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Hannover baut um

Bauvorhaben in der Stadt Hannover baut um

Das Gesicht Hannovers verändert sich: Neben dem Maritim-Hotel am Friedrichswall und den Neubauten am Steintorplatz gibt es noch weitere markante Punkte, an denen Bauvorhaben umgesetzt werden sollen. Dazu zählt die ehemalige VHS beim Neuen Rathaus, das Eckhaus an der Kreuzung Schiffgraben zur Marienstraße sowie das Ihme-Zentrum.

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Die VHS (l.), das Lindner-Hotel am Aegi und das Ihme-Zentrum (r.) sind markante Bauvorhaben in Hannover.

Quelle: Archiv/Unternehmensgruppe Baum/privat

Hannover. Neue Pläne für alte VHS

Nicht nur das Maritim soll eine neue Optik erhalten – auch das benachbarte alte VHS-Gebäude mit der seit neun Jahren baufälligen Fassade wird grundsaniert. Der Immobilienentwickler Gregor Baum verpasst dem Sechzigerjahrebau zwischen Friedrichswall und Theodor-Lessing-Platz eine helle Klinkerfassade und baut die Innenräume nach Komplettentkernung zu einem Geschäfts- und Gastronomiehaus mit Wohnungen in den Obergeschossen aus. „Rathaus-Kontor“ ist der Name des Projekts, Baum investiert rund 18 Millionen Euro. Und das Stadtmauerfragment mit den Resten des Borgentrickturms im Inneren bleiben erhalten, verspricht Baum-Manager Till Rathmann.

Am Aegi entsteht ein Lindner-Hotel

Hotel am Aegi soll 2017 fertig sein: Im zweiten Anlauf soll es klappen. Die Hildesheimer Hanseatic hat einen neuen Betreiber für das geplante Hotel am Aegi gefunden. Hinter der denkmalgeschützten Fassade des Eckhauses zur Marienstraße soll ein Lindner-Hotel einziehen – ursprünglich war ein einfaches Motel-One geplant. Das angrenzende Haus Marienstraße 2 wird dafür abgerissen.

Zwischenzeitlich gab es Probleme mit den Zustimmungen der Nachbarn. „Die sind jetzt gelöst“, sagt Hanseatic-Prokurist Thomas Maletzki, der das Projekt in München auf der Expo-Real gemeinsam mit Managerin Katrin Beilicke präsentiert. 2017 sollen die ersten Gäste in das Hotel einziehen können, der Abriss soll in Kürze starten. 167 Zimmer soll das neue Lindner-Hotel haben. Zusammen mit dem gerade eröffneten Prizeotel an der Hamburger Allee und dem im Bau befindlichen Star-Inn gegenüber der Einmündung Vahrenwalder Straße ist es aktuell die dritte Hotelgründung in Hannover.

Wie geht es beim Ihme-Zentrum weiter?

Das Maritim-Gebäude gehört jetzt wie auch 83 Prozent des Ihme-Zentrums der Berliner Intown-Invest, vertreten durch Amir Dayan. Die Öffentlichkeit kennt den Mittvierziger noch nicht – er gilt als medienscheu. Viele fragen sich: Schafft er diese beiden enormen Projekte?

„Ich war schon optimistischer nach Gesprächen mit Investoren“, sagt Heino Schmidt. Der Expansionsmanager von Edeka Minden-Hannover wickelt jährlich große Millionenprojekte ab, dem Ihme-Zentrum hält er seit Jahren trotz aller Investorenwechsel und -pleiten die Treue. Als erster äußert er öffentlich Skepsis an Intown-Invest, die das Ihme-Zentrum im Frühjahr aus der Insolvenz ersteigerten: „Ich kann im Moment keinen Fortschritt erkennen“, sagt Schmidt. Und zu den Gesprächen mit Dayan: „Mir fehlen da die Visionen.“

