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Herrschaftszeichen!

Hannoversche Königskrone Herrschaftszeichen!

Die letzte Gelegenheit, Krone und Zepter in Hannover zu sehen, liegt schon ein Weilchen zurück. Jetzt stellen die Welfen 2014 dieses mit 16 Zinken geschmückte Prunkstück aus und präsentieren es der Öffentlichkeit.

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„Goldener Reif“ mit 16 Zinken: Die hannoversche Königskrone.

Quelle: EAC

Hannover. Die Krone war König Ernst August persönlich zu danken: „Ich habe Nichts dagegen, daß Mein Leib dem Anblicke Meiner getreuen Unterthanen ausgestellt werde“, hatte dieser vor seinem Tode 1851 generös verfügt. Als er dann starb, erwies dem Landesvater sein treues Volk die Ehre: Etwa 30 000 Menschen defilierten am toten Monarchen vorüber, der im Leineschloss aufgebahrt war. Und im Vorbeigehen konnten sie auch einen Blick auf den Schatz erhaschen: „Zur Rechten der Leiche“, heißt es in einem zeitgenössischen Bericht, „auf einem mit rother Sammtdecke behangenen Postamente stand die Königliche Krone nebst Scepter auf einem rothen Kissen.“

Im Jahr 2014 wird die hannoversche Königskrone jetzt wieder zu sehen sein. Das Welfenhaus zeigt auf der Marienburg vom 1. Mai bis zum 9. November in der Ausstellung „Der Weg zur Krone“ die Insignien des früheren Königreichs Hannover: Königskrone, Zepter und Brautkrone werden im Ensemble präsentiert.

Die Ausstellung, die Ministerpräsident Stephan Weil eröffnen soll, ist ein kleiner Coup: Die Krone des früheren Königreichs Hannover befindet sich im Privatbesitz der Welfen. Diese verstecken sie zwar nicht; schließlich war das Prunkstück erst 1878 beim Trauerzug für Georg V. in London zu sehen und 1997 in der Ausstellung „Victoria & Albert“ im Deutschen Historischen Museum in Berlin. Doch viele Interessierte werden 1878 ebenso wie 1997 verhindert gewesen sein – die Schau auf der Marienburg könnte sich also als Publikumsmagnet erweisen.

Parallel zur großen Landesausstellung „Hannovers Herrscher auf Englands Thron 1714–1837“, die an fünf Orten in Hannover und Celle über die Bühne geht, zelebrieren die Welfen damit ihr eigenes Event zur 200-Jahr-Feier des Königreichs Hannover. „Als Konkurrenz sehen wir das nicht, eher als Ergänzung“, sagt Joana Heinemann, die auf der Marienburg fürs Marketing zuständig ist.

Im Jahr 1814 war das Kurfürstentum Hannover zum Königreich aufgestiegen. Bald darauf designte der Heraldiker Schaedtler eine Krone für Hannover: „Sie besteht aus einem goldenen Reife, auf dem ringsum 16 Zinken stehen“, notierte er. Das Herrschaftszeichen sollte einerseits an die englische Krone erinnern – schließlich saßen Hannovers Könige in London –, andererseits aber nicht mit dieser verwechselt werden. Daher gab Schaedtler ihr acht Bögen: Auf Briefmarken und Siegeln, auf Zollschranken und Gebäudegiebeln ließ sich Hannovers Krone damit klar von der Edwardskrone mit ihren vier Bügeln unterscheiden.

Allerdings existierte die Krone fast drei Jahrzehnte lang nur virtuell: Erst 1842, als die Vermählung des Kronprinzen anstand, gab König Ernst August den Hofjuwelieren Knauer und Lameyer den Auftrag, eine Krone „von 14karäthigem Golde, mit 4 Smaragden, 4 Saphiren und 10 orientalischen Granaten“ anzufertigen – und dazu noch eine Prinzessinnenkrone und ein Zepter. Die Goldschmiede lieferten termingerecht binnen sechs Wochen, dafür überschritten sie das Budget. Am Ende schlug das Gesamtpaket mit 5499 Taler Courant zu Buche.

„Staatsrechtlich gewann die neue Krone keine Bedeutung“, schrieb der Historiker Dietmar Storch, ein ausgewiesener Kenner der Materie: Anders als in anderen Königreichen war der Monarch nicht verpflichtet, sie bei bestimmten Anlässen zu tragen. Auch bei einer Krönung kam sie nie zum Einsatz: Der blinde König Georg V. verzichtete 1851 auf das Zeremoniell, und elf Jahre darauf machten die Preußen dem Königreich den Garaus. Die Welfen schmuggelten die Krone auf abenteuerlichen Wegen ins Exil. Wo man sie heute verwahrt, wird aus Sicherheitsgründen nicht verraten. Nicht einmal in den Briefbögen des Hauses Hannover taucht sie auf: Die Krone, die diese heute ziert, erinnert Experten eher an Braunschweigische Verdienstabzeichen.

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