Der wegen Doppelmordes gesuchte Holger B. aus Hannover hat sich einem Ermittlungsrichter in Palma de Mallorca freiwillig gestellt und wurde daraufhin festgenommen. Das bestätigte die deutsche Polizei nach vorangegangenen Medienberichten einer spanischen Zeitung sowie eines spanischen Radiosenders. Demnach soll sich der Frührentner am Dienstag einem Untersuchungsrichter auf der Ferieninsel offenbart haben. Dieser habe dann die deutschen Behörden informiert.
Holger B. hatte am Montag zwei Italiener nach einem Streit um Fußball in einer Gaststätte in der Münztraße in Hannover in den Kopf geschossen. Franko S. erlag seinen Verletzungen beinahe sofort, Giuseppe L. starb später im Krankenhaus.
Der Verdächtige war nach seiner Tat offensichtlich auf die Ferieninsel geflüchtet. Bereits am Montagabend erhärtete sich der Verdacht, dass sich Holger B. auf Mallorca aufhält, weshalb ein europäischer Haftbefehl ausgestellt worden ist. „Wir hatten frühzeitig Hinweise darauf, dass sich der Verdächtige Richtung Mallorca abgesetzt hatte“, sagte Hannovers Polizeisprecher Heiko Steiner. Spanische Medien berichteten, der Gesuchte habe sich in der Wohnung seines Stiefvaters in Palma versteckt. Dieser habe ihn dazu überreden können, zur Polizei zu gehen. Vor dem Untersuchungsrichter soll der 42-Jährige sich schuldig bekannt haben. Die deutschen Behörden bestätigten diese Angaben am Mittwoch zunächst nicht.
„Wir haben keine Zweifel, dass der Verdächtige schnell nach Deutschland ausgeliefert wird“, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Hannover, Irene Silinger. Schließlich sei der Mann mit einem europäischen Haftbefehl wegen zweifachen Mordes gesucht worden. Zuständig für die Auslieferung ist der Nationale Gerichtshof (Audiencia Nacional) in Madrid. Die deutsche Anklagebehörde wirft dem 42-Jährigen Mord aus Heimtücke und niederen Beweggründen vor. Zudem soll er aus Mordlust gehandelt haben, weil er seine Opfer sterben sehen wollte.
tm / mk / dpa
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