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Drogendealer aus Peine steht vor Gericht

45 Kilo Marihuana und 1,6 Kilo Kokain Drogendealer aus Peine steht vor Gericht

Das ist keck: Ein Dealer, angeklagt wegen 38 Fällen von Drogenhandels, hat am Mittwoch vor Gericht versucht, 32 Fälle für nicht existent zu erklären. Der Mann hatte zuvor die Taten bereits bei der Polizei eingeräumt. Jetzt versucht sein Verteidiger zu retten, was wahrscheinlich nicht mehr zu retten ist.

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Alles nur erfunden? Daniel S. (li.) mit seinem Anwalt Anselm Schanz.

Quelle: Zgoll

Hannover. Immerhin hatte Daniel S. den schwunghaften Handel mit Marihuana und Kokain, bei dem er die stolze Summe von 312 000 Euro umgeschlagen haben soll, bei der Polizei selbst eingeräumt, hatte detailreich über 38 Drogengeschäfte berichtet. Doch mithilfe seines Verteidigers Anselm Schanz versuchte der 21-Jährige am Mittwoch zu retten, was wahrscheinlich nicht mehr zu retten ist: 32 der eingeräumten Taten seien seiner Fantasie entsprungen.

Er habe der Polizei diese Fälle nach seiner Festnahme am 12. August gebeichtet, damit er nicht eingesperrt wird und schnell wieder zu seiner Mutter nach Hause fahren kann, erklärte S. Tatsächlich ist der junge Mann auf freiem Fuß, da die Ermittler keine Flucht- und Verdunklungsgefahr sehen.

Er habe die Vernehmungsbeamten „zufriedenstellen“ wollen, erklärte S. vor dem Landgericht Hildesheim der Jugendkammer unter Vorsitz von Richterin Barbara Heidner. Dass ihm ein solches Geständnis mehrere Jahre Haft bescheren könnte, will er in jenem Moment verdrängt haben. Die damaligen Vernehmungsbeamten bestätigten Mittwoch, dass sich S. als Kronzeuge angedient hatte. Sie bestritten allerdings, ihm irgendwelche Zusagen auf Vergünstigungen gemacht zu haben. So meldeten Gericht und Staatsanwalt denn auch starke Zweifel an, dass sich S. 32 der 38 Drogendeals nur ausgedacht hat.

Die bisherigen Ermittlungen – großteils basierend auf den Angaben des Angeklagten – haben ergeben, dass der bereits einschlägig vorbestrafte S. von Januar 2013 bis August 2015 gut 45 Kilo Marihuana und 1,6 Kilo Marihuana umschlug. Er erwarb die Ware bei einem Dealer in der List und fuhr dann in seinen Wohnort Peine, wo er die Drogen an weitere Zwischenhändler oder Endkonsumenten verkaufte. 15 dieser Abnehmer sind nun wegen Drogenbesitzes angeklagt.

Die exakten Gewinne von S. sind schwer zu ermitteln, könnten aber die 100 000-Euro-Grenze erreicht haben. Auf jeden Fall lebte der Mann mit den kurzen blonden Haaren auf großem Fuß, leistete sich zwei Autos und steckte viel Geld in den Kauf von Anabolika. Bei der Festnahme von S. durch Beamte des Mobilen Einsatzkommandos (MEK) fanden diese im Kofferraum seines Autos 5,5 Kilo Marihuana, die er kurz zuvor in  Hannover erworben hatte; in seiner Wohnung stießen sie auf ein Doping-Handbuch und zahlreiche Spritzen.

Die Polizei war dem 21-Jährigen aufgrund eines Hinweises aus der Drogenszene auf die Schliche gekommen, auch hatte ein Anwohner ein Drogengeschäft beobachtet, bei dem ein Radfahrer und S. in seinem Fünfer-BMW Geld und Ware tauschten. Wie rege der Peiner mit Drogen handelte, wurde im Zuge einer fünfwöchigen Observation und Telefonüberwachung sichtbar: Im Sommer 2015 protokollierten die Beamten 3800 Gespräche und SMS-Nachrichten, in denen es um „Hasenkeulen“ (Kokain), „Helles“ (Amphetamine) oder „Schrauben“ (Extasy) ging.

Gemeinsam mit S. sitzt der 22-jährige Berkan G. auf der Anklagebank. Er soll sich aber nur bei einem Deal als Helfer beteiligt haben. Das Urteil der Jugendkammer wird am Montag erwartet.  

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