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Aus der Stadt Drei Kioske in Hannover unter Denkmalschutz
Hannover Aus der Stadt Drei Kioske in Hannover unter Denkmalschutz
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20:49 29.09.2016
Kioskkultur in Hannover: Gleich drei Buden stehen unter Denkmalschutz. Quelle: Naumann/Montage
Hannover

Ein gemütliches Feierabendbier beim "Limmern", eine bunte Tüte in Hannovers Hauptbahnhof oder eine Currywurst am Maschsee: Der Kiosk macht’s möglich. Deshalb sind die praktischen Büdchen vielen Hannoveranern heilig. „Von einem flächendeckenden Kiosksterben kann nicht die Rede sein“, heißt es in einer Studie von Wirtschaftsgeografen der Universität Hannover aus dem Jahr 2013. Vor allem die Kiosk-Dichte in Linden-Limmer – von den Wissenschaftlern gewissenhaft gezählt – beeindruckt: Dort stehen auf jedem Quadratkilometer durchschnittlich neun davon. Sie prägen also eindeutig das Stadtbild, einige haben sogar „Kultstatus erlangt“, wie es in der Studie heißt.

Das gilt ganz gewiss auch für Paris. Dort hat die Stadtverwaltung kürzlich viel Kritik aus der Bevölkerung geerntet, weil sie die beliebten Kioske in der Stadt modernisieren will. Aus den charmanten grünen Zeitungsständen mit den hübschen Kuppeln sollen zweckmäßige rechteckige Häuschen werden. Das passt vielen Parisern gar nicht. Sie meinen, dass ja auch der Eiffelturm oder Notre-Dame nicht umgestaltet werden, nur weil sie nicht mehr der modernen Architektur entsprechen.

Es erscheint auf den ersten Blick vielleicht abwegig, die kleinen Läden mit solch grandiosen Bauwerken auf eine Stufe zu stellen. Aber es gibt tatsächlich mehr als 200 Kioske in Deutschland, die unter Denkmalschutz stehen. In Hannover sind es immerhin drei. Zum Vergleich: Gelsenkirchen, Dortmund und Bochum haben jeweils nur einen. Fast schon ein Armutszeugnis für das Ruhrgebiet, das sich als Geburtsstätte und Zentrum der gepflegten Trinkhalle versteht. Eines der geschützten Gebäude in Hannover, es steht in der Südstadt am Bertha-von-Suttner-Platz, wird allerdings schon seit Jahren nicht mehr als Kiosk genutzt. Die beiden anderen in der Nordstadt befinden sich an den Herrenhäuser Gärten, zwischen ihnen liegen nur ein paar Meter Abstand.

Für manche Stammgäste ist das sogar der schönste Platz der Stadt. „Ich hab’ alles ausprobiert, von der Markthalle bis zum Maschsee, nirgends ist es so gemütlich wie hier“, sagt zum Beispiel Werner Niclaus (68). Bei einer Flasche heimischen Bieres etwa lasse sich im Schatten der alten Bäume wunderbar über Gott, die Welt und die neusten 96-Ergebnisse plaudern. Und daran darf sich dank der gesetzlichen Vorgaben auch nichts ändern, erklärt Stadtsprecher Alexis Demos: „Der Denkmalschutz liegt in der städtebaulichen Bedeutung als Element der Schloss- und Gartenanlage der Herrenhäuser Gärten begründet.“ Stammgast Andreas Michael (49) drückt sich etwas anders aus, meint aber das gleiche: „Was Neues stört doch nur. Hier soll alles so bleiben wie es ist. Passt doch – von der Atmosphäre her“.

Von Gerko Naumann

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