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Ernst Müller über seine Beziehung zu den Welfen

Dirigent der Welfenhochzeit Ernst Müller über seine Beziehung zu den Welfen

Nach der Trauung von Erbprinz Ernst August und Ekaterina Malysheva wird Dirigent Ernst Müller die Besucher mit seinem Orchester willkommen heißen. „Das ist eine große Ehre für uns“, sagt der 75-Jährige. Für die HAZ hat er sein Fotoalbum geöffnet - und blickt darin zurück.

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"40 Jahre treue Dienste“: Ernst Müller blättert für die HAZ im Fotoalbum.

Quelle: Neander

Hannover. Plötzlich wird es leise am Tisch. Noch bis eben hat Ernst Müller geschwelgt in Erzählungen von Konzertreisen nach New York und Südafrika, Anekdoten zum Besten gegeben und liebevoll Schwarzweißfotos auf dem Cafétisch hin und her gewendet. Doch das, was jetzt kommt, ist ihm wichtig. Wichtiger als alles zuvor.

Ernst Müller ist Dirigent des Hausorchesters der Welfen und wird bei der Hochzeit am 8. Juli auch wieder für die Musik sorgen.

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In der Hand des 78-Jährigen liegt eine Ehrennadel. Silbern, golden, ein Pferd, eine Krone und viel Lorbeer. Vor allem aber drei Worte und eine Zahl: „40 Jahre treue Dienste“ ist auf ihr zu lesen. Überreicht hat sie ihm Ernst August Prinz von Hannover, der Vater des derzeit bekanntesten Bräutigams der Stadt, vor zehn Jahren nach einem Konzert im Theater am Aegi. „Die bekommt sonst nur meine Familie zu sehen“, sagt Müller.

Ernst Müller zeigt die Ehrennadel, die Ernst August senior ihm gab.

Quelle: Neander

Treue Dienste. Kaum etwas könnte besser umschreiben, was den Langenhagener Dirigenten mit dem Adelshaus der Welfen verbindet. Begonnen hat alles mit einem Anruf. „Hier ist Hannover“, hieß es 1967. Nicht jeder im Hause Müller verstand sofort, wer da am anderen Ende der Leitung war. Auch die Vornamen Ernst und August halfen nur bedingt. „Meine jüngste Tochter dachte an den Langenhagener Heimatforscher Ernst-August Nebig.“

Stammgast bei Konzerten

Der Großvater des heutigen Bräutigams war „zu jedem unserer Flughafenkonzerte gekommen“, sagt Müller. Nun war er auf der Suche nach einer „Combo, die für ihn Musik macht“ – und zwar bei verschiedensten Gelegenheiten. Es gab Feste in der Schulenburger Gaststätte „Zur Marienburg“ für die Mitarbeiter des Schlosses, Familienfeiern ebendort oder auf dem Hofgut Calenberg.

Die Chefs – damit meint Müller Vater und Großvater des Bräutigams – seien „streng, aber gerecht“ gewesen. „Sie stellten hohe Anforderungen, waren dann aber immer verlässlich.“ Bis heute wurde für keinen einzigen Auftritt ein Vertrag aufgesetzt. „Alles per Handschlag.“  Bei der anstehenden Hochzeit ist dies nicht anders.

Dass Müller dafür zuweilen auch kurzfristig Musiker zusammentelefonieren musste und dass dies zuweilen durchaus mit Stress verbunden war, erzählt er ohne jede Klage. „Ich habe gedient“, sagt er selbst. „Für mich ist eben der General der General und der König der König.“
Und doch tut sich Müller ein wenig schwer, wenn er sein persönliches Verhältnis zu den Welfen beschreiben soll. „Freundschaft.“ Ein großes Wort. Der Vater des Bräutigams, der wegen diverser Skandale zeitweise Lieblingsthema der Klatschpresse war, habe ihn immer klipp und klar als Freund tituliert. Dies nimmt Müller ihm auch unumwunden ab. Sich selbst aber Freund des Prinzen zu nennen, würde der einstige Bundesgrenzschützer nie wagen. Dabei hat Ernst Müller die Familie in berührenden Momenten begleitet. Die Hochzeit der Bräutigam-Eltern, Ernst August und Chantal Hochuli, hat er ebenso musikalisch begleitet wie die Taufe ihrer Kinder. Und auch zur Taufe von Alexandra, der Tochter von Ernst August und dessen zweiten Frau Caroline, spielte das Hausorchester Seiner Königlichen Hoheit. Längst gehört Müllers Ensemble als offizielles Hausorchester zur Familie.

Königlicher Schnappschuss: Anne-Marie von Griechenland (v. l.), Ernst Müller, Chantal von Hannover, Konstantin von Griechenland, der junge Kronprinz Felipe von Spanien und Ernst August senior bei der Taufe des heutigen Erbprinzen.

Quelle:

Wer zu den Feierlichkeiten des europäischen Hochadels eingeladen wird, macht bedeutsame Bekanntschaften – mit kuriosen Folgen. Als Müller einst im Beisein des damaligen VW-Chefs Carl Hahn beim Besuch des spanischen Königs Juan Carlos und dessen Frau Sophia in Wolfsburg aufspielte, schritt das Königspaar nach dem Konzert vorbei an Müllers Podest. Nach wenigen Schritten stoppte die Königin, kehrte um – und begrüßte Müller, den sie beim Vorbeigehen erkannt hatte. Sie holte sogar ihren Mann zurück, damit auch er Müller begrüßen konnte. „Carl Hahn, ein wirklich netter Mensch, war danach etwas sprachlos.“

Die Chefs: streng, aber gerecht

Seine persönliche Nähe macht Müller heute zu einem Vielwissenden – der schweigen kann. Ja, er wisse, wo der Vater des Bräutigams heute wohne und auch, wie es ihm gehe. Mehr ist von Müller jedoch nicht zu erfahren. „Da können alle sagen, was sie wollen, ich habe ihn immer als netten Menschen erlebt, vor allem im Umgang mit seinen Mitarbeitern.“ Dies, so Müller, habe der Sohn vom Vater geerbt. Und deshalb lässt Müller zwar einen Blick werfen auf dieses eine Foto, auf dem der heutige Bräutigam als winziger Säugling vom stolzen Vater liebevoll gehalten wird. Herausgeben aber wird Müller das Foto nicht. Das sei so versprochen und werde gehalten.

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