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Aus der Stadt Die große Verunsicherung bei aha
Hannover Aus der Stadt Die große Verunsicherung bei aha
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22:16 07.09.2012
Von Mathias Klein
Derzeit holt aha noch die Gelben Säcke ab. Im kommenden Jahr sollen dann die Wagen des privaten Müllunternehmens Alba durch die Orte des Umlands fahren. Herzog Quelle: Nico Herzog
Hannover

Bei den Mitarbeitern von aha war die Aufregung am Freitag groß. Nachdem der Abfallwirtschaftsbetrieb der Region den Millionenauftrag für die Abholung der Gelben Säcke mit Verpackungsmüll im Umland verloren hat, ist die Stimmung in der Belegschaft schlecht. Das berichtet Personalratschef Michael Ludwig, der gestern „ziemlich viele traurige Gesichter“ gesehen hat. „Die Leute machen sich jetzt ganz viele Sorgen“, erläutert er.

Nach den bisherigen Berechnungen sind 55 Mitarbeiter von dem Verlust des Auftrags an das private Abfallentsorgungsunternehmen Alba betroffen. Gehen müssen zunächst die Mitarbeiter, deren befristete Arbeitsverträge auslaufen. Insgesamt hat aha 1600 Mitarbeiter, von denen insgesamt 132 Frauen und Männer befristete Arbeitsverträge haben.

Am Donnerstag hatte aha mitgeteilt, dass das Unternehmen die Ausschreibung des Dualen Systems Deutschland für das Einsammeln der Säcke mit den Verpackungen im ehemaligen Landkreis Hannover verloren hat. Ab dem 1. Januar 2013 wird Alba die Gelben Säcke einsammeln. Der Vertrag zwischen dem Dualen System und Alba gilt für drei Jahre. Die Landeshauptstadt ist davon derzeit noch nicht betroffen, hier läuft der Vertrag noch bis zum 31. Dezember 2013. Aber auch für Hannover wird es im kommenden Jahr eine neue Ausschreibung geben. Branchenkenner beobachten, dass Alba derzeit sehr bemüht ist, in möglichst vielen Kommunen die Abfuhr der Gelben Säcke zu übernehmen.

Gestern Morgen haben sich Personalrat und die aha-Geschäftsführung zusammengesetzt, um nach Lösungen für die 55 Mitarbeiter zu suchen. „Wir wollen sehen, ob hier im Unternehmen nicht der ein oder andere Arbeitsplatz noch besetzt werden kann“, sagt Ludwig. Seine große Hoffnung ist, dass städtische oder regionseigene Unternehmen einen Teil der Mitarbeiter in ihren Reihen unterbringen können. Ob die O-Tonne für Wertstoffe in der Landeshauptstadt möglicherweise früher eingeführt wird, um dadurch Arbeitsplätze zu retten, ist noch unklar. Politiker hatten im Abfallwirtschaftsausschuss der Region am Donnerstag entsprechende Vorschläge gemacht. Ludwig warnt aber vor zu großer Hoffnung. Ende nächster Woche soll klar sein, welche Mitarbeiter von dem Verlust des Auftrags betroffen sein werden.

Bei ver.di kann man sich vorstellen, dass Alba an bisherigen aha-Mitarbeitern interessiert sein könnte, wenn das Unternehmen am 1. Januar mit der Abfuhr der Säcke im Umland beginnt. „Allerdings gibt es da einen empfindlichen Lohnunterschied“ berichtet Gewerkschaftssekretär Christopher Schmidt. Nach seinen Angaben zahlt das Berliner Unternehmen seinen Mitarbeitern zwar mehr als den Mindestlohn, der in der Entsorgungsbranche derzeit bei 8,33 Euro pro Stunde liegt. Aber von einem Stundenlohn von neun Euro, den nach Schmidts Informationen die Müllwerker von Alba erhalten, sei es schwierig, eine Familie zu ernähren. Ein Alba-Mitarbeiter kommt so auf einen Monatslohn von rund 1450 Euro. Viele müssten sich dann noch als sogenannte Aufstocker Geld vom Jobcenter holen, sagt Ludwig.

Dagegen bekommen die Müllwerker bei aha nach Angaben von Ludwig durchschnittlich 13 Euro pro Stunde, das ergibt einen Monatslohn von knapp 2100 Euro im Durchschnitt, die Fahrer der Müllwagen kommen sogar auf rund 2250 Euro. ver.di in Berlin klagt auch über die mangelhafte Mitbestimmung bei Alba. Flächendeckende Betriebsräte gebe es nicht, berichtet Erich Mendroch von ver.di.

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