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Diebe spionierten Trauernde aus

Skrupellose Verbrecher Diebe spionierten Trauernde aus

Sie brachen bei Trauernden ein, während diese auf Beerdigungen ihrer Verwandten waren. Das Amtsgericht hat nun zwei Verbrecher verurteilt, die Trauernde ausspionierten und skrupellos bestahlen.

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Amtsgericht verurteilt skrupellose Einbrecher.

Quelle: Archivbild

Hannover. Amtsrichter Michael Siegfried findet deutliche Worte für die beiden Männer, die vor ihm auf der Anklagebank sitzen. „Das war menschlich niederträchtig“, sagt er. Die zwei Polen waren in das Haus einer 89-Jährigen in Laatzen eingestiegen und hatten Silberbesteck sowie Schmuck gestohlen, während sich die Seniorin auf der Beerdigung einer nahen Angehörigen befand. Das wussten die Diebe, und offenbar planten sie zahlreiche weitere Einbrüche bei Trauernden in der Region Hannover.

Durch ihr auffälliges Verhalten gerieten die beiden 25- und 27-Jährigen jedoch in ihrem Auto in eine Polizeikontrolle. Im November 2011 wurden Beamte in der Scholvinstraße auf sie aufmerksam, weil die Polen beim Anblick des Streifenwagens prompt einen Fahrerwechsel vornahmen. Die Polizisten stellten nicht nur fest, dass der vorangegangene Fahrer keinen Führerschein hat. Sie fanden auch Einbruchswerkzeug sowie einen Beutel mit Silberbesteck und Schmuck in ihrem Wagen; beides konnte später dem Einbruch in Laatzen zugeordnet werden.

Weil die Männer auch im Verdacht auf Drogenbesitz standen, wurde auf der Wache eine Leibesvisitation durchgeführt. Statt Drogen fand sich in der Gesäßfalte eines Verdächtigen ein Zettel mit Notizen in polnischer Sprache. Die Auswertung ergab, dass es sich um die Termine für Beerdigungen und Anschriften der jeweils Trauernden handelte. Darunter war auch die Adresse der 89-Jährigen. Wie die Täter an die Daten gekommen waren, stellte sich bei der Überprüfung ihres Laptops heraus: Dort waren insgesamt 74 Traueranzeigen aus Zeitungen im Großraum Hannover gespeichert. Den Bereich hatten sich die Polen offenbar ausgesucht, weil dieser mit dem Auto gut zu erreichen ist.

Zu bestrafen waren die Angeklagten aber lediglich für die Tat in Laatzen, wie der Richter zähneknirschend feststellte. So kamen sie mit einjährigen Bewährungsstrafen davon. Selbst Verteidigerin Tanja Brettschneider sprach von einer perfiden Tat. Allerdings habe die zweieinhalbmonatige Untersuchungshaft ihren Mandanten, einen Studenten der Landwirtschaft, schwer beeindruckt, sagte sie: „Das war ihm eine Lehre.“

Der 89-Jährigen hilft dies wenig. Ihre Tochter schilderte vor Gericht, dass die Seniorin seit dem Einbruch Angst zu Hause gehabt habe. Mittlerweile sei sie in ein Pflegeheim gezogen.

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