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Aus der Stadt MHH schlägt wegen Grippewelle Alarm
Hannover Aus der Stadt MHH schlägt wegen Grippewelle Alarm
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19:38 10.03.2017
Dr. Sascha David, Oberarzt der Intensivstation, versorgt eine Patientin. Quelle: Katrin Kutter
Hannover

Die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) meldet einen drastischen Anstieg der Grippepatienten sowie der Herzinfarkte. Die Zahl der Patienten, die seit Jahresbeginn mit Grippesymptomen in die MHH gebracht worden sind, ist im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um mehr als ein Drittel gestiegen. Im gleichen Umfang hat auch die Zahl der Herzinfarktpatienten zugenommen. Hier sehen die Mediziner einen Zusammenhang.

„In der Notaufnahme haben wir seit Jahresbeginn einen Anstieg von 38 Prozent bei Patienten mit Grippesymptomen verzeichnet“, sagte der Direktor der MHH-Lungenklinik, Prof. Tobias Welte, am Freitag zum Auftakt eines Herz-Lungen-Kongresses im Hannover Congress-Centrum. Zudem habe es einen dramatischen Anstieg bei Atemwegserkrankungen wie zum Beispiel Asthma gegeben, auch die Zahl der Lungenentzündungen sei angestiegen. Welte nennt dafür zwei Ursachen: Die Impfbereitschaft habe stark nachgelassen und der Impfstoff habe in diesem Jahr nicht gegen alle Grippeviren gewirkt.

Der Anstieg der Herzinfarkte in den ersten Wochen des Jahres sehen die MHH-Mediziner als Folge der Grippewelle. Die Zahl ist von 56 Herzinfarktpatienten in den grippelosen Monaten Mai und Juni vorigen Jahres auf 75 im Januar und Februar angestiegen. Grippe und Erkältungen begünstigen, dass sich Ablagerungen an den Innenwänden der Blutgefäße ablösen und dann die Herzkranzgefäße verstopfen.

Der diesjährige Grippetyp „Hongkong“ habe vor allem ältere Menschen befallen, erläuterte Welte. Daher seien die Erkrankungen oftmals schwerer verlaufen, als in den vergangenen Jahren, in denen eher jüngere Menschen betroffen waren.
Probleme bereiteten den Medizinern zudem der hohe Krankenstand bei Ärzten und Pflegepersonal. Herzspezialist Prof. Axel Haverich schätzt, dass 20 bis 30 Prozent der Mitarbeiter auf den Stationen selbst wegen Grippeerkrankungen zu Hause bleiben mussten. „Wir hatten bedenkliche Personalausfälle“, betonte er.

Die Grippewelle ist in der Region Hannover angekommen. Den besten Schutz gegen die Krankheit bietet eine Impfung.

Prof. Welte kritisierte deutlich die mangelnde Impfbereitschaft, auch beim MHH-Personal. Er schätzt, dass sich weniger als die Hälfte der Mitarbeiter gegen Grippe impfen lassen, in der Bevölkerung sei die Impfquote noch geringer.
Die Chefärzte forderten eine bessere räumliche Ausstattung. „Wir sind in der MHH schon im Normalbetrieb zu 97 Prozent ausgelastet“, berichtete Haverich. „Ein starker Anstieg der Herzinfarktzahlen bringt hier einiges durcheinander. Die Situation in der MHH bleibe angespannt, weil vermehrt Patienten aus anderen Kliniken in die MHH gebracht würden.

Steigende Zahlen meldete auch das Regionsklinikum. So hat sich beispielsweise im Krankenhaus Großburgwedel im Januar und Februar die Zahl der Patienten mit Atemwegserkrankungen im vergleich zu den beiden Vorjahresmonaten fast verdoppelt. Allgemeinmediziner Kurt Friedrich Paczkowski aus der List hat in diesem Jahr eine besonders lange Krankheitsdauer festgestellt. „Das zieht sich öfter länger als eine Woche hin“, berichtete er.

Von Mathias Klein und Tim Zöllick

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