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Dieses Denkmal war am Königsworther Platz geplant

Modelle wieder aufgetaucht Dieses Denkmal war am Königsworther Platz geplant

Es ist das Denkmal, das es nie gab: Am Königsworther Platz sollte 1913 ein gigantisches Kriegerdenkmal entstehen. Fast 15 Meter hoch sollte sich das Monument erheben. Jetzt sind die Modelle dafür wieder aufgetaucht – und im Historischen Museum zu sehen.

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„Denkmalwütige Zeit“: Museumsdirektor Thomas Schwark, Stadtarchivleiterin Cornelia Regin, Historiker Gerhard Schneider, Kulturdezernent Harald Härke (v. l.).

Quelle: Heusel

Hannover. Man muss nicht traurig sein, dass es nie gebaut wurde. Aber man darf sich schon darüber freuen, dass die Modelle für das Monument jetzt wieder in Hannover gelandet sind - nach jahrelanger, detektivischer Recherche des Historikers Gerhard Schneider. Dieser hat die Geschichte des ungebauten Denkmals erforscht, das Hannovers Stadtbild verändert hätte. Und er hat die großen Gipsmodelle für das Monument aufgespürt, die bislang in der Alten Nationalgalerie in Berlin lagerten. Jetzt sind sie nach Hannover zurückgekehrt.

„Eigentlich war die Formensprache schon 1913 antiquiert“, sagt Schneider. Damals sammelte ein Komitee Geld für den Bau des Denkmals für die Soldaten der Kings German Legion. Den Zuschlag bekam ein Entwurf des Bildhauers Heinrich Wedemeyer: Fast 15 Meter hoch sollte sich das Monument am Königsworther Platz erheben, am Anfang der Herrenhäuser Allee.

„Die wilhelminische Zeit war denkmalwütig“

Anno 1913 feierte alle Welt den 100. Jahrestag der Völkerschlacht. Da kaum Hannoveraner bei dieser dabei gewesen waren, blieb Hannover außen vor: „Das wurmte die Welfentreuen und die Patrioten“, sagt Schneider. Also rüsteten diese sich zur 100-Jahr-Feier der Waterlooschlacht, die für 1915 ins Haus stand - und bei der hannoversche Soldaten der Kings German Legion auf dem Feld der Ehre viel Ruhm geerntet hatten.

Antiquierte Formensprache“: Alte Pläne für das Denkmal.

Quelle: Heusel

Auf dem acht Meter hohen Sockel des Denkmals sollte ein Fries die acht Truppengattungen verewigen. Darüber türmte sich in Wedemeyers Entwurf ein sechs Meter hohes, steigendes Pferd, ziemlich niedersächsisch, das sich in platter Symbolik über einen am Boden liegenden gallischen Krieger erhob.

„Die wilhelminische Zeit war denkmalwütig“, sagt Schneider. „Auch die Straßen, die damals angelegt wurden, liefen oft auf Monumente zu.“ Den Bau dieses Denkmals jedoch verhinderte der Erste Weltkrieg, und später verfolgte niemand den Plan ernsthaft weiter.

Bei seinen Recherchen zu dem Riesenross spürte Schneider die Modelle für den Fries in Berlin auf. Schon nach dem Zweiten Weltkrieg hatte es Versuche gegeben, sie nach Hannover zurückzuholen: „Damals verbot der DDR-Ministerrat dem Leiter der Staatlichen Museen aber alle Westkontakte in dieser Angelegenheit“, sagt Schneider.

Vergleichsweise problemlos konnte die Stiftung Preußischer Kulturbesitz jetzt davon überzeugt werden, dass die Modelle nach Hannover gehören. Im Historischen Museum sind sie nun bis zum Juni zu sehen - danach wird die Dauerausstellung dort umgestaltet.

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