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Aus der Stadt Diese Drillinge werden 60 – und im Stadion geehrt
Hannover Aus der Stadt Diese Drillinge werden 60 – und im Stadion geehrt
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00:15 20.11.2016
Für die HAZ posieren Hans (v. li.), Jürgen und Helmuth Gebhard jetzt noch einmal mit dem Artikel. Quelle: von Ditfurth
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Hannover

Ultraschall? Gab es nicht 1956 in hannoverschen Kliniken. Und so war es nur eine vorsichtige Schätzung, die die Hebamme aussprach: Es könnten vielleicht Zwillinge werden, warnte sie in der hannoverschen Privatklinik Keppler die damals 37-jährige werdende Mutter Gertrud Gebhard aus Lehrte. Eine Mehrlingsgeburt wurde es tatsächlich, aber bei zwei Nachkommen blieb es nicht.

Die überraschende Geburt von Hans, Jürgen und Helmuth Gebhard war 1956 eine Zeitungsmeldung wert. Freitag werden die Drillinge 60 Jahre alt.

Väter waren damals normalerweise nicht zugegen bei Geburten. Und so war es der Nachbar, der dem Maler Johann Gebhard am Mittag des 19. Oktober 1956 die freudige Nachricht überbrachte. „Drei! Drei! Drei!“, habe er gerufen, erzählt Helmuth Gebhard. Der Vater habe es erst nicht verstanden, dann nicht fassen können.

Hans-Helmuth war der vorgesehene Name für den Fall, dass es ein Junge würde. Für Zwillinge hätte es noch gereicht. Hans und Helmuth. Jetzt musste schnell noch ein dritter Name her. Diese Geschichte werden Hans, Helmuth und Jürgen Gebhard auch Sonnabend wieder mehrfach erzählen müssen, denn dann werden sie 60. Und weil alle drei langjährige, treue 96-Fans sind, wird es eine Ehrung geben. Zum gemeinsamen 50. gab es ein Interview auf dem Rasen, vor dem Spiel stilecht übertragen auf die Stadionbildschirme. Was es diesmal wird? 96 spielt gegen Aue, und was ihr gemeinsamer Freund aus Kindheitstagen, 96-Fan Peter Reetz, diesmal als Geburtstagsüberraschung vorbereitet hat, das wird noch nicht verraten.

„Treue Fans“, das ist so eine Redensart. Die Gebhard-Drillinge können ihre Treue beziffern. Gut 1330 Eintrittskarten zu 96-Spielen haben sie gesammelt. 1972 fing die Liebe zum Fußball an, die hatte noch nichts mit 96 zu tun. Beim DFB-Pokalspiel Schalke gegen Kaiserslautern waren sie im Stadion. „Das war richtig schön“, sagt Jürgen, „danach sind wir eigentlich immer im Stadion gewesen.“ Ausnahmen gab es wenige.

Als Hans' Kinder geboren wurden, „da habe ich mal bei einem Spiel gefehlt“, sagt er fast entschuldigend. Bei der Wiedergründung des Fanclubs Rote Wölfe waren sie aktiv beteiligt. Haben Zeiten erlebt, zu denen nur 2500 Fans im Stadion waren, haben die Fahrstuhlphasen des Vereins erduldet („In der 3. Liga war es eigentlich eine gute Zeit“), beim DFB-Endspiel gegen Gladbach dem Torhelden Jörg Sievers bis zum 7:6 die Daumen gedrückt – und Hans hat sogar sein Leben für den Verein riskiert. Zum Europacup nach Kopenhagen ist er mit Schmerzen gefahren, später stellte sich heraus, dass es eine Lungenembolie war, „zurück in Hannover kam er sofort auf die Intensivstation“.

Auch ihrer Heimat sind sie treu geblieben. Hans, der Erstgeborene, lebt in Lehrte und arbeitet als Landschaftsgärtner bei der Region, auch sein Enkel Fabian wird im Stadion dabei sein. Helmuth wohnt in Lehrte-Immensen und arbeitet bei Miele als Konstrukteur. Und Jürgen, der Jüngste, lebt mit seiner Frau in Hannover und arbeitet im Innenministerium als Vermessungsamtsinspektor.

Wie feiern sie ihren 60., nach dem Besuch im Stadion? „Es gibt eine große Party in der Steintormasch“, sagen sie. Wann und wo genau, das ist privat. Aber so viel darf verraten werden: 96-Spieler sind auch dabei. Hoffentlich in Feierlaune nach einem Sieg.     

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