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Diskussion über Stammzellforschung

HAZ-Forum Diskussion über Stammzellforschung

Auf dem Gebiet der Stammzellforschung wird ausgiebig geforscht. Doch es ist auch ein heikles und ethisches Thema. Beim HAZ-Forum haben Experten den Stand der Forschung in verschiedenen Bereichen vorgestellt.

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Beim von der HAZ unterstützten Forum stellten den Forschungsstand in ihren jeweiligen Fachgebieten vor. 

Quelle: Tim Schaarschmidt

Hannover. Das Forum zur Konferenz des Deutschen Stammzellnetzwerks entwickelte sich am Mittwochabend zur berechtigten und kurzweiligen Lobpreisung des Medizin-Standorts Hannover. Renommierte Professoren wie Prof Dr. Axel Haverich von der Klinik für Herz-, Thorax-, Transplantations- und Gefäßchirurgie der MHH und Prof. Dr. Michael Manns von der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie der MHH betonten in der Schalterhalle im Anzeiger-Hochhaus den praktischen Nutzen, wenn Wissenschaft und Klinikbetrieb eng vernetzt arbeiten. „Wir stehen in Hannover für einen interdisziplinären Dialog“, sagte Haverich. „Wir forschen in Hannover nicht frei von Sinn, sondern wachsen an klinischen Problemen“, stellte Manns fest. Diese Interaktion zwischen Klinik- und Grundlagenforschung komme vor allem den Patienten zugute.

Beim von der HAZ unterstützten Forum stellten die beiden Professoren und weitere Experten wie Prof. Dr. Ulrich Martin der Leibniz-Forschungslaboratorien für Biotechnologie und künstliche Organe der MHH den Forschungsstand in ihren jeweiligen Fachgebieten vor. So sprach Manns im Gespräch mit der Wissenschaftsredakteurin Dr. Stefanie Seltmann aus Heidelberg über Fortschritte bei der Stabilisierung einer kranken Leber durch körpereigene Zellen, die zum Beispiel aus der Haut gewonnen werden. Bei aller Euphorie für umgewandelte Zellen sieht Manns aber keinen medizinischen Durchbruch für sämtliche Lebererkrankungen in den nächsten Jahren. Es werde aber sicher in fünf bis zehn Jahren bei einzelnen Krankheiten Erfolge geben - auch durch den Einsatz der Stammzellforschung.

Ähnliche Einschätzungen gab Prof. Martin zur Entwicklung von Herzmuskelzellen ab. Auch Herzmuskelzellen lassen sich aus umgewandelten Hautzellen aufbauen. „Wir denken aber nicht, dass wir ein künstliches Herz züchten können, eher einen Flicken“, erklärte Martin. Die Technologie habe sich sehr gut entwickelt. „In fünf Jahren könnte es erste klinische Studien geben“, sagte der ehemalige Präsident des Stammzellnetzwerks.

Dass Stammzellforschung häufig noch immer mit ethischen Konflikten verbunden ist, erklärte Prof. Dr. Nils Hoppe vom Centre for Ethics and Law in the Life Sciences Hannover. Für den Experten liegt der Schlüssel zur Forschung im Dialog mit dem Patienten und der richtigen Aufklärung. „Forschung ist immer risikobehaftet. Wir müssen uns darauf einlassen, wenn wir Erkenntnisse gewinnen wollen“, sagte Hoppe und verwies auf ein aufgebautes Vertrauensverhältnis in Hannover zwischen Wissenschaftlern, Juristen und Ethikern. „Die Wissenschaftler kommen häufig zu uns und lassen sich beraten. Wir nennen es das Hannover-Modell.“

Das Forum zur Stammzellforschung war zugleich der Abschluss der Konferenz des Deutschen Stammzellnetzwerks in den Räumlichkeiten der Medizinischen Hochschule. Mehr als 400 internationale Experten diskutierten drei Tage lang über Organoiden und die Entwicklung von Ersatzgewebe.

Dass trotz aller Fortschritte aber manchmal doch nur eine Transplantation hilft, unterstrich Prof. Haverich - und verwies auf den Erfolg Franziska Liebhardts. Die Teilnehmerin der Paralympics holte gerade beim Kugelstoßen eine Gold-Medaille. Die Leichtathletin hatte wegen einer unheilbaren Autoimmunerkrankung in der MHH 2009 eine Spenderlunge und 2012 eine Spenderniere transplantiert bekommen.

Jan Sedelies

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