, aus deinem Stadion.
Unser Entsetzen ist überall spürbar. Die marternde Frage geht allen durch den Kopf: Warum ist es so gekommen?
Auch ich kann eine Antwort nicht geben, es ist die Ohnmacht, die mich – ja uns alle – so hilflos macht. Deshalb ist es für mich ein Trost, dass wir das Glück hatten, mit einem solchen Menschen zusammenarbeiten zu dürfen. Es war ein Geschenk, dass Robert Enke einer von uns war – leider viel zu kurz.
In unseren Herzen wirst du aber immer weiterleben als ein Mensch schönster Erinnerungen.
Vielleicht ist dies, liebe Teresa, auch ein Trost für sie und ihre Familie.
mb