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Aus der Stadt Biergarten soll zu Flüchtlingsprojekt werden
Hannover Aus der Stadt Biergarten soll zu Flüchtlingsprojekt werden
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00:16 08.05.2016
Von Juliane Kaune
Bald wieder belebt? Das Dornröschen zwischen Leine und Bremer Damm. Quelle: Tim Schaarschmidt
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Hannover

„Wir hoffen sehr, dass wir den Zuschlag bekommen“, sagt der Vereinsvorsitzende Christian Brune.

Nach dem Tod der langjährigen Wirtin Christa Reinhardt im Juni ist das Haus im Besitz einer Erbengemeinschaft, soll aber verkauft und wieder für Gastronomie genutzt werden. Sechs Jahrzehnte hatte die Lebenskünstlerin das 1875 gegründeten Dornröschen mit viel Engagement und Liebe geführt, sie war für viele die „Seele“ des Betriebs.

Das „Projekt Dornröschen“ will das beliebte Lokal erneut zu einer ganz besonderen gastronomischen Adresse machen. Vorgesehen ist, einen sozialen, nicht profitorientierten Betrieb mit professioneller Struktur zu gründen, der Flüchtlinge zu Köchen und Restaurantfachleuten qualifiziert. So werde zugleich eine „polyglotte Küche“ entstehen, sagt Brune. Beraten wird das Vereinsteam von Reinhold Fahlbusch, dem früheren Vorstandsvorsitzenden des Sozialkaufhauses Fairkauf, das seit Jahren erfolgreich als sozialer Betrieb arbeitet.

Vorgesehen ist, dass sich das „Projekt Dornröschen“ mit bis zu 50 Mitarbeitern wirtschaftlich selber trägt. „Wir haben viele positive Signale bekommen“, sagt Brune. Kontakt gibt es bereits zur Arbeitsagentur, zum Flüchtlingsrat, zu Wohlfahrtsverbänden und Bildungsorganisationen. In einem ersten Schritt soll der Biergarten wiedereröffnet werden, später könnte ein Restaurant hinzukommen. „Unser Finanzierungskonzept steht“, sagt Brune. In welcher Höhe der Verein investieren müsste, lässt er offen. Doch er betont: „Spenden sind willkommen.“

Der Anfang soll an diesem Sonntag gemacht werden. Dann eröffnet um 11.30 Uhr im Künstlerhaus eine vom Hannoverschen Künstlerverein (HKV) organisierte Ausstellung mit 40 Gemälden von Christa Reinhardt - der Erlös aus dem Verkauf ist für das „Projekt Dornröschen“ bestimmt. Christa Reinhardt hat die Werke, die vor allem abstrakte Landschaften zeigen, in Öl gemalt und einer prominenten Erbin hinterlassen: Bundestagsvizepräsidentin Edelgard Bulmahn. „Ich kannte Frau Reinhardt schon aus meiner Studentenzeit, später hat sich der Kontakt intensiviert“, verrät Bulmahn, die in Linden lebt. Es wäre sicher im Sinne der Verstorbenen gewesen, dass ihre eigenen Bilder nun dazu beitragen könnten, das Dornröschen wieder zum Leben zu erwecken.

Die Ausstellung im HKV-Raum des Künstlerhauses, Sophienstraße 2, läuft nach der Eröffnung an diesem Sonntag bis zum 5. Juni. Geöffnet ist dienstags von 11 bis 13 Uhr.

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