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Die Zeichen stehen auf Einheitsschule

IGS-Pläne für Hannover Die Zeichen stehen auf Einheitsschule

Das Schulkonzept der Verwaltung, das die schrittweise Verschmelzung von Haupt- und Real- zu sogenannten integrativen Stadtteilschulen vorsieht, findet bei Schulleitern in Hannover Zustimmung. Da sich auch Politiker der rot-grünen Ratsmehrheit hinter die Pläne stellen, dürften sie umgesetzt werden. Kritik kommt von der CDU.

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Die Peter-Ustinov-Hauptschule in Ricklingen hatte offen auf ihre Probleme hingewiesen und Abhilfe gefordert.

Quelle: Rainer Surrey

Hannover. Schuldezernentin Marlis Drevermann hat als eine ihrer letzten Amtshandlungen vorgeschlagen, die Haupt- und Realschulen wegen sinkender Schülerzahlen als eigenständige Schulformen abzuschaffen. Die neuen Stadtteilschulen starten zunächst als eine Art Mini-Gesamtschule ohne Oberstufe, könnten aber bei entsprechenden Schülerzahlen und mit einigem finanziellen Aufwand später zu echten Gesamtschulen ausgebaut werden. Dies wiederum bedeutet den endgültigen Abschied vom dreigliedrigen Schulsystem.

„Unter den derzeitigen Bedingungen kann es für Realschulen nicht mehr weitergehen“, sagt Klaus Ihl, Leiter der Gerhart-Hauptmann-Schule in Groß-Buchholz und Sprecher der hannoverschen Realschulleiter. Da die früheren Mittelschulen keine Förderstunden anbieten und keine Sozialarbeiter beschäftigen dürften sowie weniger Geld bekämen, könne man der Schülerschaft nicht mehr gerecht werden. „Wegen dieser Problematik hat die Gerhart-Hauptmann-Schule nach seinen Angaben beantragt, zu einer Integrierten Gesamtschule (IGS) umgewandelt zu werden.“ Mit dem Stadtteilmodell kann er vorerst leben.

Sogar mit einem Hilferuf hatte sich zwischenzeitlich Karin Haller, Leiterin der Peter-Ustinov-Hauptschule in Ricklingen, an die Verantwortlichen gewandt. „Bei uns ist nur noch wenig normaler Unterricht möglich“, sagt sie. Der Grund: Viele leistungsschwache Schüler, fehlende Sprachkenntnisse, Verhaltensprobleme. Von der Stadtteilschule erhofft sie sich unter anderem Vorbildeffekte für ihre Klientel, wenn leistungsstärkere Realschüler hinzukommen.

Derartige Vorteile einer integrativen Schulform erwarten sich auch die schulpolitischen Sprecher von SPD und Grünen, Michael Klie und Silvia Klingenberg-Pülm. „Außerdem müssen wir nachvollziehen, dass Eltern und Schüler mit den Füßen abgestimmt haben“, sagt Klie mit Blick auf die Anmeldezahlen. Die CDU-Schulpolitiker Stefanie Matz und Maximilian Oppelt halten der Verwaltung vor, Haupt- und Realschulen aus ideologischen Gründen vernachlässigt zu haben. Hannover mache sich auf den Weg mit der IGS als alleiniger Schulform. „Um auf individuelle Bedürfnisse der Schüler eingehen zu können, benötigen wir ein vielfältiges Schulsystem“, sagt Matz.

Der anstehende Personalwechsel in der Verwaltungsspitze dürfte bei diesem Thema keinen neuen Kurs bringen. Rita-Maria Rzyski, die Ende Oktober auf Drevermann folgt, hat Anfang der Woche in ihrer jetzigen Funktion als Schuldezernentin in Osnabrück ein Konzept vorgelegt. Es sieht die Verschmelzung von Haupt- und Realschule zu einer integrierten Schulform vor. CDU-Politiker Oppelt sieht darin ein Indiz, dass „derartige Schulreformen weiter oben geplant und koordiniert werden - bei der Landesregierung“.

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