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Aus der Stadt Stadtjäger schlägt neue Auslaufflächen vor
Hannover Aus der Stadt Stadtjäger schlägt neue Auslaufflächen vor
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00:20 22.07.2015
Für und Wider des Leinenzwangs in der Brut- und Setzzeit sind Dauerthema bei Hundehaltern. Quelle: dpa
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Hannover

Der Vorschlag von Stadtjäger Heinz Pyka kam überraschend, für Hundehalter wie Naturschutzfreunde. Man könne doch Flächen wie die Alte Bult und Ricklinger Kiesteiche freigeben, damit Hunde in Hannover mehr Auslaufflächen ohne Leinenzwang hätten, meint Pyka. Seine Hoffnung: Dadurch würden während der Brut- und Setzzeit Rehe und Vögel in den übrigen Schutzgebieten von frei laufenden Hunden eher verschont. Der Stadtjäger hatte diesen Vorschlag vor Kurzem beim Forum der HAZ unterbreitet, als rund 100 Zuhörer über Vor- und Nachteile des vom Land Niedersachsen festgesetzten Anleingebots diskutierten.

Es dürfte allerdings lange dauern, ehe Bult und Kiesteiche vom Leinenzwang ausgenommen werden. In Ricklingen müssen Tiere das ganze Jahr über an der Leine geführt werden, weil sich das Gebiet rund um die Kiesteiche im Landschaftsschutzgebiet Obere Leine befindet. Nach Auskunft der Region sind Ausnahmen nicht möglich, handele es sich doch um ein „Gastvogelgebiet“, das unter besonderem Schutz stehe. Ein weiterer Grund für den Leinenzwang: Die Kiesteiche sind EU-Badegewässer, für die schärfere hygienische Vorschriften gelten. Hunde dürfen zum Beispiel dort nicht schwimmen. Und weil auf dem Rasen drumherum Menschen liegen, kommt das Gebiet als Auslaufflächen bisher nicht in Frage.

Auch die Alte Bult hat seit 1998 den Status eines Landschaftsschutzgebietes. Hier ist es Haltern ausdrücklich verboten, ihre Tiere vom 1. April bis 15. Juli ohne Leine laufen zu lassen. Dafür hatten auf dem HAZ-Forum etliche Besitzer kein Verständnis, da es auf den Flächen überhaupt keine Bodenbrüter mehr gebe. Ein Regionssprecher hat das jetzt dementiert und unter anderem auf den Zaunkönig verwiesen, ein Brüter im Unterholz.

Ansonsten ist die Lage an der Bult ein wenig in der Schwebe. Außerhalb der Brutzeit ist kein Leinenzwang vorgeschrieben – es gilt jedoch die Regel, dass jede Handlung verboten ist, die geschützte Tiere und Pflanzen schädigen könne. In der Praxis laufen dort viele Hunde ganzjährig ohne Leine, auch während der Brutzeit – verantwortungsbewusste Hundebesitzer kritisieren diese halter immer wieder.

Die Region will noch in diesem Jahr mit der Stadt sprechen, Thema sollen dann Auslaufflächen und Landschaftsschutzgebiete sein. Um Vorschriften für geschützte Flächen zu ändern, sind aufwändige Verfahren unter Beteiligung diverser Vereine und Verbände nötig. Dabei wird die Region als zuständige untere Naturschutzbehörde wohl nicht von sich aus vorschlagen, Schutzgebiete wie die Ricklinger Kiesteiche aufzuweichen. Üblich ist, dass entsprechende Initiativen aus der Politik kommen müssen.

Dort ist ein Thema bereits der Kronsberg im Süden Hannovers. Auch hier müssen Hundehalter ihre Tiere während der Schonzeit an der Leine führen, während gleichzeitig Landwirte über die Felder mähen. Hundebesitzer haben dafür kein Verständnis. Es ist den Landwirten indes aus wirtschaftlichen Gründen gestattet.

Auf Hannovers Stadtgebiet kontrollieren zehn Parkranger die Einhaltung der Regeln, mitunter auch berittene Polizei. Gegen die Anleinpflicht gab es im vergangenen Jahr 93 Verfahren und
16 Verstöße während der Brut- und Setzzeit. Im Regelfall setzt die Stadt eine Geldbuße in Höhe von 70 Euro fest.

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