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Wie wird der Raschplatz wieder schöner?

HAZ-Forum Wie wird der Raschplatz wieder schöner?

Beim HAZ-Forum sprachen am Mittwochabend Experten aus Politik, Drogenhilfe und Einzelhandel über Möglichkeiten, wie die Probleme rund um die Trinkerszene auf dem Platz gelöst werden können. Tenor ist: Der Platz kann einen Umbau vertragen und den Einsatz von mehr Sozialarbeitern.

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Der Raschplatz stand im Fokus des HAZ-Forums am Mittwochabend.

Quelle: Eberstein

Hannover. 50 Besucher haben in der Schalterhalle des Anzeiger Hochhauses eine lebendige Diskussion verfolgt, moderiert vom stellvertretenden HAZ-Lokalchef Conrad von Meding. Auf dem Podium saßen Bezirksbürgermeister Michael Sandow, Polizist Bernd Zessin, ehemaliger Leiter der Raschplatz-Polizeistation, sowie Serdar Saris von der Drogenhilfe Step. Aus dem Publikum meldeten sich ebenfalls mehrere Zuhörer zu Wort.

Der Raschplatz gehört seit Jahren zu den Sorgenkindern der Stadt, daran hat auch der millionenschwere Umbau des Areals kaum etwas geändert. Noch immer erleichtern sich Trinker und Partygänger in Ecken und Fahrstühlen, obwohl es längst eine öffentliche, kostenlose Toilette auf dem Platz gibt. Die meisten Passanten durchqueren den weiten Raum mit schnellen Schritten, zum Verweilen fühlen sich die wenigsten eingeladen.

Polizist Zessin betont, dass die gefühlte und die objektive Sicherheit auf dem Raschplatz auseinanderklaffen. "Wir haben keine Häufung von Straftaten auf dem Platz, die von der Trinkergruppe begangen wird", sagt er. Wildes Urinieren müsse ordnungsrechtlich geahndet werden, meint Bezirksbürgermeister Sandow. Zugleich plädiert er dafür, das sozialarbeiterische Engagement zu verstärken. Von Meding fragt, ob die vor allem aus Osteuropäern bestehende Trinkergruppe überhaupt für sozialpädagogische Konzepte empfänglich sei. Dabei beruft er sich auf eine Studie des Karl-Lemmermann-Hauses.Drogenhilfe-Experte Saris ist zuversichtlich. "Wir brauchen Zeit und Geduld", sagt er. Suchterkrankungen seien nun einmal Teil der Gesellschaft. Martin Prenzler von der City-Gemeinschaft drängt darauf, die Probleme mit Urinecken und Alkoholleichen auf dem Raschplatz nicht kleinzureden.  Ein Architekt meldet sich zu Wort und fordert, den Platz neu zu gestalten, etwa Übungsräume für Bands im Tunnel zum Andreas-Hermes-Platz einzurichten. Man brauche mehr Musik für den Platz, meint er.

Lokalredaktuer Conrad von Meding moderierte das HAZ-Forum.

Lokalredaktuer Conrad von Meding moderierte das HAZ-Forum.

Quelle: Eberstein

Eigentlich würde sich der Platz mit seinen großzügigen Freitreppen bestens für Konzerte und andere Darbietungen eignen.Tatsächlich hatten die Planer solche Veranstaltungen auch im Hinterkopf, als sie vor einigen Jahren die Entwürfe für den Umbau zeichneten. Oberbürgermeister Stephan Weil sprach damals begeistert von einer „Arena“ und einem „neuen Raschplatz-Gefühl“, das hinter dem Bahnhof entstehe. Die Grundstücksgesellschaft  HRG, Eigentümerin des Raschplatzes, schwärmte von einer „Entertainmentfläche“. „Der Platz ist viel zu gut gelungen, um ihn nicht für Freiluftveranstaltungen zu nutzen“, hieß es. Dabei hatte man offenbar nicht berücksichtigt, wie streng die Bestimmungen für Fluchtwege und für den Brandschutz aufallen. Letztlich darf die HRG von den rund 6000 Quadratmetern nur 300 mit Veranstaltungen bespielen.

In der SPD-Ratsfraktion wächst der Druck auf die Stadtverwaltung. Man wolle nicht ständig hören, was alles nicht auf dem Raschplatz funktioniere, sondern erwarte konstruktive Vorschläge. Nach Informationen der HAZ arbeitet die Verwaltung an einem langfristigen Konzept für den Platz. Kleine kulturelle Veranstaltungen sollen den Platz beleben, die Trinker sollen durch regelmäßige Ansprachen bewogen werden, künftig die öffentliche Toilette zu benutzen.

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