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Drei Polizisten überführen Rotlichtsünder

Verfahren Drei Polizisten überführen Rotlichtsünder

Ein 19-Jähriger muss Bußgeld zahlen, weil er über eine rote Ampel auf der Podbielskistraße gefahren sein soll. Drei Polizisten bestätigten das. Im vergangenen Jahr gab es an dem Fußgängerüberweg zwei Tote. Die Stadt will gefährlichen Überweg deshalb noch im September umgestalten.

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Der Überweg über die Podbi nahe dem Mittellandkanal ist ein Unfallschwerpunkt.

Quelle: Conrad von Meding

Hannover. Ein junger Mann, Automobilkaufmann im zweiten Ausbildungsjahr, hat Freitag verzweifelt versucht, den ersten Bußgeldbescheid seines Lebens abzuwehren. Gut drei Monate nach dem Erwerb seines Führerscheins hatte er Anfang März 2016 mit seinem Auto einen Fußgängerüberweg auf der Podbielskistraße bei Rot zeigender Ampel passiert - was er bestreitet. Den drei Polizisten, die den Verkehrsverstoß beobachtet hatten und die ihm gefolgt waren, habe er mindestens siebenmal erklärt, dass die Ampel Gelb gezeigt habe. Doch die Beamten, zwei Männer und eine Frau, waren Freitag felsenfest davon überzeugt, richtig geguckt zu haben. Jugendbußgeldrichterin Alena Fischer sah das genauso und urteilte, dass der 19-Jährige das gegen ihn verhängte Bußgeld von 90 Euro zahlen müsse. Hinzu kommt sein erster Punkt in der Verkehrssünderkartei.

In sechs Monaten 400 Rotlichtverstöße

Der Fußgängerüberweg auf der Podbi in Höhe des Nord-Ost-Bades gilt als Unfallschwerpunkt. 2015 gab es hier zwei Tote: Im August wurde ein Postbote von einem Auto erfasst und erlitt tödliche Kopfverletzungen, im November starb eine 73-jährige Passantin, als sie die Hauptverkehrsstraße neben der Kanalbrücke überqueren wollte. „In sechs Monaten haben wir dort 400 Rotlichtverstöße registriert“, sagte ein Polizeibeamter Freitag aus. Das beweise, wie notwendig die Kontrollen seien.

"Einen Herzschlag wie noch nie"

Der 19-Jährige wohnt noch bei seinen Eltern, machte vor Gericht einen kreuzbraven Eindruck. Beredt schilderte er, dass er den Überweg seit seiner Kindheit kenne und um dessen Gefährlichkeit wisse. „Darum fahre ich da immer besonders vorsichtig“, sagte er. Als die Beamten ihn auf seiner Fahrt Richtung Noltemeyerbrücke stoppten, habe er „einen Herzschlag gehabt wie noch nie“. Er sei in einer „extremen Notstandssituation“ gewesen - und die habe ihn so verwirrt, dass er auf dem Anhörungsbogen das Kästchen „Ich gebe den Verstoß zu“ ankreuzte. Im Nachhinein sei ihm aber klar geworden, dass er damit einen Fehler begangen habe.

Drei gegen Einen

Die Polizisten hatten ihr Zivilfahrzeug in einer Nische nahe der Käthe-Steinitz-Straße geparkt. Nur wer sich bei Gelb noch vor der Wartelinie befindet, die 15 Meter vor dem eigentlichen Überweg auf die Podbi gemalt ist, gerate überhaupt in den Fokus der Beobachter, erklärte ein Beamter. Keiner der drei Polizisten konnte sich konkret an den Fehltritt des Azubis im März erinnern, aber sein Wagen sei ganz sicher bei Rot über den Überweg gerauscht. Der Einwand von Verteidiger Frank Preidel, die 1,64 Meter große Polizistin auf der Rückbank habe wegen ihrer 1,92 und 1,86 Meter großen Kollegen auf den Vordersitzen gar nichts von der Podbi sehen können, vermochte Richterin Fischer nicht zu überzeugen: Die Beamtin habe glaubhaft dargelegt, auf dem Mittelsitz auf Lücke gesessen und alles überblickt zu haben.

Doch wird es nicht bei den Kontrollen bleiben, um diese gefährliche Ecke sicherer zu machen. Die Unfallkommission der Stadt hat jüngst beschlossen, die Ampelanlage bis Ende September auf LED-Licht umzustellen. Außerdem will man einen zusätzlichen Signalgeber installieren und die Autofahrer per Schild auf die Ampelanlage hinweisen.

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