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Schlechte Ernährung und Twittern stören Schlaf

Diskussion Schlechte Ernährung und Twittern stören Schlaf

Jeder braucht ihn, jeder will ihn, aber nicht jeder hat ihn: erholsamen Schlaf. Wenn die Besucherzahl bei der Matinee im Foyer des Regionshauses ein Maßstab ist, muss man sagen: Das Thema beschäftigt sehr, sehr viele Menschen. Denn bei der von Tanja Schulz moderierten Diskussion mit dem passenden Titel „Gute Nacht“ ist es so voll, dass sogar noch Stühle herangekarrt werden müssen.

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Hellwach: Schlaftrainerin Christine Dreyer (li.) und Schlaflaborchefin Birgit Hoffmann-Castendiek.

Quelle: Philipp von Ditfurth

Hannover. Zunächst haben die geladenen Gäste auf dem Podium das Wort, doch erst bei der anschließenden Fragestunde merkt man, wie sehr die Menschen das Thema umtreibt. Unter anderem in schlaflosen Nächten.

Auf dem Podium sitzen Experten, die sich beruflich mit dem Schlaf befassen. Die Psychoanalytikerin Dagmar Bielstein zum Beispiel. Und Birgit Hoffmann-Castendiek, die Leiterin des Schlaflabors an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH). Das heißt: Sie lässt schlafen. „Wir machen ein Bild des Schlafes“, sagt sie. Derlei Forschung gibt es erst seit den Achtzigerjahren. „Seither kommt es mehr und mehr ins Bewusstsein, dass beispielsweise Schnarchen nicht nur ein partnerschaftliches, sondern ein ernsthaftes medizinisches Problem ist.“

Christine Dreyer ist Trainerin an der Schlafschule Hannover, sie bringt also Nachtruhe bei. „Viele Menschen erwarten, dass sie die ganze Nacht fest schlafen und stellen fest, dass das nicht geht. Dann schauen sie auf den Wecker und werden unruhig. Schon dieses nächtliche Auf-den-Wecker-Schauen ist schlafstörend, weil man sich dann permanent Sorgen macht.“

Es wird über Hormone und Träume gesprochen, über REM-Phasen und Tiefschlafphasen. Philipp von der Osten, Leiter des Medizinhistorischen Museums am Uni-Klinikum Hamburg-Eppendorf, beleuchtet vergangene Ansichten über den Schlaf, das frühe Zubettgehen und das frühe Aufstehen in Verbindung mit den preußischen Tugenden und die Kritiker, die seinerzeit diesen Lebensrhythmus anzweifelten. „Es war der Vorwurf der Mediokrität. Die Leute werden sehr alt, wenn sie sich so verhalten, aber sie werden nie etwas Spannendes erleben.“

Bei der Fragerunde wurde klar, dass sich mit dem Wandel zur Mediengesellschaft mit flexiblen Arbeitszeitmodellen auch das Schlaf- oder vielmehr das Nichtschlafverhalten geändert hat. Stress sei, so Schlaftrainerin Dreyer, der gravierendste Grund für Schlafstörungen. Aber auch schlechte Ernährung, nächtliches Twittern - oder schlicht ein schlechtes Bett verhinderten eine gute Regeneration im Schlaf. Das könne zum Teufelskreis werden. „Schlafstörungen verselbstständigen sich in kürzester Zeit, insbesondere wenn man anfängt, sich über den Schlaf Sorgen zu machen.“

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