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Diese zehn Straßen sollen umbenannt werden

Wegen Nazi-Verstrickungen Diese zehn Straßen sollen umbenannt werden

Zehn Straßennamen sollen wegen Nazi-Verstrickungen der Namensgeber neu vergeben werden, weil Persönlichkeiten sich im Nazi-Regime schuldig gemacht haben. Darunter ist die Hindenburgstraße, auch die Fritz-Beindorff-Allee ist trotz der Proteste von Angehörigen weiter auf der Liste.

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Soll umbenannt werden: Die Hindenburgstraße im Zooviertel.

Quelle: Hagemann (Archiv)

Hannover. Der Beirat mit dem komplizierten Namen Beirat "Wissenschaftliche Betrachtung namensgebender Persönlichkeiten in Hannover" tagt seit Anfang 2014. Er soll insgesamt 462 Biografien untersuchen von Menschen, nach denen Straßen, Schulen und städtische Einrichtungen benannt wurden sowie Ehrengräber, Ehrenbürgerschaften und Trägern der Stadtplakette. Geprüft werden nur Menschen, die 1945 älter als 18 Jahre alt waren. Bei etwa 35 Biografien stehen endgültige Bewertungen des Beirats noch aus.

Wer sind die Menschen, nach denen Straßen in Hannover benannt sind? Wegen Verstrickungen in der Zeit des Nationalsozialismus sollen die Straßen andere Namen erhalten.

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Die Beiratsmitglieder empfehlen eine Umbenennung von zehn Straßennamen in Hannover. Dazu zählen im Einzelnen: Fritz Beindorff (Fritz-Beindorff-Allee), Julius Brecht (Julius-Brecht-Straße), Ludwig Otto Franzius (Franziusweg), Gustav Frenssen (Frenssenufer), Paul von Hindenburg (Zur Hindenburgschleuse und Hindenburgstraße), Agnes Miegel (Miegelweg), Ferdinand Sauerbruch (Sauerbruchweg), Heinrich Sohnrey (Sohnreystraße) und Paul Uhlenhuth (Uhlenhuthweg). Auch um den ehemaligen Ministerpräsidenten Hinrich Wilhelm Kopf hat sich der Beirat gekümmert - der Hinrich-Wilhelm-Kopf-Platz wurde bereits umbenannt in Hannah-Arendt-Platz. Bei Ehrengräbern und Ehrenbürgerschaften hat der Beirat keine Empfehlungen zu Umbenennungen gegeben.

Für die Prüfung der weiteren Biografien hat das von der Stadt berufene Gremium aus Historikern und anderen Forschern noch anderthalb Jahre Zeit, deshalb war der Termin am Donnerstag eine Art Zwischenbilanz. Kultur- und Schuldezernentin und Beiratsvorsitzende Marlis Drevermann, deren Amtszeit zum Monatswechsel enden wird, sagte: "Die Beiratsmitglieder befassen sich sehr gewissenhaft mit dem zur Verfügung stehenden biografischen Material und sind sich der hohen Verantwortung ihrer Aufgabe bewusst. Wir gehen davon aus, dass der Beirat in der zweiten Jahreshälfte 2016 die Arbeit abschließen wird.“

Allerdings hat es aktuell Verärgerung darüber gegeben, dass auch Fritz Beindorff auf der Liste der Namen steht, die zur Umbenennung von Straßen vorgesehen war. Nach dem langjährigen Inhaber der Firma Pelikan ist die Fritz-Beindorff-Allee benannt. Für Pelikan wurden ab 1942 Gestapo-Zwangsarbeiterlager betrieben, ab April 1944 auch auf dem Firmengelände. Unklar ist aber, ob Beindorff davon überhaupt gewusst hat. Er starb im Sommer 1944 und war vorher schwer dement. Nachfahren des honorigen Inhabers der Pelikan-Werke und auch die heutige Firmenleitung sind entsetzt davon, dass der von der Stadt beauftragte Beirat Vorwürfe erhebt, ohne dass die persönliche Schuld geklärt ist.

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