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Dreckige Luft: Auf der Marienstraße drohen Fahrverbote

Pläne zur Emissionssenkung Dreckige Luft: Auf der Marienstraße drohen Fahrverbote

Die Stadt arbeitet an einem Plan zur Senkung von Emissionen. In der City ist die Luft noch immer so stark belastet, dass EU-Grenzwerte nicht eingehalten werden. Die Stadt meint, dass die Verschmutzung ohne Fahrverbote nicht gesenkt werden könne. Doch Umweltminister Stefan Wenzel hat andere Pläne.

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So sieht der Masterplan für die MHH aus

Kommen Fahrverbote für die Marienstraße?

Quelle: Küstner (Archiv)

Hannover. Noch immer ist die Luft in Hannover derart mit Schadstoffen belastet, dass EU-Grenzwerte nicht eingehalten werden. Im Umweltdezernat wird an einem neuen „Luftreinhalteplan“ gearbeitet, der für Hannovers Autofahrer einige Unannehmlichkeiten bereithalten dürfte, insbesondere für Halter von Dieselfahrzeugen. Sie gelten als Hauptverursacher für das gesundheitsschädliche Stickstoffdioxid.

Marienstraße im Visier

„Wir werden nicht umhinkommen, die Zahl der Dieselfahrzeuge in der City zu verringern“, sagt Hannovers Grünen-Chef Daniel Gardemin. Partielle Straßensperrungen seien ein Kompromiss. „Das wird der Bevölkerung nicht gefallen, aber wir tragen eine Verantwortung gegenüber den Menschen, die an besonders belasteten Straßen wohnen“, sagt Gardemin.

Auch im von den Grünen geführten Umweltdezernat denkt man bereits über ein Absperren von Straßen nach, sobald die Luftwerte zu schlecht sind. Das hatte eine Fachbereichsleiterin vor einiger Zeit in öffentlicher Sitzung durchblicken lassen. Nach Informationen der HAZ geht es dabei vor allem um die viel befahrene Marienstraße in der Südstadt. Derzeit stellen die Verkehrsexperten im Rathaus Berechnungen an, wohin der Verkehr fließt, wenn die Marienstraße vorübergehend abgesperrt wird.

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Umweltminister hat andere Ideen

Im niedersächsischen Umweltministerium, ebenfalls unter grüner Führung, will man anders vorgehen. Minister Stefan Wenzel setzt auf Investitionen in Elektromobilität, Carsharing und Nahverkehr. Aber auch im Ministerium gilt die Marienstraße als Sorgenkind. Nach Angaben von Bernd Wiener, Referatsleiter für Luftreinhaltung, würde beim vollständigen Verzicht auf Maßnahmen nach aktuellen Rechenmodellen Hannover im Jahr 2024 die Grenzwerte weitgehend einhalten können. „Das gilt aber nicht für die Marienstraße in der Südstadt mit ihrer speziellen Verkehrsbelastung. Dort wäre es erst 2030 so weit“, sagt Wiener. Darin liege auch ein juristisches Risiko, denn Richter würden den kritischsten Punkt zum Maßstab nehmen.

Tatsächlich hat der Verkehrsclub Deutschland (VCD) überlegt, in Hannover eine Klage anzustrengen, das Vorhaben aber zunächst zurückgestellt. Man wolle sich auf Bundesebene für saubere Stadtluft einsetzen, heißt es beim VCD.

"Wir brauchen zeitnahe Lösungen"

Wenzel hält den Weg über die Justiz für keinen guten, er fordert eine politische Lösung. Seine Befürchtung ist jedoch, dass die große Koalition in Berlin das unangenehme Thema über die Bundestagswahl im September verschleppen will. „Wir brauchen zeitnahe Lösungen. Der Bund darf die Städte und Gemeinden nicht im Stich lassen“, sagt er.

Der Minister kann Fahrverboten nichts abgewinnen. Er fordert stattdessen ein Förderprogramm vom Bund, das jährlich mit 500 Millionen Euro dotiert sein soll. Das Geld soll beispielsweise für die Umrüstung von Taxiflotten, Handwerkerfahrzeugen und Bussen auf Elektromotoren verwendet werden.

Von Andreas Schinkel und Bernd Haase

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