Volltextsuche über das Angebot:

23 ° / 12 ° wolkig

Navigation:
So liest Hannover

Beliebte Bücher So liest Hannover

Lesemüde? Von wegen! Die Ausleihzahlen in den Bibliotheken in Hannover steigen – vor allem die von Jugendbüchern. Und noch etwas wird deutlich: Die Leser wollen weiterhin am liebsten gedruckte Bücher.

Voriger Artikel
Remondis kämpft mit Schwierigkeiten in der Region
Nächster Artikel
Das war der Morgen am 5. Januar 2015 in Hannover

Bücher, Zeitungen, Filme: Das Angebot in Hannovers Bibliotheken ist groß – und wird gut angenommen.

Quelle: Surrey

Hannoer. Den Wandel erkennt man auf jeder Etage des Gebäudes: Im Erdgeschoss der Stadtbibliothek sitzen ältere Herrschaften an Computern; an einem Tisch im Foyer übt eine Frau mit einem Flüchtling Deutsch; in vielen Ecken des Hauses an der Hildesheimer Straße sieht man junge Leute, die an Kunststofftischen arbeiten. „Die Stadtbibliothek wandelt sich“, sagt Direktorin Carola Schelle-Wolff, „sie wird immer mehr zum Treffpunkt und Lernort.“ Doch nach wie vor ist sie für die meisten Hannoveraner vor allem Ausleihstelle – und zwar eine beliebte: Vier Millionen „Medieneinheiten“ haben Leser 2015 ausgeliehen. Tendenz steigend.

An der Bibliothek, die in diesem Jahr 575. Geburtstag gefeiert hat, kann man gesellschaftliche Veränderungen ebenso ablesen wie Entwicklungen auf dem Buchmarkt. Auffällig sei etwa, so Schelle-Wolff, wie viele Schüler und Studenten mit Migrationshintergrund zum Lernen in die Bücherei kämen. Wahrscheinlich, mutmaßt die Direktorin, weil sie in eher beengten Verhältnissen wohnen. Und wahrscheinlich auch, weil man sich in einer Bibliothek nicht so leicht ablenken lasse. Dass Lerngruppen sich treffen, dass der Kaffeeautomat „guten Absatz findet“ (Schelle-Wolff), dass Menschen hier zum Schachspielen zusammenkommen – all das gefällt der Direktorin. „Eine Bibliothek ist nichts Heiliges, man kann und darf hier sprechen“, sagt sie. „Aber natürlich gibt es auch die Menschen, die ihre Ruhe wollen.“

Leseratten sind vor allem Kinder

Eine der auffälligsten Veränderungen in den vergangenen Jahren ist, dass die Bibliothek sich „verjüngt“ hat. Der Anteil der Kinderbücher ist stark gestiegen – und das bildet sich auch bei den Top-Titeln des vergangenen Jahres ab: Die fünf beliebtesten Bücher sind für junge Leser. Rund 40 Prozent der entliehenen Medien haben sich Kinder oder Jugendliche beziehungsweise deren Eltern ausgeliehen. Vor 15 Jahren lag der Anteil der Kindermedien gerade mal bei 25 Prozent. Man merke, dass nach dem Pisa-Schock viele Eltern ihren Kindern mehr vorläsen oder für ihre Kinder Bücher ausliehen, sagt Carola Schelle-Wolff. Zudem gebe es seit einigen Jahren zahlreiche Leseförderprojekte, besonders in Schulen. Und möglicherweise ist es auch so, dass immer mehr Familien es sich nicht leisten können, Bücher zu kaufen, sondern sie stattdessen ausleihen. Zumal die Bibliotheksnutzung für Kinder gratis ist, Erwachsene zahlen 24 Euro pro Jahr.

