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Dorthin, wo die Besten sind

Visum zieht von Hamburg nach Hannover Dorthin, wo die Besten sind

Es hat sich herumgesprochen: Hannover ist in der Ausbildung von Fotojournalisten eine echte Adresse. „Eine der weltweit besten“, sagt Alfred Büllesbach. Er ist Geschäftsführer der seit 37 Jahren in Hamburg ansässigen Fotoagentur Visum, die nun ihren Sitz nach Hannover verlegt.

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Naturkatastrophen, Altkanzler Gerhard Schröder privat oder die aktuelle Weltpolitik mit Bundeskanzlerin Angela Merkel: Die Fotografen von Visum sehen sich mit ihren Arbeiten auch als Autoren.

Quelle: Visum

Hannover. „Wir wollen in der Nähe der jungen Fotografen arbeiten“, sagt Büllesbach. Die älteste deutsche Fotoagentur, 1975 an der Essener Folkwangschule gegründet, hat auf dem ehemaligen Gelände der Hanomag in Linden Büroräume gemietet, in der Halle 96, einer Kreativzelle, in der auch einige Absolventen des Studiengangs Fotojournalismus und Dokumentarfotografie Quartier bezogen haben. Aber auch Grafiker, Mediengestalter und andere einfallsreiche Köpfe aus dem Bereich visuelle Kommunikation.

Für Büllesbach das perfekte Umfeld, um auch der Arbeit seiner Agentur frische Impulse zu verschaffen. Kann nicht schaden. Denn auch an Visum, das Mitte der Siebzigerjahre als hoch ambitioniertes Fotostudentenprojekt unter den Fittichen von Otto Steinert zwischen Fotokunst und Journalismus startete, ist der grundlegede, rapide Wandel der Fotografie nicht spurlos vorbeigegangen. Damals hatten André Gelpke, Rudi Meisel und Gerd Ludwig Visum gegründet, um vielleicht in Deutschland, vielleicht gar in Europa zu werden, was die Elite-Agentur Magnum in Amerika war – eine Referenzgröße für Fotografie.

Doch schon im Gründungstrio trat der Grundkonflikt zwischen Journalismus und Kunst offen zutage. Gelpke stieg 1979 im Richtungsstreit aus. Doch mit dem Umzug in die Medienmetropole Hamburg kamen die Aufträge, Titelfotos und lange Bilderstrecken für große Magazine wie „Spiegel“, „Stern“ und „Geo“ waren eher die Regel als die Ausnahme. Visum war eine große Nummer im analogen Fotomarkt, auch, weil immer mehr Printmedien in Farbe druckten, was Visum mit seinen qualitätsbedachten Profifotografen enorm in die Karten spielte. „Die Visum-Fotografen haben sich immer auch als Autoren verstanden“, sagt Büllesbach.

Dann kam die Digitalisierung. Und alles wurde anders. So, wie Visum in den Siebzigern vom Fortschritt profitiert hatte, so schwer war es, in der ständig steigenden Bilderflut mitzuschwimmen.
Fotolia und andere Discount-Riesen der Branche haben im durchdigitalisierten globalen Geschäft kommerziell das Ruder übernommen, was auch auf Exklusivität bedachte Agenturen zu spüren bekommen haben. Die Bildagentur-Industrie sei in einer schweren Strukturkrise: „Die großen Anbieter verfolgen ein anderes Geschäftsmodell, sie machen es über Masse, mit Abonnements und Flatrates“, sagt Büllesbach, „wir müssen uns absetzen, indem wir zu unseren Wurzeln zurückkehren, zum Journalismus. Und zu Autoren.“ Wie es die Gründerväter waren.

Meisels große Themen wurden die Straßenfotografie und die beiden Deutschlands, er stellt in diesem August in der großen Hauptstadtgalerie c/o Berlin aus. Gerd Ludwig wurde weltberühmt, als er vor allen anderen ausländischen Journalisten das Kraftwerk Tschernobyl nach der Katastrophe fotografierte. Heute arbeitet er für National Geographic und ist ein regelmäßig und gern gesehener Gast beim Fotonachwuchs an der Hochschule Hannover.

Genau dort sucht Büllesbach in Hannover nun eine Zukunft für die Agentur. „Die großen Fotogeschichten entstehen heute im freien Kontext, nicht im Auftrag. Und wenn man sieht, wie viele Arbeiten von hannoverschen Studenten oder Absolventen veröffentlicht werden, welche hochklassigen Preise sie gewinnen – das ist wirklich nicht ohne.“
 

Weitere Informationen zum Thema finden Sie im Internet unter  visum-reportagen.de

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