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Aus der Stadt Hannover tanzt
Hannover Aus der Stadt Hannover tanzt
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00:16 24.06.2016
Von Uwe Janssen
Die neunte Fête de la Musique hat die Innenstadt – trotz Fußball – am Dienstag im Griff. Quelle: Kutter
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Hannover

Es ist nur ein Set in der Länge einer Fußball-Halbzeit, doch die bläserstarke Ska-Combo Offbeat Mafia nimmt die Leute voll mit. So geht das hier. Geld gibt’s nicht, aber man könne prima auf sich aufmerksam machen, sagt Bandmitglied Bob, der anschließend nicht Fußball gucken, sondern über die Fête bummeln will.

Zu sehen und hören gibt es in der Tat reichlich. Am Kröpcke spielt auf der Bühne der Städtepartnerschaften die Band 206 aus Leipzig. Leider versteht man den Sänger kaum, er ist zu leise gepegelt, das kostet gleich Publikum. In dieser Hinsicht ist das Musikfestival, das jedes Jahr am 21. Juni stattfindet, gnadenlos. Man geht einfach zur nächsten Ecke. Und weil das Wetter mitspielt, sind viele Menschen unterwegs. Einkaufen, zum Fußball, später trotz Fußball. Die Musik jedenfalls spielt heute hier.

So war die Fête de la Musique 2016.

Zum Beispiel in der Altstadt, die kurzerhand zum Songwriter-Quartier erklärt worden ist. Klaasius steht vor dem Ballhof 2, besingt einen „Waschmaschinenherd“ und stellt dann eine typische Fête-Frage: „Hab ich noch Zeit?“ Ja, der Gitarrenbarde hat noch ein paar Minuten, er hat auch noch Lust, und die ansehnliche Zuschauergruppe, die er mit seinen Songs neugierig gemacht hat, freut sich über zwei weitere Lieder.

Von überall hört man neue Klänge. Auf der kleinen Bühne neben dem Kubus klackern die Hacken einer jungen Flamencogruppe, auf dem Georgsplatz, dem Drum Place, wird getrommelt, und das Publikum macht, wie bei den Sambarhythmen von Bloco da Vez, gleich mit.

Auf dem Goseriedeplatz, dem Cirque Électrique, wummern die Bässe der DJs bis in die Nacht, nebenan im Anzeiger-Hochhaus spielt nachmittags eine Bläserklasse der IGS Roderbruch die „Titanic“-Hymne „My Heart Will Go On“ und hat sogar eine kleine, witzige Einleitung einstudiert. Man solle, falls man einen Eisberg sehe, früh genug Bescheid sagen. Dafür gibt es viel Applaus.

Den größten Musikplatz haben diesmal die Bläser vor der Oper. Das Musikland Niedersachsen hat das organisiert, das „Flächengold“, das Blasblech, glänzt gegen Abend in der tiefer stehenden Sonne. Bevor es zum großen „Brass Along“ kommt, freuen sich die Zuschauer über die Väter der Musik, eine wilde Bläsergang mit Overalls und Gummistiefeln, die temporeich und geordnet chaotisch unter anderem das schöne „Emseland“ besingen. Dann kommen die Sieger der Goldenen Fanfare im letztjährigen HAZ-Bläserwettstreit, der Fanfarenzug Thönse. Die Damen und Herren spielen „Girls Just Wanna Have Fun“. Bei der Hannover-Fête gilt das nicht nur für die Girls. Mittlerweile spielt Deutschland. Na und?

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