Das sind die Top 5

Platz 1: Constanze Schargan/Inka Friese: „Entdecke Musik aus aller Welt“, Ravensburger Verlag, 19,99 Euro, ab vier Jahren (678 Entleihungen). Dies ist ein Tiptoi-Band, also ein audiodigitales Buch: Tippt der Leser mit einem sogenannten Tiptoi-Stift bestimmte Bilder an, hört er Klänge oder Sätze. Bei diesem Titel kann man Musik und Instrumente aus verschiedenen Ländern kennenlernen.
Platz 2: Peter Nieländer/Susanne Gernhäuser: „Komm mit auf die Baustelle“, Ravensburger, 19,99 Euro, ab vier Jahren (662 Entleihungen). Und noch ein Tiptoi-Buch – diesmal mit Erklärungen, was wie warum gebaut wird. Dazu gibt es Geräusche von der Baustelle und Erklärungen von Handwerkern.
Platz 3: Jeff Kinney: „Gregs Tagebuch 4 – Ich war’s nicht!“. Deutsch von Collin McMahon. Baumhaus Verlag, 218 Seiten, 14,99 Euro, ab 10 Jahren (642 Entleihungen). 2008 eroberte Greg erstmals den deutschen Buchmarkt. Seitdem gehören die Tagebücher des Jungen – ein Mix aus Text und Comiczeichnungen – zu den Kinderbuch-Bestsellern. In Band 4 hat Greg Ferien und soll, meint seine Mutter, nicht immerzu im Haus herumhängen.
Platz 4: Jeff Kinney: „Gregs Tagebuch 6 – Keine Panik!“, Deutsch von Dietmar Schmidt, Baumhaus, 218 Seiten, 14,99 Euro (620 Entleihungen). Diesmal hat Greg besonders viel Pech: Er ist mit seiner Familie eingeschneit – und das kostet Nerven.
Platz 5: Jeff Kinney: „Gregs Tagebuch 2 – Gibt’s Probleme?“ Deutsch von Collin McMahon, Baumhaus, 218 Seiten, 14,99 Euro (573 Entleihungen). Greg muss in den Schwimmverein, und das ist ein Graus für ihn – fast so schlimm wie die Streitereien mit seinem Bruder. sul

Egal, ob jung oder alt: Die Leser bevorzugen vor allem gedruckte Bücher. Rund vier Millionen Ausleihen verzeichnet die Bücherei fürs Jahr 2015. Nur 130 000 davon sind E-Books, also Titel, die man auf Computer, Tablet oder ein elektronisches Lesegerät herunterladen kann. Nichtsdestotrotz „steigt die E-Book-Ausleihe kontinuierlich, und wir vergrößern das Angebot“, sagt Schelle-Wolff. Die Bibliothek bietet auch elektronische Lesegeräte, E-Book-Reader, zur kostenlosen Ausleihe an.

Bibliotheken öffnen sich für neue Medien

Grundsätzlich interessieren sich Bibliotheksnutzer allerdings nicht nur für Bücher. Zwischen 80 und 85 Prozent der insgesamt 900.000 Medieneinheiten in allen hannoverschen Bibliotheken – allein in der Zentrale befinden sich rund 500.000 – sind Bücher. Den anderen Teil machen DVDs und CDs, Zeitschriften und Spiele aus. Wie bei Büchern gilt auch bei DVDs: Entliehen wird, was erfolgreich ist, was im (Buch-)Handel gut läuft. In der Stadtbibliothek waren 2015  der Fantasyfilm „Upside Down“ mit Kirsten Dunst und Jim Sturgess besonders begehrt (257 Ausleihen), gefolgt von „Cloud Atlas“ mit Tom Hanks und Halle Berry (246) und dem französischen Komödienhit „Ziemlich beste Freunde“ (208). Auch DVDs von Fernsehserien laufen gut. Der Renner in der Oststadtbibliothek ist die erste Staffel der vielfach ausgezeichneten Serie „Homeland“, und die Misburger sind ganz wild auf die Sitcom „The Big Bang Theory“.

Nicht nur für neuen Medien hat sich die Bibliothek geöffnet, sondern auch für andere Sprachen. Gerade in der Oststadtbibliothek sei das Angebot an internationaler, besonders an russischer Literatur groß, sagt Carola Schelle-Wolff. Das spiegelt den großen Anteil der Migranten in der Stadt. Auch die vielen Flüchtlinge, die jetzt ankommen, und die vielen Helfer, die die Migranten beim Deutschlernen unterstützen, machen sich in der Ausleihstatistik bemerkbar. Der am häufigsten ausgeliehene Titel in der Stadtbibliothek stammt von Hilke Dreyer und Richard Schmitt: „Lehr- und Übungsbuch der deutschen Grammatik“.

