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Aus der Stadt Müllsäcke kommen künftig direkt per Post
Hannover Aus der Stadt Müllsäcke kommen künftig direkt per Post
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16:59 31.08.2017
Künftig soll es keine Gutscheine mehr geben. Quelle: Rainer Surrey
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Hannover

Damit wird das umstrittene Gutscheinsystem abgeschafft. Bisher erhalten die Bürger, die sich nicht für die Tonnenabfuhr entschieden haben, per Post Gutscheine, die dann in Einzelhandelsgeschäften gegen Säcke eingetauscht werden müssen. Die neue Regelung soll ab dem Jahr 2019 gelten. Die noch erforderliche Zustimmung der Regionsversammlung gilt als sicher.

Der direkte Versand der Säcke kostet nach Aha-Berechnungen insgesamt rund 636000 Euro, das sind fast 200000 Euro weniger, als die Kosten für den Versand der Gutscheine und der anschließenden Verteilung der Säcke. Bisher fallen pro Jahr rund 322000 Euro für den Verlust von Gutscheine an. Nach Angaben von Unternehmenssprecherin Helene Herich meldeten sich pro Jahr rund 10000 Haushalten, dass bei ihnen der Brief mit den Gutscheinen nicht angekommen sei. "Künftig versenden wir die Säcke im Paket, da können wir dann nachweisen, dass sie beim Kunden sind", sagt die Sprecherin. Bisher waren bis zu vier Gutscheine im einfachen Brief ohne Empfängernachweis verschickt worden.

Mit dem neuen System wird es keine Möglichkeit mehr geben, zwischen 20-Liter-Säcken und 32,5-Liter-Säcken zu wählen. Weil sich die Mehrheit der Sacknutzer für den 20-Liter-Sack entscheidet, will Aha nur den kleineren Müllsack verwenden.

Den Besitzern größerer Wohnanlagen rät der Abfallwirtschaftsbetrieb, am besten auf die Tonnenabfuhr umzustellen. Hausbesitzer hatten sich immer wieder darüber beklagt, dass die Verteilung der Säcke an ihre Mieter zu aufwendig sei. Alternativ könnten sich die Vermieter die Säcke auch zum Beispiel an den Hausmeister oder einen dafür beauftragten Mieter schicken lassen.

Aha hatte auch die Möglichkeit geprüft, die Säcke ohne den Versand von Gutscheinen auszugeben. Das sei aber wegen der dann nötigen Listen mit den Aha-Kunden oder einem Zugriff auf das Datensystem des Abfallwirtschaftsbetriebs nicht kundenfreundlich und zu teuer.

Der von vielen Bürgern geforderte freie Verkauf der Restabfallsäcke, wie schon in früheren Jahren, ist seit dem Oberverwaltungsgerichtsurteil nicht mehr möglich. Denn das Gericht hatte ein einheitliches Gebührensystem für die Nutzer der Tonnen- und der Sackabfuhr vorgeschrieben.

Der Versand der Gutscheine hatte in den vergangenen Jahren bei zahlreichen Bürgern immer wieder für Ärger gesorgt. Sie hatten sich unter anderem über weite Fahrstrecken zu den Ausgabestellen beklagt, die die Gutscheine gegen Säcke eintauschen. Außerdem gibt es Unmut darüber, dass die Säcke jeweils nur bis Ende August in Einzelhandelsgeschäften eingetauscht werden konnten. Wer später kommt, muss auf einen der Wertstoffhöfe zum Tauschen fahren.

Im Umland haben rund 120000 Haushalte die Sackabfuhr. Das entspricht etwa 20 Prozent der Haushalte in der Region.

Von Mathias Klein

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