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Aus der Stadt Weißes Dinner im Maschpark
Hannover Aus der Stadt Weißes Dinner im Maschpark
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00:20 16.06.2014
Von Conrad von Meding
Alles muss weiß sein b eim Diner en Blanc: Kleidung, Tische, Teller. Quelle: Michael Wallmüller
Hannover

Seit 2008 gibt es die Veranstaltung in Hannover, von hier aus hat sie sich in ganz Deutschland verbreitet. Offiziell weiß niemand, wer hinter der Organisation steckt – der Ort wird erst 30 Minuten vor Beginn bekannt gegeben und verbreitet sich im exklusiven Kreis der Eingeladenen wie ein Lauffeuer. Polizei und Ordnungsbehörden tolerieren das Treffen, weil der Spuk nach drei Stunden rückstandsfrei vorbei ist: Kein Müll liegt herum, niemand uriniert in Büsche oder gebärdet sich halbstark.

Weit mehr als 200 Freunde konspirativen Essens haben sich Freitagabend im Maschpark zum Diner en Blanc getroffen. Einzige Vorschrift: Alles muss weiß sein - Kleidung, Tische, Teller.

Am Freitag gab es vor der Kulisse des Landesmuseums am Maschpark stilecht vor allem Baguette, Wein und Champagner. Kein Wunder: Die Idee stammt aus Paris, dort erscheinen jährlich bis zu 12 000 Weißbetuchte zum spontanen Diner en blanc. Auch in Berlin sind es mittlerweile mehrere Tausend Teilnehmer. In Hannover wächst die Zahl beständig – von anfangs 40 auf aktuell etwa 250. „Es ist ein schöner, fast familiärer Rahmen“, sagt Thomas Mayer, der seit dem ersten Mal dabei ist. Jahrelang hat er den hannoverschen Flohmarkt organisiert; auch der ist eine aus Paris importierte Idee, die in Deutschland damals keine Vorbilder hatte. Jetzt genießt er das Diner und stößt mit alten Bekannten und neuen Teilnehmern an.

Und was haben sie sich nicht alle Mühe gegeben. Gottfried Jestädt, im echten Leben Steuerberater, etwa hat an seinem weißen Sakko sogar die dunklen Knöpfe kaschiert – mit Alufolie. Christiane Peter, sonst Managerin von Schloss Herrenhausen, hat feine französische Kost mitgebracht. Laure Delain, französische Wahlhannoveranerin, kühlt den teuren Champagner mit Eis in einem goldenen Kelch, dazu gibt es – natürlich – französischen und deutschen Käse. Alles wird mit Tischnachbarn geteilt, das „Du“ ist Pflicht, es zählen nur die Vornamen. Christiane Feldmann von Telekom verrät, dass sie sich zunächst nicht getraut hat, sich für das konspirative Diner anzumelden, als sie vor ein paar Jahren in der HAZ davon gelesen hat. Schließlich fasste sie sich ein Herz, schickte eine E-Mail an die Organisatoren, „und seit vier Jahren bin ich immer dabei“, sagt sie strahlend. Beim ersten Mal kam nur ihr Mann Jürgen Feldmann mit, inzwischen sind noch zwei befreundete Paare dabei, jeder bereitet einen kleinen Menügang vor. Karin Freyberg aus dem Davenstedter Kieselgurweg dagegen ist zum ersten Mal dabei. Sie hatte mit ihrer Nachbarschaftsinitiative vor gut zehn Jahren den Nachbarschaftspreis des Landes gewonnen. Als sie jetzt eine persönliche Einladung zum Diner erhielt, da hat sie – natürlich – mehrere Nachbarn mitgebracht.

Auf der Georgstraße hat man schon diniert, vor dem Landtag, an der City-Wasserkunst, zweimal im Maschpark. Der Ort wechselt, nur das Datum ist immer gleich: In Hannover steigt das Diner en blanc immer am zweiten Freitag im Juni.

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