Was wird wo gelesen? Die Stadtteile im Überblick

Stadtbibliothek
1. Hilke Dreyer: „Lehr- und Übungsbuch der deutschen Grammatik“ (85 Entleihungen)
2. Hape Kerkeling: „Der Junge muss an die frische Luft“ (82)
3. Jojo Moyes: „Ein ganzes halbes Jahr“ (78)
Oststadt
1. Lutz Seiler: „Kruso“ (61)
2. Jeff Kinney: „Gregs Tagebuch 2 – Gibt’s Probleme?“ (47)
3. Ingo Siegner: „Der kleine Drache Kokosnuss auf der Suche nach Atlantis“ (44)
Nordstadt
1. Jeff Kinney: „Gregs Tagebuch 6 – Keine Panik!“ (46)
2. Alexander Steffensmeier: „Lieselotte macht Urlaub“ (44)
3. Inka Friese/Hans-Günther Döring: „Die Welt der Musik“ (42)
Südstadt
1. Ingo Siegner: „Der kleine Drache Kokosnuss und der Schatz im Dschungel“ (72)
2. Inka Friese/Constanze Schargan: „Entdecke Musik aus aller Welt“ (68)
3. Ingo Siegner: „Der kleine Drache Kokosnuss im Spukschloss“ (66)
Linden
1. Tatjana Marti/Maximilian Walther: „Was ist was – Polizei“ (73)
2. Jeff Kinney:  „Gregs Tagebuch 2 – Gibt’s Probleme?“ (67)
3. Jeff Kinney: „Gregs Tagebuch 6 – Keine Panik!“ (62)
Badenstedt/Fahrbibliothek
1. Jeff Kinney: „Gregs Tagebuch 7 – Dumm gelaufen!“ (95)
2. Sven Nordquist: „Wie Findus zu Pettersson kam“ (64)
3. Jeff Kinney: „Gregs Tagebuch 5 – Geht’s noch?“
Kleefeld
1. Ingo Siegner: „Der kleine Drache Kokosnuss im Weltraum“ (48)
2. Beckah Krahula: „1 x täglich Zentangle“ (43)
3. Susanne Gernhäuser/Peter Nieländer: „Komm mit auf die Baustelle“ (41)
Herrenhausen
1. Jeff Kinney: „Gregs Tagebuch 3 – Jetzt reicht’s“ (61)
2. Jeff Kinney: „Gregs Tagebuch 4 – Ich war’s nicht!“ (57)
3. Jeff Kinney: „Gregs Tagbuch 6 – Keine Panik!“ (54)
Mühlenberg
1. Robert Seethaler: „Ein ganzes Leben“ (42)
2. Jeff Kinney: „Gregs Tagebuch 2 – Gibt’s Probleme?“ (35)
3. Susanne Gernhäuser/Peter Nieländer: „Komm mit auf die Baustelle“ (34)
List
1. Inka Friese/Constanze Schargan: „Entdecke Musik aus aller Welt“ (56)
2. Ingo Siegner: „Der kleine Drache Kokosnuss und das Vampir-Abenteuer“ (47)
3. Liane Schneider/Eva Wenzel-Bürger: „Conni schläft im Kindergarten“ (46)
Kronsberg
1. Renate Welsh: „Das Vamperl“ (65)
2. Jeff Kinney: „Gregs Tagebuch 2 – Gibt’s Probleme?“ (48)
3. Jeff Kinney: „Gregs Tagebuch 6 – Keine Panik!“ (48)
Döhren
1. Michel Köhlmeier: „Zwei Herren am Strand“ (82)
2. Irina Korschunow: „Der Findefuchs“ (47)
3. Hape Kerkeling: „Der Junge muss an die frische Luft“ (47)

Ricklingen
1. Patrick Modiano: „Im Café der verlorenen Jugend“ (70)
2. Arto Paasilinna: „Der Mann mit den schönen Füßen“ (67)
3. Claudia Ondracek/Irmgard Paule: „Rettung für Flöckchen“ (57)
Vahrenwald
1. Jeff Kinney: „Gregs Tagebuch 8 – Echt übel!“ (39)
2. Jeff Kinney: „Gregs Tagebuch 5 – Geht’s noch?“ (38)
3. Jeff Kinney: „Gregs Tagebuch 7 – Dumm gelaufen!“ (36)
Roderbruch
1, „Star Wars The Clone Wars – Lexikon der Helden, Schurken und Droiden“ (55)
2. Jeff Kinney: „Gregs Tagebuch 4 – Ich war’s nicht!“ (51)
3. Jeff Kinney: „Gregs Tagebuch 3 – Jetzt reicht’s!“ (50)
Misburg
1. Jeff Kinney: „Gregs Tagebuch 4 – Ich war’s nicht!“ (68)
2. Jeff Kinney: „Gregs Tagebuch 5 – Geht’s noch?“ (59)
3. Lutz Seiler: „Kruso“ (59)
Bothfeld
1. Jeff Kinney: „Gregs Tagebuch 3 – Jetzt reicht’s!“ (62)
2. Inka Friese/Constanze Schargan: „Entdecke Musik aus aller Welt“ (61)
3. Jeff Kinney: „Gregs Tagebuch 5 – Geht’s noch?“ (54)

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr Aus der Stadt

Sie wollen auch einen kleinen Beitrag leisten, um Flüchtlingen in der Region zu helfen? Dann sind Sie hier genau richtig. Das HAZ-Portal "Hannover hilft" bringt freiwillige Helfer aus der Bevölkerung und die professionellen Hilfsorganisationen zusammen – damit die Hilfe dort ankommt, wo sie benötigt wird. mehr

So funktioniert die KATWARN-App

Stadt und Region informieren die Bürger jetzt auch via Smartphone, wenn etwa eine Bombenentschärfung ansteht oder ein Großbrand ausgebrochen ist und Gefahr für die Anwohner besteht. So funktioniert KATWARN.