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Hier werden die ersten Gleise der D-Linie verlegt

Neue Stadtbahnstrecke Hier werden die ersten Gleise der D-Linie verlegt

Bald gibt es eine neue Stadtbahntrasse: Die Streckenmeter 300 bis 350 am ZOB liegen schon. Allerdings: Der Ausbau geht erst im Sommer weiter. Die ersten Bahnen sollen ab Mitte September über die neue Strecke rollen.

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Millimeterarbeit: Das Gleisfundament wird an der ZOB-Kreuzung einbetoniert und muss daher besonders präzise verlegt werden.

Quelle: Katrin Kutter

Hannover. Eigentlich werden die Gleise für die Neubaustrecke der D-Linie zwischen der Ernst-August-Galerie und dem Endpunkt am Raschplatz erst im Sommer verlegt - aber ein wichtiger Bauabschnitt am ZOB ist jetzt schon nahezu fertig. Arbeiter haben den sogenannten doppelten Gleiswechsel betoniert und geschweißt. Damit sind die Meter 300 bis 350, gerechnet von der Ernst-August-Galerie, im Gleisbau fertig - sieben Monate, bevor vom 18. September an erstmals Bahnen auf der Trasse rollen sollen.

Die ersten Bauteile für den neuen Verlauf der D-Linie wurden geliefert und verbaut. Künftig fahren die Stadtbahnen 10 und 17 zum Raschplatz statt zum Aegidientorplatz.

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Es ist Hannovers derzeit umstrittenstes Verkehrsprojekt. Jahrelang wurde gerungen um die Frage, ob der letzte Stadtbahnstummel der Linien 10 und 17 ober- oder unterirdisch geführt werden soll, ob die gerade erst grundsanierte Trasse über das Schauspielhaus zum Aegi aufgegeben werden soll und ob das Umsteigen für Stadtbahnnutzer zum Hauptbahnhof mit der Verlegung der Haltestelle zum Raschplatz wirklich besser wird. Durch den Einbau der ersten Gleise sind jetzt Fakten geschaffen - und die Infra hat es auf eine besonders langfristige Weise getan. Dank einer 40 Zentimeter dicken Betonplatte im Untergrund soll das Fundament der Doppelweiche mindestens 40 bis 50 Jahre halten - etwa zweimal so lange wie übliche Gleisfundamente. Denn die Kreuzung zwischen ZOB und hinterem Bahnhofsausgang gilt als hochbelastet. Schwere Busse, Lkw und ungewöhnlich viele Pkw kurven über die Gleise. Nach gleichem Patentsystem wurde bereits an der Kreuzung Brühlstraße gearbeitet, damit an neuralgischen Punkten seltener Reparaturen nötig sind.

Die D-Linie

Mehr zum Thema D-Linie lesen Sie hier auf unserer Themenseite.

Ungewöhnlich präzise Messung

Die Arbeiter verlegen bis Mitte nächster Woche gleich noch weitere 75 Meter Gleise bis zum künftigen Endpunkt am Hochbahnsteig. Weil alles besonders lang halten muss und sogar die Gleisschwellen in Beton eingegossen werden, wird ungewöhnlich präzise gemessen. „Seitlich ist maximal ein Millimeter Toleranz erlaubt, in der Höhe sollen es möglichst null Millimeter sein“, sagt Qualitätsingenieur Michael Grätz von einer Berliner Firma, die den Einbau überwacht. Das ist beim Manovrieren tonnenschwerer Stahlgleise ein hoher Anspruch.

Doppelweiche wie 
am Aegi

Die Doppelweiche am ZOB ist nötig, weil der neuen Endhaltestelle am Raschplatz das sonst übliche Kehrgleis fehlt. Ähnlich wie derzeit am Aegi kann es daher immer wieder vorkommen, dass eine Bahn ankommt, während eine andere noch am Bahnsteig wartet – dann fährt die zweite Bahn die „falsche“ Seite des Mittelhochbahnsteigs an, später kann auch die erste Bahn die Gleisseite wechseln, wenn sie abfährt. Sensoren im Boden steuern die Weiche, damit es nicht zu Kollisionen kommt.

„Komplizierte Logistik“

„Die komplizierte Baustellenlogistik macht es unmöglich, die Dopelweiche später einzubauen“, sagt Infra-Chef Stefan Harcke. Bislang sei das Projekt 10/17 im Zeitplan. Nur an der Goethestraße hat es, wie berichtet, Verzögerungen bei den Begleitarbeiten durch die Stadtentwässerung gegeben. Noch bis Ende Herbst ist die Goethestraße halbseitig gesperrt und deshalb in Fahrtrichtung Süden nicht nutzbar.

Insgesamt kostet der oberirdische Trassenbau mindestens 47 Millionen Euro. Eine Variante mit Innenstadttunnel ist auf mehr als 200 Millionen Euro kalkuliert und daher verworfen worden. Aktuell zeichnen sich zwar leichte Kostensteigerungen ab, sie sollen aber geringfügig sein.

Ab Ende Mai: 18 Wochen Vollsperrung

Bald wird es ernst in der Innenstadt: Nach dem Ende der Holzmesse Ligna (26. Mai) wird der Bereich Steintor für 18 Wochen für Autos voll gesperrt. Zwischen Goseriede und Scholvinstraße erfordert der Trassenbau massive Umleitungen. Auch die Stadtbahnen fahren dann nicht mehr oberirdisch, sondern ab Gustav-Bradtke-Allee provisorisch durch einen Tunnel – das geht nur, weil bis zur Metallmesse EMO (18. September) keine Messen sind und wegen der Sommerferien weniger Fahrgäste unterwegs sind. Dieser Abschnitt 3? des Trassenbaus gilt als aufwendigstes Projekt in der gesamten D-Linienlogistik. Grund ist, dass am künftigen Hochbahnsteig Steintor eine Treppe und ein Aufzug gegraben werden müssen, die vom Hochbahnsteig direkt in die darunterliegende Tunnelstation Steintor führen.

Weil während dieser Sperrzeit ohnehin keine Bahnen oberirdisch rollen, wird zugleich im Abschnitt?1 auch der Gleisumschluss vor der Ernst-August-Galerie vorgenommen. Stadtbahnen aus Linden biegen dann vorm Hauptbahnhof nicht mehr rechts Richtung Aegi ab, sondern in einer extrem engen Kurve nach links zur Bahnunterführung Lister Meile, um von dort 425 Meter zum neuen Endpunkt Raschplatz zu fahren.

Derzeit wird dort der Fahrbahnbelag unter der Brücke abgefräst – wenn wieder die historisch korrekter Höhe erreicht ist, passen die Stadtbahnen darunter hindurch. Am 18. September sollen die Gleise und Hochbahnsteige in den Abschnitten 1 bis 4 vollständig nutzbar sein, danach folgen allerdings noch lange Ausbauarbeiten an Straßen, Geh- und Radwegen, Baumpflanzungen und Verschönerungen. Erst nach 2017 soll der Umbau in Abschnitt 5 beginnen. Dort sind die Pläne im vergangenen Jahr auf Wunsch des Rates geändert worden. Der Hochbahnsteig wird jetzt in Mittellage gebaut, nicht seitlich der Gleise.

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