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Hunderte Besucher beim Drachenfest

Kronsberg Hunderte Besucher beim Drachenfest

Der Wind blieb zunächst mau, doch das trübte die Stimmung kaum: Hunderte Besucher kamen zum Drachenfest, um die Faszination des Fliegens zu feiern - und um zu erleben, dass selbst Schildkröten sich in die Lüfte erheben können.

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Hunderte Besucher beim Drachenfest am Kronsberg.

Quelle: Eberstein

Hannover. Kräftig zieht Walter Blohm an der Leine. Fast instinktiv dreht er sich in den Wind, als seien ihm alle Grundlagen der Aerodynamik in Fleisch und Blut übergegangen. Dann gibt es einen Ruck – und mit majestätischer Grandezza erhebt sich sein Drachen in die Luft. Blohm hat soeben eine Schildkröte zum Fliegen gebracht. Fast 13 Meter lang ist das bunte Tier: „Ich habe sie selbst im Keller genäht – 130 Quadratmeter Tuch“, sagt er: „Hat vier Monate gedauert.“ Mehr als zehn Großdrachen hat Blohm, der regelmäßig bei Drachenfestivals dabei ist, noch im Auto.

An diesem Wochenende sind wieder die Drachen los. Auf der Allmendefläche am Kronsberg oberhalb der Straße Kleifeld lassen Freunde der flatterigen Basteleien ihre Kunstwerke steigen – und jeder darf mitmachen.

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Hunderte Besucher stehen staunend am Rande der Wiese, ein paar Kinder klatschen. Bei der 18. Auflage des Drachenfests ist Blohms Schildkröte der Star am Himmel über dem Kronsberg; die Faszination des Fliegens zieht das Publikum in den Bann. Jedenfalls für ein paar Minuten. Dann landet die Schildkröte wieder auf der Erde: „Der Wind könnte besser sein“, sagt Blohm zerknirscht. Er hat einen Bodenanker der Bundeswehr in die Erde geschlagen, um die Schildkröte sicher zu vertäuen. „Die Schnur hält 500 Kilo aus; bei richtigem Wind muss man überlegen, ob das hält“, sagt er. Doch zumindest in dieser Hinsicht zeigt der Wind sich kooperativ bei diesem Drachenfest.

Viele Fluggeräte bleiben schlicht am Boden. Auf einem Klappstuhl sitzt Angelika Ohlendorf, in der Hand den Einleiner-Drachen. „Wir waren schon oft hier“, sagt die Frau aus Langenhagen, während sie auf Wind wartet. Das Drachenfest hat viele Stammgäste wie sie; Menschen, die es lieben, eins mit dem Wind zu sein, etwas Großes zum Fliegen zu bringen und sich selbst ganz am Spiel der Naturkräfte auszurichten. Dabei sei die Allmendewiese eigentlich gar kein ideales Gelände, sagt ein Drachenexperte: „Der Berghang sorgt für Verwirbelungen, der Wind kommt nicht konstant aus einer Richtung.“

Der guten Stimmung tut die Flaute keinen Abbruch. Die Besucher nutzen das Fest auf eigene Art: Am Rande der Drachenwiese sind Stände aufgebaut. Es gibt Bratwurst und Bier, und zu Livemusik präsentiert die Gruppe Mara Dea modernen Bauchtanz. Es herrscht Volksfeststimmung. „So ist das eben beim Outdoorsport“, sagt Ralf Kruse vom Drachenclub „Hannover hebt ab“, der das Festival organisiert, gelassen: „Man hängt vom Wetter ab – das ist beim Segeln oder Skilaufen nicht anders.“ Und die Besucherzahlen seien besser als in den Jahren zuvor.

Mia hingegen produziert unterdessen ihren eigenen Wind. Die Siebenjährige aus Bemerode ist mit dem Fahrrad gekommen, jetzt rennt über die Wiese an der Feldbuschwende. „Lauf!“, feuert ihre Mutter sie an – und tatsächlich hebt Mias frisch zusammengebauter Drachen ab. Er bleibt oben, solange Mia rennt. „In seinen Regenbogenfarben sieht er am Himmel toll aus“, sagt die Siebenjährige, als sie kurz verschnauft: „Man kann sich dann vorstellen, dass man selbst dort oben fliegen würde.“

Dann muss Mia weiterlaufen. Eine leichte Brise kommt auf.

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