Auch die Stadt hat die Daumenschrauben spürbar angezogen und im Bezirksrat Fristen gesetzt für den Investor. Die Mietverträge für städtische Büros mit gut 500 Mitarbeitern laufen 2017 aus, bis zum Jahresende wolle man Klarheit darüber, was Intown genau im Ihme-Zentrum vorhabe und wann. Oberbürgermeister Stefan Schostok will die Bedenken zerstreuen. Die Gespräche liefen derzeit „sehr ernst, konkret und mit Varianten“, sagt Schostok, betont aber auch: „Wir haben ihm klargemacht, dass da ein dreistelliger Millionenbetrag investiert werden muss – Hannover erwartet jetzt mehr Tempo.“

Platin für Edeka-Markt

Große Auszeichnung für den Wucherpfennig-Markt von Edeka im Roderbruch: Erstmals vergibt die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) ihr Gütesiegel in Platin – und der im vergangenen Jahr eröffnete Markt ist dabei. Es ist das erste Platin-Siegel der DGNB in Hannover, 10 Millionen Euro hatte Edeka Minden-Hannover in die Passivhaus-Immobilie investiert. „Wir wollten ein Leuchtturmobjekt in der Handelsszene setzen“, sagt Edeka-Entwicklungschef Heino Schmidt: Kühltruhenabwärme wird zum Heizen der Kassenbereiche genutzt, moderne LED-Beleuchtung und ein Gründach gehören zur Ausstattung. Warum Edeka sich Hannover dafür ausgesucht hat? „In Hannover merkt man im Stadtvergleich das große Bemühen in Klimafragen“, sagt Schmidt.

„Wir vertreten 3,9 Millionen Einwohner“

Die Expo-Real in München gilt als größte Immobilien- und Investorenmesse Europas. Jährlich präsentieren dort Kommunen und Unternehmen, Investoren und Projektentwickler ihre aktuellen Tätigkeitsschwerpunkte und buhlen um Geld und Aufmerksamkeit. Hannover hat bereits zum sechsten Mal einen gemeinsamen Stand mit der Metropolregion Hannover–Braunschweig, an dem auch Hildesheim, Göttingen, Wolfsburg und neuerdings Walsrode beteiligt sind. „Wir vertreten hier 3,9 Millionen Menschen“, sagte Hannovers Oberbürgermeister Stefan Schostok, der derzeit den Vorsitz innehat, bei seiner Eröffnungsrede.

Im vergangenen Jahr wurden 800 terminierte Gespräche am Stand gezählt – unter anderem schauten auch Vertreter des Berliner Unternehmens vorbei, das seit dem Frühjahr erst das Ihme-Zentrum und dann das Maritim Grand-Hotel gekauft hat. In diesem Jahr sollen es 1000 werden, kündigte Oberbürgermeister Schostok an. Insgesamt sind sechs Wirtschaftsfördergesellschaften von Hannoverimpuls bis zur Wolfsburg AG am Auftritt auf der Expo-Real beteiligt und 50 Wirtschaftsunternehmen. Aus Hannover sind als Standpartner etwa Aurelis, Accom, die Immobilienanwälte Bethge, Göhmann und KSB Intax, Papenburg, Gundlach Theo Gerlach sowie die GBH, Sparkasse und Union-Boden dabei.

1000 Industriearbeitsplätze erhofft

Der Engpass bei den Logistikflächen in der Region scheint beseitigt. „Wir sind sicher, dass 2017 Baubeginn für neue Ansiedlungen sein kann“, sagt der Regions-Wirtschaftsdezernent Ulf-Birger Franz. 37 Hektar Fläche in Barsinghausen sollen an den Markt kommen, „Investoren, Projektentwickler und Finanzierer stehen Schlange“, sagt Franz. In Wunstorf, wo eine Fläche mit Anschluss an Straße, Bahn und Kanal in Vorbereitung ist, sei die Betreibergesellschaft mit der Stadt gegründet, in Laatzen-Ost dauere es etwas länger. 1000 Industriearbeitsplätze erhofft sich Franz von den Ansiedlungen auf den neuen Flächen – „und das sind Arbeitsplätze, die wir dringend brauchen“.

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Einen Text zur Neugestaltung des Steintorplatzes und den Umbaumaßnahmen am ehemaligen Maritim-Hotel finden Sie nach einem Klick auf den jeweiligen Link.

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