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Dinge, die es noch nicht gibt

Entwicklertreffen Prototypenparty Dinge, die es noch nicht gibt

Bei der Prototypenparty in der Eisfabrik beraten rund 100 Kreative junge Entwickler dabei, wie sie ihr Produkt zur Marktreife bringen.

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Tipps vom Experten: Marc Junker (rechts) und Leo Wegner. 

Quelle: Tim Schaarschmidt

Hannover. Die Umgebung stimmt schon mal. In der Eisfabrik, früher Industrieort, heute Theater und Kunstraum, schieben sich kreativ gekleidete junge Frauen, Turnschuhträger und ein paar wenige Männer in Businessanzug und gediegenen Lederschuhen durch den Saal. Designer und Studenten, Investoren und Alltagsexperten wollen Produkte begutachten, die es noch gar nicht gibt. Prototypenparty nennen das die Erfinder Dörte Roloff, Gunnar Spellmeyer und Mario Leupold aus dem Umfeld der Hochschule Hannover. Leute wie Paul Worms bekommen hier die Gelegenheit, von Kennern zu hören, wie ihre Produktidee ankommt. Der Maschinenbaustudent hat eine kreisförmige Kerze mit 30 Dochten hergestellt, die dekorativ in einem Bassin schwimmt. Braucht das jemand? „Wie findet ihr die Farbe? Die Größe?“, will der Braunschweiger wissen. Das „Du“ ist Pflicht - damit auch Kritik leichter von den Lippen kommt.

Bei der Prototypenparty haben sich zum sechsten Mal Aussteller getroffen, um ihre Erfindungen einem kritischen Publikum vorzustellen.

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„Verhindert das, was euch nicht passt und fördert das, was ihr realisiert sehen wollt“, fordert Gunnar Spellmeyer die Experten auf. Zum Warmmachen stellt Dörte Roloff ein paar Fragen in die Runde. „Wer hat schon mal auf einem Surfbrett gestanden?“ Rund ein Drittel der Leute hebt den Arm. Drei Sprachen spricht auch noch mancher in der hier versammelten Kreativszene. Doch bis Südamerika hat es bisher kaum einer geschafft. Ist vielleicht auch nicht so wichtig, wenn man das Leben hier vor Ort verbessern will.

So wie Jens Kassert und Sven Busche von der Qabel GmbH. Sie arbeiten an einer Softwareplattform, die es leichter machen soll, die eigene Kommunikation im Netz zu verschlüsseln. Eine Vorabversion wollen sie jetzt auch auf der Cebit vorstellen. „Wir suchen Partner und wollen wissen, ob unsere App gefragt ist“, sagt Kassert. Marc Junker sieht sich sehr interessiert um. Seit dem lukrativen Verkauf seiner eigenen Firma ist der 44-Jährige als Investor in der Start-Up-Szene unterwegs. „Die Veranstaltung ist toll. Im Vergleich zu Hamburg und Berlin muss Hannover sich nicht verstecken.“ Von Produktdesigner Leo Wegner lässt Junker sich dessen Whiskyglas mit Fuß aus Fassholz zeigen. „Die Herstellung kostet noch zu viel“, klagt der 25-Jährige. Kein Problem für Junker: „Du kannst das per CNC drechseln lassen. Ich kann dir eine Firma vermitteln.“

Den Stand von Jessica Owusu Boakye belagert eine ganze Traube von Beratern. Ihr neues Material aus Zitrusfruchtresten weckt die Fantasie. „Ist das als Fußbodenbelag denkbar?“ Eine Frau empfiehlt eine Möbelfirma, ein Mann einen Handtaschenhersteller. Die 29-Jährige gewinnt am Ende den Publikumspreis und freut sich. „Ich habe mich so viel mit den Stoff beschäftigt, dass ich es nicht mehr neutral beurteilen kann.“

Die Prototypenparty selbst, die jetzt seit dem Start 2014 zum 6. Mal lief, ist bereits ein Erfolgsmodell. Die Aussteller rekrutieren sich schon längst nicht mehr überwiegend aus hiesigen Designstudenten, auch wenn das Gründungszentrum der Hochschule Hannover als Veranstalter auftritt. Zwei Versionen liefen in Oldenburg und Osnabrück, weitere Städte haben angefragt. „Ich bin extra aus Leipzig angereist, weil wir das Ding auch zu uns holen wollen“, sagt Innovationsberater Jan Graf. Die rund 100 Experten lassen sich die Teilnahme 10 Euro kosten, die Entwickler zahlen 25 Euro für ihren Startplatz.

Als Nächstes folgt eine Prototypenparty Spezial: Auf der Fachmesse Altenpflege geht es am 9. März ausschließlich um Produktideen für Gesundheits- und Pflegewirtschaft.

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