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Dieb beschimpft Polizisten als „kleinen Hitler“

Prozess gegen 24-Jährigen Dieb beschimpft Polizisten als „kleinen Hitler“

Weil er einen Beamten als "Nazi" und "kleinen Hitler" beschimpfte, muss ein Ladendieb nun eine längere Strafe absitzen als ursprünglich gefordert. Die Staatsanwaltschaft wollte fünf Monate Bewährung, der Richter aber griff hart durch und verhängte eine Gefängnisstrafe von sieben Monaten - ohne Bewährung.

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Quelle: Symbolfoto

Hannover. Die Verhalten des Ladendiebs nach seiner Tat war von großer Respektlosigkeit gegenüber der Polizei geprägt - das Urteil von Amtsrichter Lars Römermann fiel dementsprechend hart aus. Er verurteilte den 24-jährigen Silia W. wegen gewerbsmäßigen Diebstahls und Beleidigung zu einer Gefängnisstrafe von sieben Monaten ohne Bewährung; dabei hatte der Staatsanwalt lediglich eine Bewährungsstrafe von fünf Monaten gefordert. Der Täter hatte einen Beamten der Polizeiinspektion Mitte als „Nazi“ und „kleinen Hitler“ beleidigt, sich auf dem Revier an der Herschelstraße in Anwesenheit von Kindern die Hose aufgeknöpft und später an die Wände eines Toilettenraums uriniert.

W. war im Mai 2015 an einem Sonnabend von einem Ladendetektiv ertappt worden, wie er sich im Kaufhof am Ernst-August-Platz zwei Flaschen Parfüm im Wert von 185 Euro in seine Jacke steckte. Der Detektiv informierte die Polizei, ein Beamter konnte den Täter nach kurzer Verfolgungsjagd in der Schillerstraße stellen. Doch Festnahme und Feststellung der Personalien waren geprägt von Provokationen und lautstarken Beleidigungen, die der 24-Jährige von sich gab. So sagte er laut Zeugenaussage, dass er „so viel klaue“, wie er zum Leben brauche; im Kommissariat fiel der Satz: „Ich piss’ euch hier die Bude voll.“

Der Sudanese war 2012 nach Deutschland gekommen. Sein Asylantrag wurde abgelehnt, weil sein Heimatland den Mann ohne Pass nicht aufnehmen wollte; derzeit wird W. hier geduldet. Er spricht recht gut Deutsch, hatte sogar eine Ausbildung als Fahrzeuglackierer begonnen, aber nach bestandener Zwischenprüfung abgebrochen. Jetzt bekommt W. Hartz-IV-Unterstützung und hat schon sechs Vorstrafen angehäuft - die meisten wegen Beleidigung. Auch gestern zeigte der bestens gekleidete Schwarzafrikaner wenig Einsicht: Er sei doch nur ein Ausländer und „ein armer Mensch“, der sicher niemanden beleidigt habe.

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